Dienstag, 10. Dezember 2013

2014, ich komme - mit vielen Vorhaben!

Berufliche Vorsätze für 2014
Wer sich nur treiben lässt, läuft Gefahr, nicht von der Stelle zu kommen oder sich im Kreis zu bewegen - das gilt sowohl für das Privat- als auch für das Berufsleben bzw. für den Erfolg als Freiberufler oder Selbstständiger. Die lexoffice Business-Blogparade „Ziele und Vorsätze für 2014“ ist ein guter Anlass, zu reflektieren, wie das letzte Jahr war, und die Richtung für das nächste Jahr zu bestimmen. 

Meine beruflichen Vorsätze 2014

Ich mag Listen - die sind übersichtlich und Erledigtes kann man abhaken. Meine beruflichen Vorsätze und Vorhaben für 2014 gibt es daher in Listenform. Hier sind sie:
  • Mein Name soll für Qualität und Kompetenz stehen
    Ich möchte Auftraggebern und den Menschen, mit denen ich beruflich vernetzt bin, 2014 deutlich zeigen, dass ich mich mit Themen gründlich auseinandersetze, sorgfältig arbeite und zuverlässig bin, z. B. indem ich auch meine eigenen Blogs in Zukunft weniger locker bediene als bisher, sondern sie genauso professionell gestalte und pflege, auch in sprachlicher Hinsicht auf die jeweilige Zielgruppe eingehend, wie ich dies für Kunden ganz selbstverständlich tue. 
  • Gutes Geld für gute Arbeit
    Ich liebe das Schreiben. Mich interessieren sehr viele Fachgebiete und ich habe mich in vieles eingearbeitet - mein Alter hat eben den Vorteil, dass ich dazu die nötige Lebenszeit hatte -, und all das Gelernte und Erfahrene möchte ich auch weitergeben. An meiner Freiberuflichkeit als Journalistin, Bloggerin, Texterin und technische Redakteurin bzw. der Selbstständigkeit schätze ich die freie Wahl der Themen und Auftraggeber, doch vor lauter Begeisterung für Themen verkaufte ich mich zu oft unter Wert - am schlimmsten allerdings an mich selbst für meine werbefinanzierten Online-Publikationen zu den Themen Garten, Geld und andere Themen, zu denen ich mich äußern oder mein Wissen weitergeben möchte. Die Einnahmen über Partnerprogramme und Affiliate-Plattformen sind leider viel zu gering, um den Aufwand zu kompensieren; und die Abhängigkeit von Google und Amazon gefällt mir auch nicht. Im Gegensatz dazu machen mich meine direkten Werbepartner richtig stolz - nicht nur, weil sie mich von sich aus gefunden haben, sondern weil sie oft beeindruckende Unternehmen sind, die auch angemessen bezahlen. Für 2014 nehme ich mir vor, mit den Schreib-Auftraggebern besser zu verhandeln bzw. stärker zu selektieren und mich in Zukunft aktiver auf die Suche nach guten Auftraggebern und mehr guten direkten Werbepartnern zu machen. 
  • Neues Thema: Handwerken für Einsteiger
    Obwohl ich bisher kaum einen Nagel gerade in die Wand schlagen konnte, habe ich mich im vergangenen Jahr in der Freizeit mit Wohnungsrenovierung und insbesondere Bodenverlegen befasst und bin gerade dabei, das, was ich im Internet, aus Büchern und mithilfe der Beratung im Baumarkt an Handwerkstheorie gelernt habe, mit meinen zwei linken Händen in die Tat umzusetzen: Ich hoble, schleife, säge und verlege derzeit sogar ganz alleine einen Parkettboden - und benutze all die tollen Werkzeuge und Maschinen, die man dazu braucht, zum ersten Mal in meinem Leben. Meine Erfahrungen möchte ich in mindestens einem meiner Blogs (z. B. Verbrauchermeinung) "verarbeiten" und werde mich auf die Suche nach einem oder mehreren Werbepartnern machen, die mich dabei unterstützen. 
  • Noch mehr Themen: Netz-Politisches, Umwelt und Europa sollen stärker werden
    Zwar hatte ich schon immer eine Meinung zu politischen Vorgängen, doch habe ich sie selten beruflich artikuliert. Die Aufregungen um ACTA und Urheberrecht sowie Entwicklungen im Internet haben das geändert und ich habe in meinem Blog "Text und Kommunikation" gelegentlich meine Sicht auf die Dinge dargestellt. Als mich Deutschlandradio daraufhin ermutigte, auch für das Politische Feuilleton zu schreiben und meine Beiträge im Radio vorzutragen, hat mich das damals sehr ermutigt. Weil 2013 so viel anderes anstand - z. B. die Überarbeitung meines ersten Gartenbuches -, musste ich in diesem Bereich vorübergehend etwas kürzertreten. Doch liegen mir Netz-Politisches, Umwelt und das Thema Europa sehr am Herzen und ich möchte mich auch beruflich in diesen Themen wieder stärker engagieren und entsprechenden Medien Themenvorschläge für Beiträge von mir unterbreiten. 
  • Selbstvermarktung: Ich muss noch sichtbarer werden
    Zwar bin ich bereits sehr gut vernetzt bei Twitter, Google+ (z. B. Personenprofil, meine Gartentrends-Community, tinto, Texte und Kommunikation), Facebook (z. B. Gartensaison-Hobbygärtner), Texttreff etc., aber das heißt ja nicht, dass ich nicht noch besser werden könnte. Dabei möchte ich zukünftig noch mehr Wert auf die Vernetzung außerhalb der sogenannten Sozialen Netzwerke legen, z. B. über die direkte Vernetzung mit anderen Bloggern, Unternehmen und Lesern, um die Abhängigkeit von den großen Playern im Internet zu verringern - wie schnell die mächtigen Social-Media-Plattformen ihre Unternehmenspolitik ändern, sieht man ja derzeit an Facebook, das es Unternehmensseiten immer schwerer macht, ohne Werbebuchungen von ihren Fans gesehen zu werden. 
  • Publizierung in Eigenregie
    Mir brennen einige Fachthemen, aber auch Plots für Romane und Kurzgeschichten unter den Nägeln, und da sich im Bereich Print on Demand/E-Books in den letzten beiden Jahren viel getan hat, möchte ich 2014 die Chancen für meine Themen neu evaluieren und eventuell ein oder mehrere Projekte in Angriff nehmen. 
  • Steuererklärung 2013 im Mai fertig haben
    Ich möchte meine Steuererklärung 2013 spätestens im Mai 2014 fertig haben. Ich habe nämlich letztes Jahr festgestellt, dass einige Online-Banking-Features meiner Bank sehr hilfreich bei der Erstellung der Steuererklärung sind, man aber leider nur auf die Daten der letzten 15 Monate Zugriff hat - ein guter Grund, die Steuererklärung nicht mehr wie bisher Richtung Jahresende zu verschieben. Das erleichtert dann auch die Anpassungen und Prognosen für die Sozialversicherungen.
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  • Professionellere Tools
    Nicht nur, was Blog-Layout und Webdesign betrifft, möchte ich mich verbessern, langsam wird es auch Zeit, mich nach Profi-Tools für Kundenverwaltung und Rechnungsstellung umzuschauen, statt mit selbstgebastelten Wordpress- und Excel-Lösungen zu hantieren. Wenn ich Glück habe, gewinne ich ja noch 2013 einen der 25 lexoffice-Jahres-Accounts, die unter den Teilnehmern dieser Blogparade verlost werden :-). 
Ansonsten freue ich mich sehr auf das nächste Jahr und bin schon äußerst gespannt, was alles passieren und was neu zu lernen sein wird - denn Lernen ist für mich eines der wesentlichen und schönsten Komponenten des Lebens. Ich hoffe, ich erinnere mich daran, gelegentlich meine Richtungsweiser in diesem Blogartikel zu vergegenwärtigen, damit ich dort ankomme, wo ich ideell und finanziell hin möchte.

Eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Jahr 2014 wünsche ich allen schon jetzt!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Links im Artikeltext oder Links ans Ende setzen?

Einer der Vorteile von Texten im Internet oder in anderen digitalen Medien wie E-Books sind die durch Hypertext Markup Language (HTML) ermöglichten Querverweise (Hyperlinks oder kurz Links genannt). Informationen werden auf diese Art nicht nur linear dargestellt, sondern sind durch Verlinkungen miteinander vernetzt. Die Frage ist: Was ist lesefreundlicher - Links in den Fließtext einzubauen oder gesammelt ans Ende zu setzen?

In den meisten Blogartikeln und anderen Online-Veröffentlichungen werden die Links in den Fließtext gesetzt. Doch die Möglichkeit, mitten aus dem Text heraus zu anderen Dokumenten zu springen, hat auch Nachteile, vor allem, wenn ein Text viele Links enthält: Sie verleiten die Leser dazu, jede Nebenbaustelle anzuschauen und dadurch den Faden im Hauptartikel zu verlieren, und oft genug finden sie den Weg nicht mehr zurück zum Ursprungsartikel.

Ich bin als Leserin von Blogartikeln und anderen Veröffentlichungen inzwischen dazu übergangen, Texte, in denen es darum geht, Gedankengängen zu folgen, erst von vorne bis hinten durchzulesen oder zumindest soweit zu überfliegen, bis ich sicher bin, alles, was mich interessiert, auch abgegrast zu haben. Dann scrolle ich wieder nach oben und gucke, was es an Links gibt und ob da vielleicht auch der Link dabei ist, auf den ich nach dem Lesen Wert gelegt hätte. Die Scrollerei nervt mich aber ziemlich. In so einem Fall wäre es mir wesentlich lieber, erst am Ende eine Linkliste zu weiterführenden Informationen zu finden, damit ich mir das Scrollen ersparen kann. Außerdem sind im Blogartikel-Text selbst wichtige Links oft hinter blöden Linktexten verborgen und bei längeren Texten kaum wiederzufinden.

Anders geht es mir bei Blogartikeln, die irgendetwas vorstellen - z. B. eine Liste "Die zehn besten kostenlosen Bildbearbeitungsprogramme". In so einem Fall wünsche ich mir den Link zum jeweiligen Programmanbieter o. Ä. gleich dort, wo das Programm vorgestellt wird. Bei einem Fachbuch als E-Book würde ich mir beides wünschen - die Möglichkeit zu springen, aber auch Link-Übersichten (Links aus dem Inhaltsverzeichnis, Listen mit verlinkten externen Quellen/Lesetipps etc.).

Bei meinen eigenen Blogartikeln, die ja selten über 5.000 Zeichen lang sind, bin ich dazu übergegangen, die meisten Links (Quellen und weiterführende Informationen) ans Ende zu setzen - jedenfalls dann, wenn es mir wichtig ist, dass meine Leser den ganzen Artikel lesen oder zumindest anschauen. Das beinhaltet aber auch eine gewisse Bevormundung.

Wie steht ihr als Leser dazu - nervt das oder findet ihr das in Ordnung?

Noch ein Aspekt: Nach wissenschaftlichen Anforderungen müsste man möglicherweise bei jedem Gedanken auch die Quelle der Inspiration angeben, um sich nicht irgendwann Plagiatsvorwürfen ausgesetzt zu sehen, doch würde das meiner Ansicht nach Blogartikel unlesbar machen - weshalb ich die Quellenangabe im Text nur bei gravierender Bedeutung der Quelle für meine eigenen Gedankengänge mache. Was meint ihr bzw. wie handhabt ihr das in euren Blogs?

Mittwoch, 18. September 2013

E-Mails verschlüsseln

Seitdem dank Edward Snowden bekannt wurde, dass amerikanische und britische Geheimdienste wie die National Security Agency (NSA) und die Government Communications Headquarters (GCHQ) unsere E-Mails und Datenströme auslesen, speichern und auswerten (und uns niemand davor schützt), suchen Privatleute und Unternehmen nach Möglichkeiten, die Vertraulichkeit ihrer Internetkommunikation irgendwie selbst zu gewährleisten. Als eine Möglichkeit, Kriminellen und Geheimdiensten das Spionieren und Überwachen zu erschweren, wird E-Mail-Verschlüsselung empfohlen. Aber wie geht das und bringt das überhaupt was?

Implementierung von E-Mail-Verschlüsselung

Die, die in größeren Unternehmen arbeiten, müssen sich über die Einrichtung von Verschlüsselungsfunktionen wenig Gedanken machen. Der Administrator kriegt den Auftrag, richtet die Verschlüsselung zentral ein, es gibt ein Rundschreiben mit einer Anleitung und fertig. Aber was macht man als Privatperson oder Freiberufler? Hier werden einige Möglichkeiten vorgestellt, die theoretisch geeignet sind.

E-Mails verschlüsseln mit PGP


Ein Programm, das derzeit überall zur Verschlüsselung empfohlen wird, heißt Pretty Good Privacy (PGP). Mit PGP kann man eine Nachricht signieren, verschlüsseln oder beides. Die Signatur bescheinigt, dass die Nachricht wirklich von dem angegebenen Absender ist (Authentizität) und nach der Signierung nicht verändert wurde (Integrität). Bei der Verschlüsselung werden Nachricht und - falls vorhanden - die Signatur - komprimiert verschlüsselt.

PGP basiert auf einer Public-Key-Infrastruktur (PKI). Das bedeutet: Mithilfe einer PGP-Software erzeugt man für seine E-Mail-Adresse einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Hat man mehrere E-Mail-Adressen, muss man das für jede einzelne tun. Den öffentlichen Schlüssel muss man vorher den Leuten schicken, von denen man verschlüsselte Post haben will, den privaten Schlüssel hält man geheim. Und umgekehrt schicken einem die ihren öffentlichen Schlüssel, die verschlüsselte E-Mails bekommen möchten.

Eine kommerzielle Version von PGP wird von Symantec, einer amerikanischen Firma, als Symantec Desktop Email Encryption angeboten. Gnu Privacy Guard (GnuPG) ist eine freie PGP-Software, die es als Gpg4win auch für Windows gibt. (Links alle unten)

E-Mails verschlüsseln bei Microsoft Outlook (Office 2010)


Bei Microsoft Outlook (Office 2010) findet man die Signierungs- und Verschlüsselungsfunktionen in einem geöffneten Nachrichtenfenster, wenn man den Reiter Optionen anklickt, dann im Feld Verlauf (die Feldnamen stehen im unteren Bereich der Felder im Menüband) auf den kleinen Pfeil rechts unten klickt und so die weiteren Optionen öffnet. Es erscheint ein Fenster Eigenschaften. Hinter dem Button Sicherheitseinstellungen... verbirgt sich ein Fenster Sicherheitseigenschaften, in welchem man die Sicherheitseigenschaften angeben kann (z. B. Nachrichten und Anlagen verschlüsseln, die Nachricht digital signieren etc.).

Allerdings funktioniert das Verschlüsseln und Signieren laut Microsoft Online-Hilfe nur, wenn man eine digitale ID von VeriSign hat. Der entsprechende Dienst von Verisign gehört inzwischen dem amerikanischen Unternehmen Symantec. Die digitale ID für sichere E-Mail heißt nun Symantec Digital ID for Secure Email. Eine Testversion kann man 25 Tage lang kostenlos ausprobieren. Ansonsten kostet sie pro Jahr 22,95 US-Dollar.

E-Mails verschlüsseln in Mozilla Thunderbird


Wer Mozilla Thunderbird als E-Mail-Programm benutzt, kann seine E-Mails mit der Verschlüsselungssoftware Gnu Privacy Guard und der Erweiterung Enigmail verschlüsseln. Anleitungen gibt es überall im Internet (siehe auch die Links unten).

Elektronischer Dokumentenaustausch mit regify


Von regify, einem Unternehmen mit Sitz in Luxemburg, gibt es einen Service namens regimail (registered electronic mail). Als potenzieller Anwender registriert man sich bei einem der regify-Provider und nutzt den Service über das Webportal des Providers oder lädt sich die regify-Client-Software herunter. Die Software gibt es als Addins für Microsoft Outlook, Lotus Notes und Thunderbird auf Windows, als eigenständige Software für Windows, MacOS und Linux sowie als App für iPhone/iPad, Android- und BlackBerry-Geräte. Die Schlüsselverwaltung für die regify-Nachrichten liegt bei einem regify-Clearing-Service. regimail funktioniert mit jeder normalen E-Mail-Adresse. Für Privatanwender gibt es kostenlos regimail Private - der Service erlaubt bis zu 10 nicht kommerzielle Versendungen pro Monat, bei denen man eine Werbeeinblendung in Kauf nehmen muss.

Schreiben, verschlüsseln und als Anhang versenden, z. B. mit Crypditor


Anstatt eine E-Mail direkt in Outlook oder einem anderen E-Mail-Programm zu schreiben, kann man sie auch in einer Datei verfassen, diese abspeichern, verschlüsseln und als Anhang einer E-Mail versenden. Den Schlüssel zum Entschlüsseln sollte man dem Empfänger dann aber über andere Wege zukommen lassen. Crypditor ist ein kostenloser Texteditor mit Verschlüsselung von ProtectCom, einem Münchner Unternehmen, das hauptsächlich Produkte zur PC- und Netzwerküberwachung anbietet. Der Editor speichert die Information in der Programmdatei selbst. Diese kann verschickt oder auf einen USB-Stick gespeichert werden und ist nur mit dem Passwort lesbar.

Anonymität wahren


Beim Versenden einer E-Mail sind normalerweise Absender und Empfänger über die IP-Adresse erkennbar. Verhindern kann man das durch die Nutzung eines Anonymisierungsnetzwerks wie Tor (steht für "The onion router") oder eines PrivacyDongle-USB-Sticks.

Und hilft E-Mail-Verschlüsselung tatsächlich?

Die Verschlüsselung von E-Mails ist meiner Einschätzung nach nur scheinbar sicher. Selbst verschlüsselte E-Mails sind vermutlich weniger sicher als Postkarten, weil Postkarten, soweit man weiß, bisher von Kriminellen oder Geheimdiensten in Deutschland noch nicht in großem Maßstab digitalisiert und als Big Data ausgewertet werden.

Warum ich die E-Mail-Verschlüsselung für nur scheinbar sicher halte:
  • Man kann davon ausgehen, dass Verschlüsselungen, die jetzt als sicher gelten, spätestens in ein paar Jahren geknackt werden können. Wahrscheinlich lenkt man durch die Verschlüsselung erst recht die Aufmerksamkeit von Kriminellen und Geheimdiensten auf sich.
  • Amerikanische Behörden können außerdem amerikanische Unternehmen unter Druck setzen, damit diese die Schlüssel, die sie verwalten, herausgeben. Einige Serviceanbieter haben aus diesem Grund ihre Dienste bereits eingestellt, um nicht in so eine Lage gebracht werden zu können.
  • Andere Unternehmen sollen Snowden zufolge der NSA sowieso direkten Zugriff auf das Backend, also auf das System selbst, gegeben haben und mit ihr freiwillig oder gezwungenermaßen kooperieren. Beispielsweise sollen Windows-Betriebssysteme schon seit Windows 98 von der NSA mit speziellen Zugriffsystemen versehen worden sein.
  • Im Grunde genommen weiß man bei keiner Software, auch nicht der Verschlüsselungssoftware und auch bei keinem (Sicherheits-) Update, was man sich wirklich auf den Rechner holt und ob vielleicht ein Trojaner (Schnüffelprogramm) dabei ist. 
  • Trojaner lesen mit, bevor überhaupt verschlüsselt wird.
Ich kann nicht beurteilen, welche Auswirkungen die immerhin bekannte Mitarbeit der NSA an der Internetstandardisierung, an einer Sicherheitserweiterung des Linux-Kernels und den Sicherheitsfunktionen von Google's Android-System hat, und ob dadurch Verschlüsselung zur Gewährleistung von Privatsphäre sowieso zwecklos geworden ist.

Wenn es um Leben oder Tod, um Existenz oder Pleite geht, sollte man sich meiner Einschätzung nach lieber nicht auf E-Mail-Verschlüsselung verlassen.

Die Frage ist, was bleibt: persönliche Botengänge?


PS:
Von manchen Experten und Journalisten (so auch im Artikel "Der Jedermann-Code") wird Verschlüsselung empfohlen, um Kriminellen, Industriespionen und Geheimdiensten das Ausspionieren bzw. Überwachen schwer zu machen, in der Hoffnung, die sähen dann ein, dass es sich nicht lohnt, ständig das ganze Internet zu belauschen.
Das halte ich ehrlich gesagt für naiv - und für freundliche Werbung für die interviewten Kryptografen. Meiner Meinung nach wird es die Spione und Überwacher (bzw. deren Entwickler) nur anspornen, sich zu verbessern. Man sollte sich als Anwender lieber bewusst sein, dass alles, was man im Internet, oder in Anwesenheit eines mit Strom versorgten Rechners (der gelegentlich Kontakt zu anderen Rechnern oder Datenträgern hat), oder in Anwesenheit eines Smartphones im Raum tut, ausspioniert werden kann.
Ich glaube, dass es internationale Vereinbarungen geben muss und dass gleichzeitig durch Hardware-/Software-Strukturmaßnahmen dafür gesorgt werden muss, dass Internetunternehmen anderer Länder deutsche/europäische Daten in Deutschland/Europa routen und auf Servern speichern müssen (wo das für die Dienstleistung notwendig ist) und unsere Daten nach unseren Gesetzen behandelt werden müssen. Mag sein, dass das auch naiv ist, aber ich sehe keine andere Möglichkeit, damit das Internet nicht zu dem Überwachungsmonstrum wird, das sich möglicherweise manche von Anfang an gewünscht haben - was wir vor lauter blindem Idealismus nur zu dumm waren zu erkennen.

Quellen und Interessantes 

E-Mails so vertraulich wie Postkarten? Schön wär's!

Unverschlüsselte E-Mails seien so sicher wie Postkarten, heißt es in letzter Zeit oft. Wer sie benutze, brauche sich über Überwachung und Verletzung seiner Privatsphäre nicht wundern. Aber stimmt das?

E-Mail-VerschlüsselungNach den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden bezüglich der Aktivitäten der amerikanischen und britischen Geheimdienste National Security Agency (NSA) und Government Communications Headquarters (GCHQ), heißt es von manchen Seiten lapidar, unverschlüsselte E-Mails seien schon immer nur so sicher wie Postkarten gewesen. Und wer die beiden - Postkarte oder unverschlüsselte E-Mail - benutze, habe mehr oder weniger selbst Schuld, wenn er oder sie ausspioniert würde.

Wer seine Privatsphäre vor Kriminellen, Geheimdiensten und anderen im Internet schützen wolle, müsse eben E-Mails verschlüsseln - empfahl auch der Minister, der ein Supergrundrecht erfand, statt sich für den Schutz unserer tatsächlichen Grundrechte stark zu machen.

Abgesehen davon, dass man auch bei der Anwendung von Verschlüsselungstechniken nicht vor Ausspionierung und Überwachung sicher ist, fuchst mich diese Gleichsetzung von unverschlüsselten E-Mails mit Postkarten und der gleichzeitigen Unterstellung, beider Verwendung sei schon immer leichtsinnig bis dumm gewesen.

Von wem konnten denn Postkarten vor der Digitalisierung gelesen werden? Vom Briefkastenleerer, dem Sortierpersonal bei der Post, dem eigenen Briefträger und dem eigenen Müllmann - die ja alle nichts Besseres zu tun hatten, als unsere Postkarten zu lesen, die man oft selbst nicht entziffern konnte. Schon der neugierige Nachbar, ein Privatdetektiv, die Mafia oder ein Geheimdienst hätten eine gewisse kriminelle/spezielle Energie aufwenden müssen, um die Postkarten aus dem Briefkasten zu fischen und zu lesen - und er oder sie hätte nicht gewusst, von wem sie kommen, weil Postkarten üblicherweise keinen Absender enthalten. Und der einzige zusätzliche Schritt, den verschlossene Briefe gegenüber Postkarten nötig machen, ist, dass man Briefumschläge über Wasserdampf öffnen und nach dem Lesen wieder verschließen muss.

Wenn unverschlüsselte E-Mails so sicher wie Postkarten wären, dann wären sie für die normale Alltagskommunikation bei uns ausreichend privat! Zumindest wenn man davon ausgeht, dass (bis jetzt nach meinem Kenntnisstand in Deutschland) auch moderne Postsortiermaschinen nicht heimlich Daten speichern und irgendjemandem gewollt oder ungewollt zugänglich machen, der sie dann mit Algorithmen durchsucht. Spione interessieren sich nicht für Postkarten, sagt auch Peter Welchering in seinem Artikel "Die digitale Tarnkappe - eine Bauanleitung" dem Sinn nach (alle Quellen und Links unten).

Anders sieht das bei Informationen in digitaler Form, wie beispielsweise bei E-Mails, aus. Es war zwar immer klar, dass jemand mit den nötigen Kenntnissen und der notwendigen kriminellen/speziellen Energie theoretisch fremde Datenströme und E-Mails auslesen kann. Doch warum sollte das jemand tun? Als normaler Bürger musste man sich bisher keine Sorgen machen, dass Postkarten ausgelesen, als Daten gespeichert und diese nach Begriffen und Mustern durchsucht werden würden. Man geriet nicht in den Fokus von Fahndern, wenn man eine Postkarte erhielt, auf der zufällig ein Wort verwendet wurde, das ein Terrorist als Codewort benutzt hatte, dessen Cousine ein Meerschweinchen mit dem gleichen Namen wie das eigene hat. Postkarten zu versenden oder zu erhalten, war ziemlich ungefährlich, außer man schrieb in Leuchtschrift darauf: "Die PIN für mein Bankkonto Nr. 123456 beim Kreditinstitut in Kleinkleckersdorf lautet 98165432".

Für die meisten von uns war es daher überraschend, dank Edward Snowden zu erfahren, dass unsere E-Mails und andere (Internet-) Aktivitäten mehr oder weniger flächendeckend von Nachrichtendiensten befreundeter Staaten ausgelesen, gespeichert und mit Algorithmen ausgewertet werden, und dass unsere Regierung das offensichtlich in Ordnung findet und die Hände in den Schoß legt, weil es ja nicht in Deutschland, sondern auf Servern im Ausland passiert. Endlich kein Ärger mehr mit der Vorratsdatenspeicherung, denkt sich vielleicht der ein oder andere Politiker, da man sich die Hände ja nicht selbst schmutzig machen muss. 

Die empfohlene E-Mail-Verschlüsselung ändert nichts daran, dass unser Recht auf Privatsphäre ausgehebelt wird, ganz abgesehen davon, dass angesichts der ganzen Überwachungswut und -duldung auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, die Pressefreiheit und die Souveränität der Bundesrepublik Deutschland in Gefahr sind.

Die Empfehlung, E-Mails zu verschlüsseln, wiegt nur in falscher Sicherheit, denn
  • Verschlüsselungen können geknackt werden.
    Manche Verschlüsselungen sind bereits entschlüsselbar und wir wissen es nur nicht, bei anderen ist es nur eine Frage der Zeit. 
  • Trojaner, die leicht über Software auf den Rechner gelangen können, lesen mit, bevor verschlüsselt wird. 
  • Amerikanische Unternehmen können von ihren Behörden zur Herausgabe geheimer Schlüssel gezwungen werden (wenn sie nicht sowieso mit ihnen kooperieren (müssen)). 
Abgesehen davon, dass man mit der Verschlüsselung nur die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Für mich stellt sich bei dem Thema vor allem die Vertrauensfrage: Soll man wirklich glauben, dass das Internet für unsere Regierung ein Neuland ist oder freut sie sich über die vom deutschen Gesetz freie Zone, in der man die Daten der eigenen Bürger von Dritten sammeln, auf Vorrat speichern und auswerten lassen kann?

Quellen und Interessantes 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Plausible Deniability - glaubhafte Abstreitbarkeit

Zum ersten Mal habe ich von dem Begriff "Plausible Deniability" im Presseclub "Vorsicht Freund hört mit" am 7. Juli 2013 gehört, bei dem es um die intensiven Abhöraktivitäten von Geheimdiensten wie der National Security Agency (NSA) und der Government Communications Headquarters (GCHQ) sowie weitere Offenlegungen, die wir dem Whistleblower Edward Snowden zu verdanken haben, ging.

"Plausible Deniability" sei ein Konzept, das die plausible Leugbarkeit ermöglicht. Nein, ich kannte Prism nicht, kann man beispielsweise sagen, wenn einem der Projektname Prism wohlweislich nicht mitgeteilt wurde. Das bedeutet jedoch nicht, dass man nichts von einer flächendeckenden Ausspionierung von Daten wusste oder von dem, was der ausländische Geheimdienst sonst so tat. Es wurde vielleicht in Gesprächen ein anderer Name, z. B. ein Codename, verwendet, oder man fragte bewusst nicht nach, um sich später in eine Wolke der Unwissenheit hüllen zu können.

Als ich recherchierte, stellte ich fest, dass "Plausible Deniability" tatsächlich gar nichts Neues ist, bei Wikipedia gibt es längliche Ausführungen zur "Glaubhaften Abstreitbarket". "Plausible Deniability" ist ein Konzept der "Spurenvermeidung" in der Politik, die in den USA in den 1950er Jahren entwickelt wurde: Führungsstrukturen und Befehlsketten werden so gestaltet, dass sie bei Bedarf gut abgestritten werden können, so dass beispielsweise ein Politiker nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.

Wenn ich nun lese, dass die Kanzlerin bei Fragen der Wochenzeitung DIE ZEIT zum Thema Prism gesagt habe, sie habe vom US-Spionageprogramm "durch die aktuelle Berichterstattung Kenntnis genommen" und auf die Verantwortung des Kanzleramtsministers für Geheimdienste hinweist, erinnerte das doch unwillkürlich an das Konzept "Plausible Deniability" und irgendwie auch an Bill Clinton's "I did not have sexual relations with that woman". Hat sie möglicherweise nur den Namen Prism nicht gekannt?

Wenn ich desweiteren lese, dass Bundesinnenminister Friedrich sich dahingehend äußert, dass das deutsche Rechtssystem nicht betroffen sei, wenn Datenströme über ausländische Server laufen und die Daten deutscher Bürger und Unternehmen außerhalb von deutschem Boden ausspioniert werden, dann sieht er offensichtlich nicht den Gesprächsbedarf mit ausländischen Regierungen zu eben diesem international zu behandelnden Thema, nicht den Diskussionsbedarf mit eigenen Bürgern und nicht die Notwendigkeit, Bürger-/Menschenrechte, Wirtschaft (Stichwort Industriespionage) und Demokratie zu schützen. Die öffentlich geäußerte Empörung der amtierenden Regierungspolitiker anlässlich der Offenlegungen von Edward Snowden beziehen sich meines Wissens nur auf die verwanzten Botschaften und EU-Gebäude, nicht auf die Ausspionierung der ganz normalen Menschen.

Das ist nicht gut. Die zunehmende Digitalisierung schafft immer neue Möglichkeiten, uns zu überwachen. Es darf aber nicht sein, dass das angebliche "Neuland" zum rechtsfreien Raum für die Politik wird, die die Verantwortung abschiebt, weil Verbindungen und Server außerhalb von deutschem Boden liegen und fremde Geheimdienste die Drecksarbeit erledigen, während man selbst seine Hände in Unschuld wäscht. Unsere Regierung muss offenlegen, was sie wann wusste und billigend in Kauf nahm. Wir müssen sicher sein, dass nicht mit Hilfe von Digitalisierung, länderübergreifenden Netzen und "Plausible Deniability" mal eben Bürger- und Menschenrechte und die Demokratie ausgehebelt werden können.
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Quellen und weiterführende Informationen

Mittwoch, 10. Juli 2013

XING: Mitgliederprofil wird erneuert

Man darf gespannt sein: XING, das soziale Netzwerk für berufliche und private Kontakte mit über 13 Millionen Mitgliedern, kündigt eine Rundumerneuerung des Mitgliederprofils an.

Was mich an sozialen Netzwerken nervt, sind die Umstellungen. Schon wieder, denke ich, weil ich den Zeitaufwand sehe, den mich diese Umstellung kosten wird. Besonders lästig finde ich in diesem Zusammenhang Facebook und Google+. Gerade hat man alles schön neu gestaltet, neue Bilder hochgeladen, die Vorstellungstexte überarbeitet, die Privatsphäre-Einstellungen angepasst usw., kommt schon das nächste Update, Bilder und Spalten werden größer oder kleiner, Reiter und Darstellungsmöglichkeiten werden eingeführt oder abgeschafft, und schon muss man (als Profi mit mehreren Pages) wieder viele Stunden Arbeitszeit investieren.

XING ist in der Hinsicht bisher weniger nervig gewesen und so sehe ich dem Update des Mitgliederprofils zum zehnjährigen Jubiläum mit Spannung entgegen. Manche hatten XING nach dem Erfolg der großen amerikanischen Netzwerke Facebook, Twitter und Google+ ja schon völlig abgeschrieben, obwohl die stetig steigenden Mitgliederzahlen das Gegenteil sagen. Andere finden XING langweilig, weil es doch eher um professionelle Vernetzung geht. Doch oft muss man sich bei der Kritik an die eigene Nase fassen, man hat vielleicht - so wie ich - irgendwann aufgehört, die dort gebotenen Möglichkeiten wie Foren und Veranstaltungen zu nutzen, weil einfach die Zeit nicht mehr für alle Netzwerke gereicht hat.

Da mir XING (früher OpenBC für Open Business Community) in einer Phase beruflicher Neuorientierung eine wichtige "Entscheidungsfindungs-Hilfe" und "Vernetzungs-Übungsplattform" war und weil mich über XING schon einige sehr gute Werbekunden und Auftraggeber gefunden haben, möchte ich XING nicht missen. Und wer weiß, vielleicht animiert mich das Update, mich dort wieder stärker einzubringen. Nach den jüngsten Geheimdienst-Skandalen und Whistleblower-Offenlegungen - z. B. sollen lt. Edward Snowden die Großkonzerne Google, Apple, Microsoft und Facebook dem amerikanischen Nachrichtendienst NSA direkten Zugriff auf das Back-End gegeben haben - will ich XING sowieso eine neue Chance geben. Vielleicht ist ein deutsches Unternehmen bei der Ausspionierung der Nutzer weniger kooperativ - allerdings ist mein Enthusiasmus in dieser Hinsicht nicht mehr allzu groß.

Das neu gestaltete XING-Mitgliederprofil soll wesentlich umfassendere und individuellere Möglichkeiten der professionellen Selbstdarstellung in frischem Design bieten, was besonders Freiberufler, Kreative, Studenten und viele andere Vernetzungswillige, Auftrag- und Jobsuchende freuen dürfte. Es soll u. a. auch die Möglichkeit bieten, Beiträge aus Foren und aus Twitter im Profil anzuzeigen. Auch die Jobsuche bzw. das Recruiting sollen vereinfacht werden, wobei genau konfiguriert werden können soll, wem das Interesse an einem Jobwechsel angezeigt wird und wem nicht.
Die Umstellung der 13 Millionen Mitglieder soll schrittweise erfolgen und mit dem heutigen Tag beginnen. Wer es nicht erwarten kann, bis es bei ihm/ihr losgeht, kann sich vorab registrieren.

Quellen und weiterführende Informationen 

Sonntag, 7. Juli 2013

Das Ende des Internets

Überwachung im Internet
Die Überwachung durch die
Geheimdienste hat das Vertrauen
ins Internet zerstört.
... wie wir es kannten oder glaubten, zu kennen.

Das Internet war für mich lange das Medium, das einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten würde - weil es die Kommunikation der Menschen untereinander fördert und damit zu mehr Mitgefühl, Verständnis und gegenseitiger Hilfe führen würde. Manche träum(t)en noch viel weiter als ich - von einer besseren Demokratie und sogar von ganz neuen Menschen dank Internet. Tatsächlich sind einige unserer Träume wahr geworden - manche Initiativen im Bildungsbereich, wie die MOOCs, haben meine Erwartungen sogar übertroffen.

Aber wie alles, hat auch das Medium Internet nicht nur gute Seiten, sondern auch "Abgase" - ungute Nebenwirkungen. Diese heißen z. B. Cyberkrieg, Cyberkriminalität, Reduzierung des menschlichen Nutzers auf ein gläsernes, manipulier- und ausbeutbares Marketingobjekt und einiges Schreckliche mehr.

Nun ist durch die Aufklärungsarbeit von Edward Snowden (hätte er einen Presseausweis, wäre er ein investigativer Journalist) noch eine weitere, besonders hässliche Seite ans Tageslicht geholt worden, von der wir Bürger nichts wussten oder zumindest nicht das Ausmaß kannten: Praktisch jegliche Kommunikation und jeder Datenstrom im Internet wird von Geheimdiensten wie NSA, GCHQ und anderen durchforstet und je nach Geheimdienst ganz oder teilweise gespeichert. Traurig auch in dem Zusammenhang die Offenlegung des Whistleblowser Snowden, dass die amerikanischen Megaunternehmen Google, Facebook, Apple und Microsoft der NSA direkten Zugriff aufs Back-End gegeben haben - ohne ihre Nutzer darüber zu informieren.

Zusammenarbeit mit NSA und anderen ausländischen Geheimdiensten statt Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung?

Wenn unsere Regierung so ahnungslos war, wie sie jetzt tut, dann glänzt sie mit Inkompetenz. Dann müssen wir die Lachnummer Europas und der Welt sein: die dummen Deutschen mit ihrer Diskussion um Vorratsdatenspeicherung. Und wenn unsere Regierung davon gewusst und es geduldet hat bzw. diese ausländischen Geheimdienstaktivitäten sogar indirekt mitnutzt (und sich auf diesem Wege die lästige Diskussion mit den eigenen Bürgern über Vorratsdatenspeicherung u. Ä. erspart hat!?!), dann hat sie nicht nur aus den Protesten um ACTA nichts gelernt, sondern das Vertrauen der Bürger bewusst missbraucht.

Welche Konsequenzen werden NSAgate und all die aktuellen Überwachungs- und Abhörskandale haben?

Eine Regierung kann man in Deutschland abwählen oder zum Rücktritt zwingen und es liegt am Bürger, ob er das tut. Die nächste Wahl steht ja vor der Tür.

Aber was ist mit dem Internet - kann man diesem Medium jemals wieder trauen? Denn, selbst wenn sich verbindliche Regeln zwischen Staaten vereinbaren lassen, wie will man Geheimdienste (oder Nachahmer) kontrollieren? Gibt es noch einen Weg weg vom total überwachten Internet?

Im Moment stellen sich mir auch so pragmatische Fragen wie: Kann man noch E-Mails verwenden? Kann man noch über die Messenger-Funktionen sozialer Netzwerke kommunizieren?

Nicht, wenn es wichtig ist! So lautet derzeit die Antwort für Journalisten, die ihre Quellen schützen müssen. Selbst wenn man verschlüsselt - empfohlen wird Pretty Good Privacy (PGP) - ist nicht sicher, dass diese Verschlüsselungen in ein paar Jahren auch noch sicher sind. Und man kann natürlich davon ausgehen, dass gerade verschlüsselte E-Mails aus dem Datenstrom gefiltert und gespeichert werden. Und wie sicher ist der Informant dann? Es gibt Informationen, deren Brisanz verblasst nie.

Heute Mittag im Presseclub stellte in der anschließenden Diskussion ein Zuschauer die Frage, wie man als Whistleblower überhaupt noch Kontakt zu den Medien herstellen könne. Es wurde empfohlen, einen herkömmlichen Brief zu schreiben und darin ein persönliches Treffen zu verabreden!

Und was machen Unternehmen, die von ihrem Wissensvorsprung leben - z. B. Maschinenbauunternehmen? Selbst wenn die Geheimdienste nicht automatisch Interessantes aus Wirtschaft und Unternehmen an deren jeweilige nationale Unternehmen weiterleiten, so besteht immer die Gefahr, dass korrupte Geheimdienstmitarbeiter Wissen teuer verkaufen. Wie einfach man sich bei CIA und NSA einschleusen und an geheime Daten kommen kann, zeigt das Beispiel Edward Snowden.

Können also Unternehmen Wichtiges noch per E-Mail kommunizieren oder das Internet als Rechercheinstrument verwenden, wenn sie sicher sein wollen, dass sie nicht Opfer von Industriespionage werden? Nein, eigentlich nicht. Und was ist mit Cloud Computing? Das Vertrauen in die Cloud ist spätestens jetzt dahin.

Das Internet ist zurück beim Militär. Oder war es niemals weg?

Für mich ist das Internet, zu dem es sich in meiner Vorstellung hätte entwickeln können, nicht mehr realisierbar - wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen will: gerne. Auch "The Internet of Things" ist für mich inzwischen eine Horrorvorstellung, weil mich dann auch mein Kühlschrank, mein Staubsaug-Roboter und die Personenwaage ausspionieren und verpfeifen können.

Das Internet, wie es sich jetzt darstellt, gefällt mir in weiten Teilen nicht. Bei allem, was ich privat in einer E-Mail an Meinung äußere, denke ich daran, dass mitgehört und gespeichert wird. Wenn das Laden einer Seite oder das Versenden einer Mail etwas länger dauert, denke ich: Aha, jetzt hat sich ein Abhörprogramm aktiviert und eingeklinkt, um den Datenstrom zu den Filtern der NSA, des GCHQ oder des französischen Geheimdienstes zu lenken. Ich fühle mich bei allem, was ich tue, beobachtet - als säße jemand auf meiner Schulter und schaut, was ich wieder schreibe - dabei hatte ich mich doch für Homeoffice statt Gemeinschaftsbüro entschieden.

Ich mag Überwachung nicht - obwohl ich rein gar nichts zu verbergen habe, außer vielleicht meiner echten Haarfarbe.

Und wie wird es weitergehen? Die Digitalisierung ist schon weit fortgeschritten, doch haben wir Internetenthusiasten doch schon viel weiter nach vorne ins digitale Zeitalter geschaut. Und das würde viele aufregende Neuerungen und Vorteile bringen - wie jetzt noch klarer sein dürfte: nicht nur uns, sondern auch unseren Überwachern. Das Netz der Netze wird sich um uns herum zusammenziehen.

Aktuell wird vielleicht nur überwacht und gesammelt. Aber wie lange wird es dauern, bis das, was über Personen gesammelt wird, schon auf dem Weg von Dritten und Vierten manipuliert wird, oder aber später im Nachhinein verändert wird, um zu beweisen, was man gerade beweisen will.

Das Internet ist für mich am Ende, denn ich sehe nicht, wie man aus dieser Vertrauenskrise wieder herauskommen könnte. Die Geschichte des Internets begann beim Militär - nun haben sie es sich gewissermaßen zurückgeholt.

Vielleicht waren sie aber auch nie wirklich weg, und sie haben uns nur nicht beim Träumen gestört.

Quellen und weitere Informationen

Donnerstag, 4. Juli 2013

MOOCs - eine Erfolgsgeschichte

Im November 2011 berichtete ich "live" vom ersten Massive Open Online Course (MOOC), an dem ich teilnahm. Mein Online-Kurs "Introduction to Databases" war eines der drei Pilotprojekte der Stanford University. Und ich schrieb: Die Stanford University hat eine Bildungsoffensive gestartet. Dabei hatten sich damals erst 70.000 Teilnehmer angemeldet, später wurden es im Parallelkurs "Artificial Intelligence" 160.000!

Den Begriff MOOCs kannten die meisten von uns Teilnehmern damals nicht. In unserer Wahrnehmung waren das weltweit offene, kostenlose Online-Kurse einer Elite-Universität und die meisten von uns waren unheimlich dankbar, daran teilnehmen zu können. Sie boten eine spannende, neue Art des Lernens und die Möglichkeit, Dozenten und Lerninhalte einer weltweit bekannten Elite-Universität gleich neben Silicon Valley kennenzulernen. Für manche Teilnehmer aus abgelegenen Teilen der Welt war es die einzige Möglichkeit überhaupt, an hochwertige Bildung heranzukommen.

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Mit dem Experiment hat die Stanford University eine Lawine ins Rollen gebracht: Aus den Pilotprojekten heraus wurden zwei Start-ups ins Leben gerufen: Coursera und Udacity, zwei kommerzielle MOOCs-Lernplattformen, die für ihren Start Geldgeber gefunden hatten und sich im Weiteren über Fachkräftevermittlung finanzieren wollen. Bei Coursera bieten inzwischen 70 Universitäten aus aller Welt und andere Bildungseinrichtungen MOOCs zu vielen verschiedenen Themen an. Bei Udacity konzentriert man sich derzeit auf Naturwissenschaften und IT-Themen.

Eine weitere MOOCs-Plattform wurde von der Harvard University und dem dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) ins Leben gerufen: edX. Dieser nicht-kommerziellen MOOCs-Plattform haben sich bisher 26 weitere Universitäten und Bildungseinrichtungen angeschlossen.

Auch die Stanford University selbst bietet weiterhin ihre MOOCs über Coursera und andere MOOCs-Plattformen an. Außerdem arbeitet Stanford mit edX an der Entwicklung einer Open-Source-Online-Lernplattform zusammen.

MOOCs-Plattformen gibt es inzwischen nicht nur in den USA, sondern auch in Australien (Open2study), Deutschland (z. B. Iversity, openHPI und OpenCourseWorld) und in anderen Ländern.

Das Erfolgsgeheimnis der MOOCs

Zeit- und ortsunabhängiges Lernen gab es schon vor den MOOCs - das nannte sich z. B. webbasiertes Lernen. Oft stinklangweilig. Und für das Online-Lernen aufbereitete Kurse amerikanischer Elite-Universitäten lagen auch schon vorher öffentlich zugänglich auf deren Servern im Internet - auch da schon kostenlos. Auch nicht sooo reizvoll. Ich glaube, das Erfolgsgeheimnis der MOOCs liegt einerseits in dem großen Engagement der Dozenten und ihrer Assistenten (Mitarbeiter oder Studenten höherer Semester), die Bildungsschranken niederreißen, erstklassige Inhalte und tolle Technik Bildungshungrigen weltweit bieten wollen. Aber es liegt auch daran, dass man als Gruppe zusammen Etappe für Etappe, Hausaufgabe für Hausaufgabe, Prüfung für Prüfung bewältigt. Weiß man nicht weiter, geht man ins MOOC-Forum. Dort unterstützt man sich gegenseitig, freut sich oder leidet zusammen, und auch die Dozenten und deren Assistenten geben dort Tipps, in welche Richtung man denken sollte, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen.

Zwar ist beim MOOC grundsätzlich alles freiwillig und völlig flexibel, niemand ist gezwungen Hausaufgaben zu machen oder den ganzen Kurs zu absolvieren - tatsächlich wollen manche Teilnehmer nur ein bestimmtes Thema auffrischen oder etwas Spezielles dazulernen. Aber am meisten Spaß machen MOOCs, wenn man sich richtig auf sie einlässt. Die Vorlesungen schaut zwar jeder für sich alleine an und auch die Hausaufgaben macht man erst einmal alleine, aber zum Austauschen, Jammern und Feiern geht man ins Forum - so fühlt sich niemand isoliert, sondern als Teil einer großen Gemeinschaft.

MOOCs sind sowohl für Leute geeignet, die gerne in der Masse untergehen, als auch für solche, die sich vernetzen und mit anderen in engem Kontakt sein möchten. Und wer sich profilieren möchte, der kann das durch Können und besondere Hilfsbereitschaft in den Foren. Es liegt an jedem selbst, was man aus dem MOOC macht. Für die Anmeldung reichen schon Internetzugang und E-Mail-Adresse.

Das Erfolgsgeheimnis der MOOCs ist aber letztendlich die Dankbarkeit der Teilnehmer, die das Wort in die Welt tragen. Und die ist oft grenzenlos - wie der Zugang zu den oft exzellenten Kurse.

Pilotprojekt: Online-Master über eine MOOCs-Plattform

Bisher dauerten die MOOCs maximal ein Semester lang und sie waren kostenlos. 2014 startet das Georgia Institute of Technology in Zusammenarbeit mit Udacity und AT&T einen zweijährigen Online-Master-Studiengang, den Online Master of Science in Computer Science (OMS CS). Mit einem Preis von unter 7.000 US-Dollar kostet er nur einen Bruchteil dessen, was die On-Campus-Version des Kurses kostet (ca. 40.000 US-Dollar).

Weiterführende Informationen zu MOOCs:


Donnerstag, 13. Juni 2013

Twitter auf Website einbinden

Wäre es nicht schön, wenn Ihre Homepage- oder Blogbesucher Ihre Tweets beziehungsweise öffentliche Tweets Ihrer Wahl direkt auf einer Website - beispielsweise auf Ihrer Homepage, im Blog oder auf einer anderen Webseite Ihrer Domains - lesen könnten? Kein Problem, Twitter bietet Widgets, mit denen man eine Twitter-Box auf der Website integrieren kann.


Twitter-Tweets auf einer Webseite einbinden
Die Twitter-Box lässt sich nach Wunsch konfigurieren und kann
in jede Webseite eingebaut werden. Ich nutze sie auf meiner
Portalseite tinto.de, um dort meine neuesten Tweets anzuzeigen.
Eigentlich gibt es die Möglichkeit, eine Twitter-Box mit öffentlichen Tweets in die Website einzubinden, schon seit Langem, doch war die Funktion etwas versteckt. Jetzt wurde der Widget-Code von Twitter umgestellt, der Widget-Konfigurator erweitert und leichter auffindbar gemacht.

Twitter auf Website einbinden - Anleitung

So generieren Sie Ihr Widget:
  1. Gehen Sie auf die Twitter-Homepage  
  2. Loggen Sie sich mit ID und Passwort ein.
  3. Klicken Sie auf Ihr Porträtbild in der Symbolleiste oben rechts und wählen Sie in der Dropdown-Liste Einstellungen und Datenschutz
  4. Auf der Seite Account wählen Sie in der Navigation auf der linken Seite Widgets
  5. Klicken Sie auf Neu erstellen
  6. Nun öffnet sich der Widgets-Konfigurator.

    Widgets-Konfigurator für die Konfigurierung einer Benutzer-Timeline
  7. Über die Reiter unterhalb von Wähle eine Timeline-Quelle können Sie aussuchen, welche Art von Tweets Ihre Twitter-Box zeigen soll: 
    • Benutzer Timeline
      Tweets eines öffentlichen Accounts
    • Gefällt mir
      Tweets, die Sie als Favoriten gekennzeichnet haben 
    • Liste
      Tweets einer Liste, die Sie zuvor angelegt und denen Sie öffentliche Twitter-Accounts zugeordnet haben
    • Suchen
      Tweets, die mit einem definierten Hashtag-Begriff, z. B. #garten, gekennzeichnet wurden 
    • Sammlung
      Tweent einer Sammlung, die Sie zuvor angelegt haben.
  8. Die Konfigurierung ist weitgehend selbsterklärend.

    Beispiel Benutzer-Timeline: 
    1. Wählen Sie den Reiter Benutzer Timeline
    2. Auf der linken Seite können Sie Ihr Widget nun konfigurieren, auf der rechten Seite wird währenddessen eine Vorschau angezeigt. 
    3. Bei Nutzername können Sie Ihren eigenen oder einen anderen öffentlichen Twitter-Account angeben. 
    4. Bei Optionen können Sie wählen, ob Antworten auf Tweets auch eingeblendet und ob Bilder angezeigt werden sollen. 
    5. Bei Höhe geben Sie einen Wert von mindestens 200 ein, wenn Sie nicht den vorgegebenen Wert von 600 px beibehalten wollen. Die Breite muss nicht angegeben werden, da Twitter die Breite der Box automatisch an die Umgebung anpasst - sie ist jedoch mindestens 180 px breit. 
    6. Bei Thema können Sie zwischen Hell und Dunkel wählen. 
    7. Bei Linkfarbe können Sie eine Farbe auswählen, nachdem Sie in das Feld geklickt haben, und diese speichern. 
    8. Twitter für mich nicht anpassen aktivieren Sie mit einem Häkchen, wenn Sie nicht möchten, dass Ihnen Twitter Tweets einblendet aufgrund von Informationen, die der Dienst über Ihre Interessen und Verhalten gespeichert hat. 
    9. Klicken Sie auf Widget erstellen oder später beim Bearbeiten Änderungen speichern.
      Die Eingaben werden nun auf einem Twitter-Server gespeichert und rechts unten im Code-Feld Ihr Widget-Code eingeblendet. 
    10. Kopieren Sie den Code und fügen Sie ihn an der Stelle, an der Sie Twitter in die Website einbinden wollen, in den HTML-Code Ihrer Website/Homepage oder Ihres Blogs ein.

      Tipp:
      Zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten ("Client Side Options") werden auf der Seite für Twitter Entwickler beschrieben (Englisch).

Twitter auf Website einbinden - Anwendungsbeispiele

Ich habe eine Twitter-Box mit meinen letzten Tweets auf meiner tinto.de-Einstiegsseite und im Media Newsroom von evaschumann.biz eingebunden. Ob das auch bei Ihnen Sinn macht, hängt von der persönlichen Nutzung und vom Kommunikationskonzept ab.
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Ich verwende die verschiedenen Social-Media-Plattformen zu unterschiedlichen Zwecken:
  • Zum Diskutieren bevorzuge ich die Kommentarfunktionen von Blogs sowie die Kommunikationsmöglichkeiten bei Facebook und Googleplus.
  • In meiner Twitter-Timeline stelle ich vorwiegend neue Blogartikel und Informationswebseiten aus meinem eigenen "Internetreich" vor. Nur manchmal teile ich auch besonders Interessantes aus meinem Netzwerk auf Twitter - allerdings nur dann, wenn ich meine, dass diese Tweets nicht nur meine Twitter-Follower, sondern auch meine Webseiten-/Blogbesucher interessieren könnten, denn wie bereits erwähnt: Ich habe Twitter auf meiner tinto.de-Einstiegsseite und im Social Media Newsroom von evaschumann.biz eingebunden. So haben auch meine Webseiten- und Blogbesucher eine komfortable Möglichkeit, sich anhand der letzten Tweets über Neues in meinen Internetprojekten zu informieren.

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Montag, 3. Juni 2013

Fremdsprachen lernen - aus Gründen

Ricarda Essrich, meine Texttreff-Kollegin, hat heute Morgen zur Blogparade -> Fremdsprachen lernen geladen und seit dem kreisen meine Gedanken um das Thema, denn tatsächlich war und ist das Fremdsprachenlernen ein wichtiger Teil meines Lebens. 

Ich gebe es zu: Ich bin ein Weiterbildungs-Junkie. Ich liebe das Lernen und will nie damit aufhören. Aber das war nicht immer so. Erst nach dem absoluten Tiefpunkt meiner schulischen Laufbahn in den Teenagerjahren hatte ich eine Art Erleuchtung. Plötzlich fand ich nämlich Gründe zu lernen: Ich wollte beweisen, dass ich doch mehr zustande bringen konnte, als meine letzten Schulleistungen vermuten ließen; ich wollte einen anspruchsvolleren Beruf, als es mein erster Ausbildungsberuf war; ich wollte Studentin sein, denn Studieren fand ich jetzt "cool" (ich war Teenager). Diese und andere Gründe motivierten mich und trieben mich von da ab voran.

Ich begann also zu lernen, weil ich Gründe hatte - im Gegensatz zu vorher, als ich ohne Nachdenken von der Grundschule ins Gymnasium gestolpert war und irgendwann das Interesse am Lernen verloren hatte.

Fremdsprachen lernen - für die Kommunikation mit der großen weiten Welt

Und so erging es mir auch mit dem Fremdsprachen lernen: In der Schule habe ich mich nicht besonders dafür interessiert, Fremdsprachen zu lernen, obwohl auf dem neusprachlichen Gymnasium Englisch, Französisch und Latein reichlich im Stundenplan vertreten waren. Aber nach meinem Tiefpunkt fand ich plötzlich Gründe - besonders dafür, Englisch zu lernen: Ich wollte viel von der Welt sehen und ich wollte so sein wie einige Menschen, die ich beobachtet hatte, wie sie sich lässig in einer Fremdsprache unterhalten konnten.

Ich überlegte also, wie ich mein bisheriges Schulenglisch verbessern konnte, und fand einige Möglichkeiten, die nicht mal Geld kosteten - das ich als Azubi ja nicht hatte. So vertiefte ich mich z. B. in meine alten Sprachenlern-Romane aus der Schulzeit ("The Hound of the Baskervilles" etc.), ging an meines Vaters Regal und fand "Ivanhoe" (schweeeere Lesekost in der Originalsprache - ich glaube nicht, dass mein Vater das lesen konnte, und frage mich heute, wieso und woher er das hatte), lernte Vokabeln (Grundwortschatz Seite für Seite) und machte Grammatikübungen (Grammatik-Übungsbuch) in der S-Bahn von und zur Arbeit.

Dann begann die Zeit meiner eigenen Reisen (in den Schulferien, Semesterferien) und Auslandsaufenthalte. Und wo ich auch war, las ich Romane in Englisch, die in dem jeweiligen Land spielten, und versuchte möglichst oft mit Einheimischen und anderen Reisenden in Englisch zu sprechen.

Später hatte ich andere Gründe, an meinem Englisch zu feilen: weil ich während und nach meinem Gartenbaustudium Fachliteratur in anderen Sprachen verstehen wollte; weil ich - nach weiteren Berufswechseln - einen Job als Technische Redakteurin für Mobilfunknetze bekommen hatte und ich technisches Englisch schreiben können musste; und weil in den internationalen Projektteam-Meetings, in denen ich meine Abteilung vertrat, Englisch gesprochen wurde und ich Einfluss nehmen und gut rüberkommen wollte/musste. Also las ich Fachzeitungen in Englisch, Ratgeberbücher für Englisch im Berufsalltag (Englischer Schriftverkehr, Englisch telefonieren etc.) schaute englischsprachiges TV und bis heute schaue ich auch immer mal wieder gerne Telekolleg Englisch an.

Und als sich die Möglichkeit bot, erfüllte ich mir noch einen Traum: an einer Elite-Uni englischsprachig studieren. Ich belegte zunächst einen IT-Semesterkurs mit Online-Vorlesungen, -Seminaren und -Projekten an der Harvard University Extension School, später nahm ich an mehreren MOOCs (Massive Open Online Courses - kostenlose Online-Kurse auf Universitätsniveau für jeden) teil. Zum einen ermöglichte mein bisheriges Fremdsprachen lernen die Teilnahme, zum anderen trainierte ich durch die Teilnahme an den Kursen meine Fremdsprachenkenntnisse.

Bis heute lese ich viel in Englisch, vor allem unterhaltende Romane genieße ich am liebsten in Englisch - die Wörter, die ich nicht kenne, füllt mein Gehirn inzwischen automatisch ein (sicher stimmen die nicht immer, aber wen stört's). Manchmal lese ich mir auch selbst aus englischen Büchern laut vor, damit ich mit dem Klang meiner Stimme in Englisch vertraut bleibe und um das flüssige Sprechen zu trainieren.

Was mir half, das Fremdsprachenlernen überhaupt anzupacken, war, dass ich schon als Kind mit meiner Familie öfter im Ausland war und dabei gelernt habe, dass es freundlich ist, Einheimische in ihrer Sprache anzusprechen und dass es einem nicht peinlich sein muss, wenn man dabei Fehler macht.

Ohne persönliche Motivation ist alles nichts

Es gibt viele Methoden, Fremdsprachen zu lernen. Manche machen mehr Spaß als andere, manche bringen schneller Erfolg als andere. Doch ich finde, persönlich motivierende Gründe dafür zu haben, eine oder mehrere Fremdsprachen zu lernen, ist noch wichtiger als alle Methoden! Die Begeisterung treibt einen dann von alleine vorwärts. Ich lerne jedenfalls weiter, denn ich weiß, warum.

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Freitag, 5. April 2013

Senioren in sozialen Netzwerken

Gestern kam die Nachricht, dass Facebook - zumindest in Deutschland und in den USA - veraltet. Weil die Jungen abwandern und nur die Gruppe der älteren Nutzer noch wächst. Heute widmet sich "Surfer haben Rechte" dem Thema Soziale Netzwerke für Senioren. Fast jeder Dritte über 65 nutzt nämlich das Internet und 41 Prozent der Senioren ab 65 mit Internetzugang sind in sozialen Netzwerken aktiv, sagt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom).

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50plus-Treff

Auch die "Silver Surfer", wie die älteren Internet-Nutzer und Senioren manchmal genannt werden, sind nicht nur auf Facebook aktiv, sondern oft in sozialen Netzwerken speziell für Ältere, Generation 50plus bzw. Senioren (65plus), z. B. bei Seniorentreff, Seniorbook oder Platinnetz.

Während Facebook den Senioren bei der Vernetzung mit der Familie, Freunden und mit Gleichgesinnten über bestimmte Interessen hilft, finden sie in speziellen sozialen Netzwerken für Senioren auf sie zugeschnittene Informationen zu Themen des Alltags und des Alters sowie den Erfahrungsaustausch mit Menschen gleichen Alters.

Genauso wenig, wie die Menschen im Internet alle einer einheitlichen Meinung sind (es gibt keine "Netzgemeinde" im Sinne einer politischen Einheit - auch wenn selbst ernannte Vertreter gerne so tun), so verschieden sind auch die Senioren in sozialen Netzwerken, z. B.: Während die einen vor allem neue Kontakte für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Freizeitaktivitäten suchen, träumen andere von einer neuen Liebe.

Quellen

Sonntag, 13. Januar 2013

Social-Media-Analyse: Facebook, Google+, Twitter & Co. bringen kaum Webseitenbesucher

Meine Social-Media-Analyse der letzten 12 Monate zeichnet ein noch trüberes Bild, als die Social-Media-Analyse, die ich Ende August 2012 veröffentlicht habe: Es fanden - im Vergleich zu anderen Traffic-Quellen - nur wenige Besucher über Facebook, Google+, Twitter und Pinterest zu meinen Webseiten und Blogartikeln - jedenfalls auf dem direkten Weg. Wie ist das bei anderen?

Ich habe Webseiten und Blogs zu ganz unterschiedlichen Themen - von Verbraucherthemen wie Garten oder Geld bis zu netzpolitischen und Kommunikationsthemen wie in diesem Blog. Ich wollte wissen, wie viele Besuche meiner Webseiten und Blogartikel über Verlinkungen in Social Media zustande kamen (Traffic-Analyse).

Für Webanalysen meiner eigenen Domains (Verbraucherthemen, überwiegend statische Webseiten, seit 1998 gewachsen) nutze ich Google Analytics (IP-Adressen anonymisiert).

In Google Analytics ist eine beschränkte Social-Media-Analyse enthalten, mit der man Social-Media als Traffic-Quelle für Websites und/oder Blogs untersuchen kann: Über Besucherquellen -> Soziale Netzwerke -> Netzwerkverweise erhält man eine Liste mit den sozialen Netzwerken (Facebook, Google+, Blogger, Twitter, Pinterest etc.) und der jeweiligen Anzahl der Besuche, die über sie zustande kamen. (Google Analytics wertet dabei auch Blogger, also seine eigene Plattform für Blogs, mit deren Hilfe auch dieser Blog existiert, als soziales Netzwerk.) Klickt man auf den Namen einer Social-Media-Plattform in der Liste, so erhält man eine Aufstellung der einzelnen Verweise (Links) und die dazugehörende Zahl der Besuche.

Meine Ergebnisse für die vergangenen 12 Monate:

Besucherquellen bei Verbraucherthemen (tinto und tinto-Projekte)

  • 74,43 Prozent der Besuche von tinto und tinto-Projekten kommen über eine Suche auf meine Webseiten (bzw. einige wenige Blogartikel, die in dieser Statistik enthalten sind)
    - davon 93,57 Prozent über die Google-Suche, 2,22 Prozent über Bing und 1,33 Prozent über Yahoo, 
  • 16,54 Prozent kommen über Verweise (Verlinkungen)
    Hierin sind auch die Verweise von den Social-Media-Plattformen zu meinen Webseiten enthalten. 
  • 9,03 Prozent kommen direkt - die Besucher kennen also die entsprechende URL.

Besuche, die durch Verweise von Social-Media-Plattformen (soziale Netzwerke) auf meine Webseiten zustande kamen:

1,07 Prozent der Besuche kamen durch Links von Social-Media-Plattformen (ohne Blogger) zu tinto und tinto-Projekten.

Bezogen auf die Gesamtzahl der Besuche ergibt sich folgendes Bild:
  • 0,7 Prozent der tinto-Besuche kamen durch Links von Facebook, 
  • 0,22 Prozent der Besuche über Google+, 
  • 0,08 Prozent durch Twitter und 
  • 0,01 Prozent durch Pinterest.
Besucherquellen für tinto und tinto-Projekte
Soziale Netzwerke sind bei tinto und den tinto-Projekten (fast ausschließlich statische Webseiten) im Vergleich zur Google-Suche oder den direkten Zugriffen als Traffic-Quelle fast bedeutungslos - jedenfalls auf den ersten Blick.

Besucherquellen dieses Kommunikationsthemen-Blogs

Zu den Themen dieses Blogs gehören Social Media, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Netzpolitisches und andere Themen. In diesen Blog habe ich Google Analytics nicht eingebaut und daher nur eine rudimentärere Blogstatistik. Doch kann ich ersehen, dass hier immerhin fast 5 Prozent der Besuche über Verweise bei Google+ zustande kommen und 1,07 Prozent über Links bei Facebook.

Auch bei meinen Themenblogs wie gartensaison-gartentipps.blogspot.com oder beste-geldanlage.blogspot.com spielen Social Media eine größere Rolle als oben bei den überwiegend statischen Webseiten von tinto und tinto-Projekten.

Wie ist meine Social-Media-Analyse zu bewerten?

Meine kleine Social-Media-Analyse, eigentlich eine Traffic-Quellen-Untersuchung, ist natürlich nur ein winziger Bruchteil dessen, was alles zu einer Bewertung von Social Media für einen Freiberufler oder ein Unternehmen gehören würde.

Als Besucherquelle für meine tinto-Verbraucherthemen-Webseiten haben die Social-Media-Plattformen nicht wirklich überzeugt - von den verschiedenen Social-Media-Plattformen schnitt hier Facebook noch am besten ab. Allerdings sind die Zahlen relativ - d. h. es kann auch sein, dass, weil die Suche als Besucherquelle so erfolgreich ist, Social Media nur im Vergleich dazu schwach ist. Ich kann auf jeden Fall große Unterschiede zwischen verschiedenen Themen feststellen. Zum Beispiel: Während ich mich mit dem Thema Garten bei Facebook gut vernetzen konnte, klappt das beim Thema Geld nicht so gut - auch weil meine Ansprüche da sehr hoch sind, da ich Verbraucher aufklären möchte und nicht mit Zockerplattformen kooperieren möchte.

Im Vergleich zu den statischen Themenseiten spielen auch bei meinen Themenblogs die sozialen Netzwerke eine größere Rolle als Besucherbringer.

Auffällig ist, dass Google+ bei meinen Artikeln über Urheberrecht, Social Media und Kommunikationsthemen wesentlich wichtiger zu sein scheint als Facebook. Allerdings sollte man in diesen Vergleich nicht zu viel hineinlesen, denn ich verhalte mich in den verschiedenen sozialen Netzwerken und zu den verschiedenen Themen nicht identisch. Doch passt zu dieser Beobachtung, wie rege bei der Einführung von Communities bei Google+ der Zulauf bei Online-Marketingthemen war (wozu auch Social Media Management und Suchmaschinenoptimierung gehören) und wie schwach bei normalen Verbraucherthemen.

Interpretationsmöglichkeiten für meine Ergebnisse gibt es viele - vom Zweifel an meiner persönlichen Social-Media-Strategie bis zum Zweifel an Social Media als geeignete Besucherquelle für Websites und Blogs.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass erstens die Zahlen relativ sind und zweitens, dass Social Media nicht hauptsächlich dazu da sind, Besucher auf Webseiten und Blogs zu holen, sondern zur Kommunikation - von der freundschaftlichen und/oder beruflichen Vernetzung bis zu Kundenservice und Unternehmenskommunikation.

Darüber hinaus bewerten Suchmaschinen - so weit man über die Algorithmen weiß - auch die Aktivitäten von Autoren in Social Media, so dass diese zu einer besseren Platzierung von deren Artikeln in den Suchergebnissen führen können, was dann über Umwege auch zu mehr Besuchern führt - genauso wie auch die Vernetzung in Social Media zu einer Verlinkung durch andere Teilnehmer führen kann, was sich natürlich auch auf die Besucherzahlen auswirken würde.

Mich interessiert, ob andere Blogger und Webseitenbetreiber ähnliche Beobachtungen gemacht habt oder ob ich mit meinen Zahlen eine Ausnahme von einer ganz anderen Regel bin.