Montag, 14. Mai 2018

DIY: Notebook-Tastatur austauschen ist beim Acer Aspire 7745G wirklich einfach.

Manchmal hat man ja auch Glück - ich beispielsweise mit meinem alten Notebook, einem Acer Aspire 7745G. Nach ein bisschen Nachforschen fand ich heraus, dass bei diesem Notebook die Tastatur mit nur wenigen Handgriffen ausgetauscht werden und die Ersatztastatur sogar vom Originalhersteller zu einem bezahlbaren Preis bezogen werden kann. Ich bin eigentlich weniger die Computer-Schrauberin als die Softwarenutzer- und testerin, aber das habe ich geschafft!

Die Tastatur ist ausgetauscht. Benötigt habe ich dafür eine Lupe und einen schmalen Schraubenzieher.
-> Gleich zur Anleitung ohne Vorgeplänkel

Von Anfang an

Eigentlich sollte ich mein 17" Notebook schon lange ersetzt haben - nicht nur, weil einige Keyboard-Tasten im Laufe der Zeit klemmten oder vom Staubsauger gefressen worden waren, sondern vor allem, weil es manche Aufgaben nicht mehr ausführen kann, ohne heiß zu laufen und mir wütend den weißen Bildschirm zu zeigen. Andererseits gibt es Gründe, zu warten - nicht nur, dass es schön aussieht und der Bildschirm breit genug ist, dass man Dokumente nebeneinander stellen kann ...

Als ich das Acer Aspire 7745G 2011 kaufte, war es ein Mittelklassegerät, mit dem ich damals meine Wünsche an Softwarenutzung erfüllen konnte. Sogar meine ersten, sehr kurzen und einfachen Anleitungsvideos habe ich auf ihm geschnitten - aber da begann es schon mal zu glühen oder sich abzuschalten. Zu schätzen wusste ich an dem Gerät auch, dass man den Akku mit einem Handgriff austauschen konnte, was den Einsatz von Zweitakkus ermöglichte (vor den Powerbanks ein wichtiges Feature).

Inzwischen benötigen aber viele Softwareprogramme und sogar die normale Internetnutzung so viel Arbeitsspeicher, dass ich mein Notebook heute ins unterste Niveau einstufen muss. Outlook, Word und PSPad laufen zwar noch - aber nur, solange ich nicht zusätzlich mehrere Browser zum Recherchieren und Posten in sozialen Netzwerken öffne. Aber vor allem moderne Entwicklungsumgebungen für meine Programmierübungen und Programme zur Big-Data-Auswertung oder zum Videoerstellen/-bearbeiten mag es überhaupt nicht, dabei würde ich gerne mehr Versuche zur Content-Erstellung über verschiedene Kanäle machen, besonders Videos für YouTube und Instagram, und mich auch informatikmäßig weiterbilden können.

Da die Kosten für ein neues 17" Notebook, das meine Leistungsansprüche erfüllt, recht hoch sind, wollte ich - in der Hoffnung auf bis dahin günstigere Preise - noch wenigstens bis zum nächsten Herbst warten. Aber dann machte mir beinahe die alte Tastatur einen Strich durch die Rechnung: Ohne die Haupt-Entertaste lebte ich schon eine ganze Weile - der angeklebte Nippel tat es auch. Auch die Phase, in der das Notebook ständig Ks schrieb und sogar nachts aufwachte und Ks schrieb, bis ein Fehleralarm kam und mich aufweckte, habe ich durchgestanden. Als dann das gleiche noch einmal mit Ns kam, wurden die Nerven schon dünner. Aber als mich dann auch noch das E verließ, war das Maß voll. Ich brauchte eine Lösung, bevor mein neuestes Buchmanuskript vom Lektorat zurückkam.

Nach 7 Jahren hatte die alte Tastatur schon einige Federn gelassen - Tasten waren entweder nicht mehr beschriftet, waren ganz fort und durch angeklebte Nippel ersetzt worden oder klemmten.

Ein Freund schlug vor, eine externe Tastatur anzuschließen, was mich darauf brachte, zu recherchieren, ob man bei meinem Notebook die Tastatur vielleicht selbst austauschen könnte (mein Notebook zwecks Reparatur irgendwo hinzuschicken, käme für mich nicht infrage, eher lerne ich wirklich die Computer-Schrauberei).

Vor allem bei YouTube fand ich viele Anleitungen zum Austauschen einzelner Tasten und ganzer Tastaturen. Bei einer ganzen Reihe Notebooks muss man tatsächlich unten den Boden öffnen, dann nach und nach die "inneren Organe" im Rechner abstecken und herausnehmen, bis man schließlich auf die Tastatur trifft, die man dann auswechseln kann. Das wäre für mich der Worst Case - denn welcher Laie weiß denn hinterher beim Zusammenbau noch, wo welches Bauteil, welcher Stecker, welche Schraube hingehörte.

Aber dann fand ich Anleitungen, die genau auf mein Notebook zu passen schienen - denn tatsächlich schauen bei mir nicht die Tasten einzeln aus einer durchgehenden Oberseite heraus, sondern die Tastatur ist als ein ganzer Block in eine Aussparung der Abdeckung eingebettet - was mir bis dahin nie aufgefallen war. Und wenn man genau hinsieht (ich sehe das nur mit Lupe), sind da nur ein paar kleine unscheinbare Klemmen, die die Tastatur an ihrem Platz halten.

Diese kleinen Klemmen am oberen Rand und den Seitenrändern halten die Tastatur an meinem Acer Aspire 7745G an ihrem Platz.
Also habe ich mir eine Acer-Ersatztastatur* für ca. 28 Euro inklusive Versand bestellt und die Tastatur dann wie folgt ausgetauscht.

Anleitung, wie man die Tastatur beim Acer Aspire 7745G austauschen kann

(frei nach How to install Fix Repair Replace Keyboard on Acer Aspire Laptop" von RubberWilbur und anderen Videoanleitungen sowie ohne jede Gewähr meinerseits - auch wenn es bei mir gut funktioniert hat.)

Hinweis: Bei dem Tastaturaustausch sitze ich vor dem aufgeklappten Notebook - so, als ob ich daran arbeiten möchte.
  1. Als erstes habe ich die neue Tastatur ausgepackt und zusammen mit einer Lupe und einem schmalen Schraubenzieher griffbereit neben mich auf den Arbeitstisch gelegt.
  2. Dann habe ich das Notebook heruntergefahren, es von der Stromzufuhr getrennt und den Akku herausgenommen!
  3. Dann erst habe ich den Bildschirm hochgeklappt und die Kunststoffklemmen am oberen Rand und den Seitenrändern, die die Tastatur am Platz halten, in den Rahmen gedrückt. Das ging bei mir nicht so leicht, wie es in YouTube-Videos ausgesehen hatte: Erst mit der Lupe fand ich sie überhaupt und drückte sie dann mit der Schraubenzieherspitze von der Tastatur weg und zur Seite in den Rahmen hinein.

    Die Klemmen werden zur Seite in den Rahmen gedrückt.
    Leider sprang mir die Tastatur auch dann nicht, wie erhofft, entgegen, aber ich konnte mit dem Schraubenzieher an einer Stelle oben zwischen Tastatur und den umgebenden Rand fahren und die Tastatur etwas nach oben anheben, und plötzlich ließ sie sich ganz leicht herausheben.
    Achtung: die Tastatur ist an ihrer Rückseite noch per Flachbandkabel mit dem Notebook verbunden - nicht daran reißen!
  4. Die alte, gelockerte Tastatur habe ich zu mir geklappt und mir eingeprägt, wie das Flachbandkabel auf der Rückseite verläuft und wie es mit dem Notebook verbunden ist.
  5. Als nächstes habe ich den Feststellbügel des Flachbandkabelhalters im Notebook vorsichtig zurückgeklappt. Nun konnte ich das Kabel der alten Tastatur herausziehen und die alte Tastatur beiseite legen.
    Hinweis: Mit dem Halter und dem Feststellbügel sollte man vorsichtig umgehen, denn bei mindestens einem anderen DIY-Repariererer ist er zu Bruch gegangen (diese Halterungen für die Flachbandkabel sind möglicherweise nicht alle gleich: Bei mir war es ein Bügel zum Lösen/Fixieren des Kabels, bei anderen gibt es eventuell seitliche Schieber). Also lieber erst genau gucken - so eine Lupe ist nicht die schlechteste Anschaffung - und dann vorsichtig testen.
    Erst als ich den schwarzen Bügel gelöst hatte (nach oben und weg von mir), ließ sich das Flachbandkabel herausziehen (ich konnte den Bügel mit den Fingernägeln heben, den Schraubenzieher habe ich nur zum Zeigen in der Hand). 


    Geöffneter Flachbandkabelhalter - bereit für das Flachbandkabel der neuen Tastatur.


    Die neue Tastatur wird zur Orientierung zunächst nur in der richtigen Richtung aufgelegt und dann zum Reparierenden geklappt, damit er/sie an das Flachbandkabel auf der Rückseite kommt.

  6. Die neue Tastatur habe ich nun so auf das Notebook gelegt, wie sie später ausgerichtet sein soll, und sie dann zu mir hin umgeklappt, damit ich an das Flachbandkabel auf der Unterseite kam. Ich habe das Flachbandkabel - wie vorher das alte - in die Halterung im Notebook geschoben und den Bügel der Halterung wieder zu mir geklappt.

    Hier schiebe ich das Flachbandkabel der neuen Tastatur in die geöffnete Steckvorrichtung.

    Der Fixierbügel am Flachbandkabelhalter wird nun wieder nach vorne geklappt, damit das Flachbandkabel an seinem Platz bleibt.

  7. Nun habe ich die Tastatur wieder zurück auf das Notebook gelegt, so dass die Tasten Richtung Decke zeigten, und die Tastatur dann von oben langsam nach unten in die Öffnung des Rahmens geschoben und dabei darauf geachtet, dass die kleinen Zungen am unteren Rand der Tastatur unter den Rahmen rutschten. Dann drückte ich die Tastatur am oberen Rand vorsichtig an. Die Tastatur rastete von selbst ein - tatsächlich gesehen, gehört oder gespürt habe ich das nicht, aber sie saß plötzlich fest. 
  8. Als letztes habe ich das Notebook an den Strom angeschlossen und gestartet. Alles funktionierte auf Anhieb einwandfrei.
Die neue Tastatur sitzt an ihrem Platz im Notebook Acer Aspire 7745G.


Fertig.

Insgesamt habe ich für das Auswechseln der Acer Aspire 7745G Tastatur 15 Minuten gebraucht, da ich sehr vorsichtig war, um nicht versehentlich etwas kaputt zu machen. Jemand mit Übung, der/die weiß, wie viel Kraft man wo und in welche Richtung einsetzen darf, hätte es wohl in 90 Sekunden geschafft.


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Auf jeden Fall wird ein Kriterium beim nächsten Notebook- oder PC-Kauf sein, wie leicht man Teile wie die Tastatur oder den Akku auswechseln kann, denn ich möchte wieder viele Jahre mit meinem Gerät leben können. Andererseits werde ich natürlich auch immer besser im Schrauben ...

PS: Sonstige Probleme an meinem Notebook Acer Aspire 7745G gelöst

Inzwischen bin ich darauf gekommen, dass alle meine sonstigen Notebookprobleme wie das Heißlaufen, der laute Lüfter, ein komplett weißer Bildschirm und Totalabstürze direkt oder indirekt auf einen verschmutzten Lüfter (Fan) zurückzuführen sind.
Ein verstaubter Lüfter schafft das Kühlen nicht, das macht ihn immer "wilder" und das Gerät wird immer heißer, was sich wiederum problematisch auf die Darstellung meiner zweiten und leistungsstärkeren Grafikkarte am Notebook-Bildschirm auswirkte - ich sah plötzlich nur noch einen weißen Bildschirm, an dem ich nichts machen konnte. Wenn ich das Notebook dann abwürgte, konnte ich es nur mit viel Trickserei überhaupt wieder zum Hochfahren bringen - der weiße Bildschirm war dann meist immer noch da. Auffällig war: Der Notebook-Bildschirm stellte alles wieder normal dar, wenn ich im abgesicherten Modus hochfuhr. Wie ich nach viel Recherche herausfand, liegt das daran, weil er im abgesicherten Modus die "kleine" Grafikkarte nimmt, die nicht so hitzeempfindlich ist. Allerdings ließ sich im abgesicherten Modus auch nicht arbeiten, weil das Gerät noch schneller heiß lief und abstürzte.
Mit Reinblasen und Staubsaugen bei ausgeschaltetem Notebook (ohne Stromanschluss und nachdem ich den Akku herausgenommen habe) habe ich die Wollmäuse von außen vor den Filtern wohl soweit gelockert, dass nun die Lüftung wieder frei ist und tatsächlich alles ohne Erhitzen und Macken funktioniert. Alles ist kühl und leise wie bei einem Neugerät!!!
Längerfristig werde ich aber wohl um ein richtiges Säubern des Lüfters im Inneren des Notebooks sowie um das Ersetzen der Kühlpaste nicht herumkommen und das heißt dann: komplettes Auseinandernehmen des Notebooks (auch die Tastatur muss wieder raus und auch sonst eigentlich alles), denn in dieser Hinsicht ist das Acer Aspire 7745G wirklich blöd konstruiert. In Acer-Foren empfehlen manche erfahreneren Schrauber eine Lüfterreinigung bei Notebooks alle paar Monate! Da verstehe ich nicht, dass es einem durch den Einbau an der ziemlich ungünstigsten Stelle so erschwert wird. An einen entsprechenden Hinweis im Handbuch kann ich mich auch nicht erinnern.
Aber ich werde es tun, und ich habe mir schon eine Strategie überlegt, wie ich mir merke, wo welche Schraube und welcher Stecker beim Zusammenbau wieder hin muss. Wenn es soweit ist gibt es das natürlich auch in Bildern!

*Werbelink

Freitag, 26. Januar 2018

Was machen erfolgreiche YouTuberInnen besser

Meine Beobachtungen und Tipps, wie man auf YouTube erfolgreich wird.

Ich habe einen kleinen YouTube-Kanal mit Garten- und DIY-Videos. Ich habe ihn nicht erstellt, um ein YouTube-Star zu werden - meine Berufung sehe ich mehr in der Weitergabe von Wissen über Texte in Kombination mit Grafiken, Bildern und eventuell Videos -, aber mich hat interessiert, was die YouTube-Plattform so erfolgreich macht, wie man selbst Videos erstellt, bearbeitet und veröffentlicht und wie leicht oder schwer es ist, mit Videos auf YouTube Geld zu verdienen.

YouTube: Video-Upload-Übersicht meines YouTube-Kanals

Apropos Geld verdienen

Was das Geldverdienen mit Werbung anbetrifft, hat das YouTube Partnerprogramm (YPP) gerade die Spielregeln geändert: Google, die Muttergesellschaft von YouTube, hat am 16. Januar 2018 angekündigt, dass nur noch am YPP teilnehmen darf, wer in den letzten 12 Monaten mindestens 4000 Stunden Wiedergabezeit erreicht und außerdem 1.000 Abonnenten hat. Allen anderen wird der Partnerstatus am 20. Februar 2018 entzogen. Dadurch verlieren sie die Möglichkeit, ihren Content über das YPP (in Kombination mit Google Adsense) zu monetarisieren - sprich ein paar Cents mit Werbeeinblendungen durch YPP in oder neben ihren Videos zu verdienen (soweit derzeit abzusehen ist, kann man aber noch Geld verdienen, indem man sich Sponsoren sucht, Werbelinks in die Videobeschreibungen setzt, auch Links zum eigenen "Merch" (Fanprodukte), oder indem man seine Videos in eigene Webseiten mit Werbung einbettet.).

Liza Koshy, früher bei Vine, jetzt ein YouTube-Star im Bereich Sketch-Comedy:



Erfolg hat seinen Preis

Die erfolgreichen YouTuberInnen (YouTube Creators, YouTube-MacherInnen, YouTube-VideokünstlerInnen, YouTube Vloggers), wie beispielsweise Liza Koshy aus Houston/Texas (USA) und Lilly Singh aus der Nähe von Toronto (Kanada), beide inzwischen wohnhaft in Los Angeles/Kalifornien, haben solche Hürden längst hinter sich gelassen. Sie haben bereits mehrere Millionen Abonnenten und ihre Videos werden ebenfalls millionenfach angeschaut. Für sie ist YouTube nicht nur ein kleiner Zusatzverdienst, wie für uns kleinste YouTube-VideomacherInnen, sondern sie fahren große Einnahmen aus Werbung und durch ergänzende Tätigkeiten (Moderation von Veranstaltungen, Gastrollen beim Fernsehen, Buchprojekte etc.) pro Jahr ein.

Die erfolgreichen YouTube Creators haben zwar enorm viele Fans - davon können manche Hollywood-SchauspielerInnen nur träumen - , aber sie haben auch viele Neider, die meinen, diese würden ihr Geld doch zu leicht verdienen. Sie sehen nicht den Preis, den die meisten Top-YouTuberInnen für den Erfolg zahlen: der selbst ausbeuterische Arbeitsalltag, Termindruck, der Zwang, ständig körperlich und geistig fit zu sein und neue Ideen haben zu müssen, die beständige Öffentlichkeit, die Hasskommentare gegen sie selbst, die Familie, Rasse, Religion oder irgendwelche Eigenschaften, der ganze organisatorische Aufwand, der ebenfalls erledigt werden muss, kaum Erholungs- oder Freizeit etc.

Lilly Singh alias iiSuperwomanii über YouTuberInnen „The Truth About YouTubers”



Wie schafft man es nach ganz oben?

Was erfolgreiche YouTuberInnen anders/besser machen als andere? Dies sind meine Beobachtungen:
  • Die erfolgreichen YouTuberInnen haben neben ihren speziellen kreativen und/oder darstellerischen Talenten eine Vision, Botschaft oder Attitüde, die sie mit ihrer Zielgruppe teilen wollen. 
  • Sie suchen Aufmerksamkeit und Anerkennung, sie sind ambitioniert, ehrgeizig und Workoholics: Ihrer Arbeit widmen sie all ihre Kreativität, Kraft und Zeit.
  • Ihre Fans sind ihnen heilig - ohne sie wären sie ja auch arbeits- und mittellos. Umgekehrt geben die Fans ihnen viel Motivation und Kraft, an sich zu arbeiten und schwierige Zeiten (nicht nachvollziehbare Verringerung der Sichtbarkeit bei YouTube, Hasskommentare, Stress etc.) zu überstehen.
  • Erfolgreiche YouTube Creators versuchen, jedes Video in möglichst guter Qualität zu erstellen – nicht nur, was die Bild- und Tonqualität, sondern auch was Inhalt, Aufbau, Pointen, ihre Darstellungskünste (Sprechen, Schauspielern, Tanzen, Singen etc.) vor der Kamera betrifft. 
  • Sie wählen und bespielen die Themen so, dass die Videos für ihre Zielgruppe den größtmöglichen Nutzen haben (egal, ob es um Vergnügen oder Lerneffekt geht).
  • Erfolgreiche YouTube-Videoschaffende bauen sich zu einer persönlichen Marke mit eigenem Motto und individuellem Stil auf. Dazu gehören beispielsweise ein immer gleicher Vorspann und Abspann (feste Gestaltungselemente und Begrüßungsmusik) und Art der Ansprache der Fans - entweder für den ganzen Kanal oder für bestimmte "Videoserien" innerhalb ihres Kanals. Die Fans fühlen sich in der vertrauten Umgebung wohl und eingestimmt.
  • Viele erfolgreiche YouTuberInnen, vor allem die VloggerInnen, begegnen ihren Fans auf Augenhöhe, geben ihnen das Gefühl, sie persönlich direkt anzusprechen, lassen sie an ihrem Leben teilnehmen.
  • Jede/jeder erfolgreiche YouTuberIn hat klein angefangen, aber die an der Spitze sind nicht nach den ersten Erfolgen stehengeblieben, sondern haben in jeder Etappe des Weges Zeit und Geld in Equipment, Handwerk, Locations, Teamaufbau und in die persönliche Weiterentwicklung investiert.

    Anzeigen
    Systemkamera
    Notebook


  • Sie veröffentlichen ihre Videos regelmäßig in kleinen Abständen (Beispiel Lilly Singh: zweimal wöchentlich neue Videos für ihren YouTube-Sketch-/Comedy-Kanal iiSuperwomanii (gedreht wird nach selbst erstellten Skripts) plus fast täglichen Videos für ihren YouTube-Videoblog [Vlog] SuperwomanVlogs).
  • Erfolgreiche YouTube Creators umgeben sich mit Menschen, die sie (künstlerisch) inspirieren und bei ihrer Entwicklung unterstützen - auch dabei, sich an Neues zu wagen. 
  • Viele erfolgreiche YouTube-MacherInnen sind wegen ihrer Arbeit umgezogen - dorthin, wo sie mehr professionelle Unterstützung und Möglichkeiten zur Kollaboration mit anderen Kreativen haben. In Los Angeles, New York, Tokio, Toronto, Mumbai, Rio, London, Paris Berlin gibt es so genannte YouTube Spaces - dort können YouTube Creators mit mehr als 1.000 Abonnenten kostenlos Studios, Ausrüstung etc. nutzen.
  • Erfolgreiche YouTuberInnen stellen sich immer neuen Herausforderungen, verlassen ihre Komfortzone, wenn es darum geht, den nächsten Schritt Richtung Professionalisierung und Spitze zu gehen.
  • Sie arbeiten regelmäßig mit immer anderen YouTubern auf einem ähnlichen Bekanntheitslevel, mit Freunden, aber auch mit Prominenten aus Film, Fernsehen, Netflix etc. zusammen, indem sie beispielsweise mit ihnen zusammen Videos für beider YouTube-Kanäle drehen ("Collaborations", mit Nennung des jeweiligen Gastes im Titel und gegenseitigen Verlinkungen in den Beschreibungstexten). Dabei gewinnt jede Seite neue Fans hinzu, was den Markenwert von jedem Beteiligten steigert.
  • Erfolgreiche YouTuberInnen motivieren die Video-Zuschauer unermüdlich zur Interaktion: Mündlich und durch Einblendungen am Ende der Videos regen sie die Zuseher dazu an, das Video mit Däumchen-hoch zu bewerten, zu kommentieren, Wünsche zu neuen Themen zu äußern sowie den Kanal zu abonnieren. Bei jedem einzelnen Video machen sie Appetit auf ein weiteres!
  • Sie bewerben den eigenen YouTube-Kanal und die einzelnen Videos zusätzlich regelmäßig über ihren Blog/Webseite und soziale Netze (Twitter, Instagram, Facebook etc.).
  • Sie sorgen für Öffentlichkeit und ihre Sichtbarkeit auf vielerlei Art und pflegen ihre Fans auch außerhalb des Internets: Zu Selfies sind sie immer bereit, auch privat im Supermarkt. Darüber hinaus gibt es Selfies, Umarmungen und Autogramme vor/auf/nach Veranstaltungen (Messen, Conventions, Rote Teppiche,  Preisverleihungen, YouTuber Festivals ("Video Days"),  "Meet-and-Greets", auf ihren eigenen Bühnentouren) sowie durch Auftritte bei Preisverleihungen als ModeratorInnen/RednerInnen, als Gäste in TV- und Radio-Shows, als DozentInnen über ihren Beruf in Schulen, bei Schulungen etc. Darüber hinaus schreiben sie Bücher, drehen Filme über ihre Bühnentouren bzw. lassen drehen, sie nehmen Gastrollen in Kino- und Fernsehfilmen an, sie machen Musik, die nicht nur auf YouTube, sondern auch über Amazon etc. angeboten wird, und vieles mehr. Mit anderen Worte: Sie funken und funkeln auf alle Kanälen, und sie monetarisieren sich dabei als Marke.
  • Um all das zu schaffen, bauen erfolgreiche YouTuberInnen schon bald ein Team um sich herum auf, das sie bei all dem unterstützt. Sie haben selbst ein unternehmerisches Talent und/oder habe gute AgentInnen. 
  • Um die Identifizierung der (MitarbeiterInnen, FreundInen und) Fans mit der Marke und den Zusammenhalt untereinander zu stärken - und sicher auch, um zusätzliche Einnahmen zu haben -, bieten sie entsprechende Fanprodukte wie bedruckte Stofftaschen, T-Shirts, Hoodies etc. mit der aufgedruckten Marke oder bestimmten Symbolen, die der YouTuber häufig nutzt, an.
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  • Erfolgreiche YouTuberInnen kooperieren mit Unternehmen und Marken, die zu ihren Fans passen und umgekehrt, so dass man nicht nur die werbende Marke als Sponsor in ihren Videos sieht, sondern die YouTuberIn auch auf Plakaten auf den Straßen, auf Produktverpackungen sowie in Anzeigen in Zeitungen auftaucht.
  • Manche erfolgreiche YouTuberin engagiert sich als "Social Influencer" für soziale oder kulturelle Projekte aller Art, für Bildung und Selbstverständnis von Frauen/Mädchen (siehe beispielsweise GirlLove initiiert von iiSuperwomanii), gegen Hass und Ausgrenzung (siehe beispielsweise LeFloid unterstützt 361° RESPEKT!), für Minderheiten, benachteiligte Jugendliche o. A.
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Montag, 22. Januar 2018

Das YouTube Partnerprogramm ändert die Regeln! Drum prüfe, wer sich bindet.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie ausgeliefert Nutzer/Kunden gegenüber Unternehmen - besonders den großen Internetplayern - sind, in diesem Fall geht es um YouTube Content schaffende Personen (YouTube Creators, Vlogger, YouTuber), die am YouTube-Partnerprogramm (YPP) teilnehmen. Aber das Prinzip ist immer das gleiche: Unternehmen locken auf ihre Plattformen mit Einnahmemöglichkeiten, kostenlosen Diensten oder anderen Vorteilen. Der interessierte Urheber/Kreativschaffende investiert Zeit und Geld ins Erlernen, in das Equipment und die Produktion von Content, in diesem Fall Video-Content. Dann nach einiger Zeit ändert das Unternehmen die Spielregeln und viele der UrheberInnen schauen plötzlich ins Ofenrohr.

Eva Schumann YouTube Channel
Als YouTuberin, die erst einige Video-Testballons hat fliegen lassen, werde ich in Kürze - wie viele Tausende anderer YouTube Creators - aus dem YouTube Partnerprogramm geworfen. Nur 1.000 neue Abonnenten bis Mitte Februar könnten mich noch retten - wie witzig. Schauen Sie trotzdem mal bei meinem YouTube Kanal vorbei, kommentieren Sie Videos, verteilen Sie Däumchen-hoch und abonnieren Sie den Kanal.
YouTube ist ein Tochterunternehmen von Google (und dieses von Alphabet). Google hat am 16. Januar 2018 angekündigt, dass nur noch am YouTube Partnerprogramm teilnehmen darf, wer in den letzten 12 Monaten mindestens 4000 Stunden Wiedergabezeit schaffte und außerdem 1.000 Abonnenten hat. Alle anderen fliegen demnächst raus und verlieren damit die Möglichkeit, ihren Content über das YPP (in Kombination mit Google Adsense) zu monetarisieren - sprich ein paar Cents mit Werbung in oder neben ihren Videos zu verdienen. Es ist zu vermuten, dass diese "unqualifizierten" YouTube Creators mit der Zeit auch immer weniger sichtbar werden, denn warum sollte YouTube Videos von ihnen zeigen, wenn sie nur an den Werbeeinnahmen der "qualifizierten" Geld mitverdienen können (die Werbeeinnahmen werden zwischen dem YouTube Creator im YPP und YouTube aufgeteilt). Es wird also noch schwieriger, sich "hochzuarbeiten".

Fairness ist etwas anderes

Ich persönlich hätte Verständnis für eine Regeländerung gehabt, wenn diese neuen Regeln für Neuaufnahmen ins YPP eingeführt werden würden - die Neuzugänge hätten von Anfang an gewusst, worauf sie sich einlassen. Aber wir haben angefangen, als andere Regeln galten und nun werden tatsächlich alle kleinen YouTube Creators zum 20. Februar 2018 aus dem YouTube Partnerprogramm geworfen und damit von der Monetarisierung ausgeschlossen. Auch wer, wie ich, auf die Kombination von Google Adsense für Blogs und andere Webseiten und YPP für die YouTube-Videos gesetzt hat, fliegt beim YPP raus - obwohl ich bei Google Adsense durch die sehr lange Partnerschaft nicht so unbedeutend bin, wie mit meinen ersten YouTube-Video-Versuchen.

Google verspielt Vertrauen

Google hat mit den neuen Regeln des YPP viele kleine YouTube Creators vor den Kopf gestoßen, die sich nun ihrer Chancen beraubt fühlen (bei Twitter kann man die Diskussionen verfolgen: #YouTube, #YPP, #YouTubePartnerProgram, #YouTubeSuckt etc.)

Google tut immer so, als sei das Unternehmen an der Zufriedenheit der Videoschaffenden und Content-Veröffentlichenden (Publisher) interessiert, so wird man als TeilnehmerIn von Google Adsense ständig nach Feedback gefragt und ob/wer Google bei der Monetarisierung Konkurrenz mache. Die Antwort liegt meiner Meinung nach auf der Hand: Google sollte an seiner Vertrauenswürdigkeit arbeiten, indem das Unternehmen Urheber/Content-Schaffende fair behandelt und Spielregeln nicht nachträglich und relativ kurzfristig ändert, wo es keine Not dafür gibt. Abgesehen davon sollte das Unternehmen mehr auf Mindestqualitätsansprüche statt auf Click Baiter setzen, die mit möglichst abartigen Titeln und Inhalten nach Zuschauern fischen, und auch gegen Contentklauer zum Schutz der Urheber besser vorgehen. Das hohe Auszahlungslimit bei Google Adsense, über das auch die Einnahmen aus dem YPP abgerechnet werden, finde ich auch grenzwertig - andere Partner- und Affiliate-Programme setzen ihre Auszahlungslimits niedriger an (Google Adsense: 70 Euro versus Affilinet: 25 Euro, Amazon.de: 50 Euro, Awin: 20 Euro).

Alternativen zum YPP für kleine YouTube Creators und andere Video-Content-Schaffende

Ich sehe vor allem folgende Möglichkeit, als Vlogger/YouTuber/Video Creator doch noch Einnahmen mit (YouTube-)Videos zu generieren. Man kann
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  • seine Videos in eigene Blogbeiträge im eigenen Blog oder in andere Webseiten einbauen. Den notwendigen Code kann man bei YouTube, Vimeo, DailyMotion oder anderen Videoplattformen, auf denen man seine Videos veröffentlicht, unter "Teilen/Einbetten" generieren. Um das eigene Video herum kann man auf eigenen Webseiten weiteren selbst erzeugten und relevanten Content sowie Werbung nach Geschmack (Google Adsense, Amazon, Affilinet, etc. oder für das eigene Fanprodukte-Angebot ["Merch"]) für Web-/Mobile Nutzer platzieren. In Zukunft bewirbt man eben nicht mehr das Video direkt auf der (YouTube) Plattform, sondern den Blogbeitrag oder die Webseite, auf welcher man das Video eingebaut hat.
  • versuchen, Sponsoren für seine Videos zu finden - ist man damit erfolgreich, muss man das allerdings im Video kenntlich machen, sonst wäre das Schleichwerbung.
  • in die Informationen zu den Videos beiYouTube kann man Werbepartnerlinks beispielsweise zu Amazon setzen - auch dies muss kenntlich gemacht werden. 
Ich kann jedoch nicht garantieren, dass es diese Möglichkeiten auch in Zukunft noch geben wird.

Zu meinen ersten Versuchen gehörte es, mit Windows Movie Maker aus einzelnen Bildern, wie hier beschrieben, ein Video für YouTube zu basteln: Making-of "Randfugen füllen"


Alternativen zu Google Adsense für Web- und Mobile Content Creators

Wer nicht nur vom YPP, sondern von Google insgesamt die Nase voll hat, weil ihm/ihr seine Teilnahme an YPP aufgekündigt wurde, hat auf seinen eigene Webseiten Alternativen zu Google Adsense,
beispielsweise

Mein Fazit

Wenn irgendwie möglich, sollte man sein "Geschäftsmodell" nie von einem einzigen Dritten abhängig machen - nicht von einem Mega-Unternehmen wie Google oder Facebook, die sehr viel Macht haben, aber auch nicht von einem kleinen Start-up-Unternehmen, das vielleicht insolvent wird, weil es keine Wachstumsfinanzierung zusammenbekommt o. Ä. Wie bei der Geldanlage, sollte man das Risiko, wo es möglich ist, lieber verteilen oder auf unangenehme Eventualitäten vorbereitet sein.

Ein weiterer Versuch (inspiriert durch einen Harvard/edX MOOC) bestand darin, mit Scratch und Camtasia Studio aus einzelnen Bildern eine Videoanleitung zu basteln


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