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Montag, 28. Juli 2014

Bezahlte Blogartikel - Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Content Marketing, auch Native Advertising genannt, ist "in" - ein Glück für Blogger und Blogbetreiber. Doch es gibt einiges zu beachten.

Ein Produkttest gegen Bezahlung muss gekennzeichnet
werden. Auch die Überlassung des Produkts ist eine
Form der Bezahlung.
Statt Werbeflächen für Banner zu buchen, die Internetnutzer oft genug per Ad-Blocker-Software oder durch Nichtbeachten ausblenden, versuchen Marken und Unternehmen sich über interessante Inhalte ins Gespräch zu bringen oder zumindest besser wahrgenommen zu werden.

Solche Inhalte können informativ, beratend oder unterhaltend sein. Sie werden als Texte, Grafiken, Videos, Podcasts und Kombinationen daraus aufbereitet und veröffentlicht. Aufhänger für diese Inhalte können aktuelle Ereignisse, die Jahreszeit (Frühjahrsputz, alles neu macht der Mai), Feiertage, eine bestimmte Saison (Karneval, Pflanzzeit, Erntezeit, Badewetter), eine Produktneuheit, ein Produkttest und vieles andere sein.

Um möglichst viele Mitglieder der angepeilten Zielgruppe zu erreichen, werden Inhalte nicht nur im eigenen Unternehmensblog und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in thematisch und zielgruppenmäßig passenden fremden Blogs veröffentlicht - vorausgesetzt, der andere Blogbetreiber macht mit.

Für Blogger oder Blogbetreiber, die mit dem Blog Geld verdienen möchten/müssen, können bezahlte Blogartikel eine interessante Einnahmequelle sein. Als Bezahlung für einen Blogartikel gilt übrigens nicht nur Bares, auch die Überlassung eines Produkts ist eine Form der Bezahlung. Das Gleiche trifft übrigens auch für Vlogger, Videokünstler und andere Video-Publisher auf der Videoplattform YouTube (YouTuber, YouTube Creator) und andere zu.

Influencer
Blogger und Vlogger, die viele Leser, Zuschauer, Abonnenten und Fans haben und einen Einfluss auf sie ausüben, werden von der Auftraggeber-/Vermarktungsseite inzwischen "Influencer" genannt und für zielgruppengerechtes Online-Marketing als Markenbotschafter genutzt. Tatsächlich werden die Blogger-/Vlogger-Relations für Unternehmen immer wichtiger.

Influencer werden nicht nur durch ihre Veröffentlichungen zu einflussreichen Vorbildern, sie müssen auch ihre eigene Marke pflegen und für zunehmende Bekanntheit sorgen. weshalb sie zusätzlich über andere Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram, Pinterest & Co, mit ihren Anhängern kommunizieren. Außerdem gehen sie zu Veranstaltungen wie die VideoDays in Köln, zu den Comic Cons und zu anderen Conventions und Fanfesten ("Meet and greet"), um sich zu zeigen, ihren Fans Autogramme zu geben und für Selfies zur Verfügung zu stehen.

Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Bezahlte Blogartikel werden im Auftrag eines Unternehmens oder dessen Agentur geschrieben und im Blog veröffentlicht. Die Inhalte und Sprache sind nicht werblich, sondern entsprechen eher dem Stil von Presseartikeln. Auf Englisch heißen solche bezahlten Blogartikel "Sponsored Posts".

Oft wird vom Auftraggeber aber auch angeboten, fertige Blogartikel zur Veröffentlichung zu liefern - dies sind dann "Sponsor-Posts" (Artikel des Sponsors, Gastartikel-Veröffentlichung gegen Bezahlung etc.). Sponsor-Posts gehören zum "Native Advertising" - der Werbung im "einheimischen" Umfeld, also mitten im Informationsteil, der ansonsten von Journalisten/Bloggern und der Redaktion geschrieben und aufbereitet wird. Sie entsprechen in etwa dem Advertorial in Zeitungen.

Transparenz ist ein Muss

Um die Blogleser nicht in die Irre zu führen und in den Verdacht von Schleichwerbung zu geraten, sollten bezahlte Blogartikel unbedingt als solche gekennzeichnet werden. Dazu eignen sich Zusätze wie "Anzeige", "Werbung", "Sponsor-Post" oder "Sponsored Post" am Anfang des bezahlten Blogartikels. Wer die englischen Bezeichnungen wählt, sollte sie (spätestens am Ende des Artikels) auch erläutern. Wer diese Information nur für Leser, aber nicht für Suchmaschinen bereitstellen will, kann die Kennzeichnung über ein Bild einfügen.

Trotz bezahlter Blogartikel authentisch bleiben

Damit der Blog für die eigene Zielgruppe relevant bleibt, muss man die Werbepartner und Themen der bezahlten Blogartikel sorgfältig wählen. Die Qualität und die Anzahl der bezahlten Blogbeiträge im Verhältnis zu den "normalen" Veröffentlichungen sowie die Qualität der Auftraggeber/Werbepartner und wie sie zu den eigenen Lesern passen, sollte man immer im Auge haben.

Vor allem, wer gelieferte Blogartikel, also Sponsor-Posts, veröffentlicht, sollte hohe Ansprüche hinsichtlich der Qualität (Spaß, Informationswert etc.), Sprache (Grammatik, Rechtschreibung, Zielgruppenansprache) und der Einzigartigkeit der gelieferten Artikel stellen und das am besten schon in sein Angebot hineinschreiben.

Glaubwürdigkeit erhalten

Jeder Blogbetreiber, der sich zu einer Rezension oder einem Produkttest mit bezahltem Blogartikel bereit erklärt, wünscht sich, dass das Produkt gut ist, denn dann macht das Testen und Schreiben richtig Spaß. Das hat gar nichts mit der Bezahlung zu tun, sondern damit, dass man sich als Blogbetreiber gute Unternehmen und angesehene Marken als Werbepartner wünscht.

Andererseits darf man nicht unkritisch sein, sondern muss tatsächlich objektiv testen und bewerten, damit die eigene Glaubwürdigkeit erhalten bleibt.

Wenn der Test ergibt, dass das Produkt nach der persönlichen Erfahrung völlig unbrauchbar ist, ist man natürlich enttäuscht. In so einem Fall kann man dem Werbepartner anbieten, auf den Blogartikel zu verzichten, da er zu negativ ausfallen müsste. Da bezahlte Blogartikel meist im Voraus bezahlt werden - zumindest bei Neukunden -, sollte man schon im Angebot beschreiben, wie in so einem Fall vorgegangen wird (Aufwandsentschädigung).

Ist das Produkt nicht absolute Spitze, aber auch nicht völlig unbrauchbar, dann kann man - wenn man den Kunden behalten möchte - "konstruktiv schreiben", beispielsweise die positiven Merkmale nennen, aber auch - ein wenig in zweiter Reihe - die negativen. Zu lügen, also Merkmale positiv herausstellen, die nicht positiv sind, würde ich auf keinen Fall empfehlen, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden. Und auf keinen Fall darf man die Kennzeichnung als bezahlter Artikel vergessen, siehe oben.!

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Montag, 27. August 2012

Klout Score oder wer hat den größten ...

... Einfluss in Social Media

All das Vernetzen, Teilen, Diskutieren und oft genug Geschwafel in Social Media und am Ende des Tages hat man dem Chef oder potenziellen Auftraggebern nichts vorzuweisen? Von wegen. Da werden die Twitter-Follower, Facebook-Freunde bzw. -Fans und Google+-Einkreiser rausgekramt und mit dem vorherigen Stand sowie denen von anderen verglichen. Da wird geguckt, wie oft retweetet, geliked und geteilt wurde und über wen und was in Social Media gesprochen wird.

Das ist viel zu mühlselig für den schnellen Überblick, wie einflussreich jemand in Social Media ist, sagten sich die Gründer der Klout Inc. aus Kalifornien: Wir rühren all diese Informationen zusammen, setzen einen Algorithmus dran und der spuckt dann den Klout-Wert (Klout Score) aus. Am Ende des Tages kann sich der Klout-Nutzer sagen: Wow, er ist wieder gewachsen - ich muss toll sein. Auf der anderen Seite wird denen, die nach Influencern - Leuten, deren Äußerungen von vielen beachtet werden - suchen, die Suche erleichtert.

Eva Schumann bei Klout
Den größten hat übrigens Barack Obama (Klout Score 99 von maximal 100) und auch Justin Bieber ist Klout-mäßig gut bestückt mit 92.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist: Dadurch, dass allen Social-Media-Nutzern ein immer wieder neu berechneter Klout-Wert zugeordnet wird und sie kategorisiert werden (Klout Style - siehe weiter unten), sind sie von Unternehmen bzw. deren Marketing-Abteilungen/-Agenturen für ihr Marketing prima nutzbar.

Klout Inc. ist also ein weiteres US-amerikanisches Internet-Unternehmen, das mit einem intransparenten Algorithmus arbeitet und sich über das Internet ausbreitet wie ein ansteckender Ausschlag. Das Unternehmen wurde 2007 von Joe Fernandez (CEO) und Binh Tran gegründet. Eigenen Angaben zufolge wurden bereits über 100 Millionen Profile erstellt (Quelle Wikipedia English) - nicht nur von freiwillig registrierten Klout-Mitgliedern, sondern auch von Menschen in deren Netzwerken.

Kritik an Klout

Gerade dieses Daten-Staubsaugen und Klout-Score-Generieren von Nicht-Mitgliedern ist den Kritikern ein Dorn im Auge. Des Weiteren wird die tatsächliche Aussagekraft des Klout Scores hinsichtlich Einfluss und damit Reputation bezweifelt - nicht zuletzt wegen seiner Manipulierbarkeit (Stichworte: Twitter-Spam, gekaufte Facebook-Freunde etc.) und der fehlenden Berücksichtigung von Qualitätskriterien (Motto: "Masse statt Klasse"). Dazu kommt, dass der Klout Score das Leben und den Einfluss außerhalb von Social Media bzw. außerhalb der Main-Stream-Social-Media-Plattformen nicht berücksichtigt (was ist mit den Foren, die im IT-/Mobilbereich immer noch eine Bedeutung haben u. ä.). Noch ein weiterer Kritikpunkt ist der, dass die Reputation von Social-Media-Teilnehmern von einem kommerziellen Unternehmen bewertet wird - eine ähnliche Konstellation bereitet ja bereits genug Diskussionsstoff bei den Ratingagenturen und der SCHUFA. Seine Mitbewerber in der Reputationsmessung wie beispielsweise den PeerIndex hat der Klout Score schon weitgehend ausgestochen.

Guter Klout Score wird belohnt

Der Klout Score weckt andererseits Spieltrieb und Ehrgeiz und den erfolgreichsten winken Goodies (genannt "Klout Perks") - das sind mal Gutscheine, mal Kosmetika, mal eine Testfahrt mit einem neuen Automodell oder Freiflüge für eine neue Flugverbindung etc. Viele der bekannten Social-Media-Hengste (Top-Influencer - ja, ich bin nur neidisch) lieben den Klout Score.

Und wie kommt Klout an all die Daten?

Die Plattform verbindet sich mit Einwilligung des Klout-Nutzers mit seinen verschiedenen Social-Media-Acounts und liest da offensichtlich aus, was er braucht - und ich fürchte, am Ende des Tages weiß Klout so viel über uns, wie all die einzelnen Social-Media-Plattformen zusammen. Clever. Beängstigend!

Was der Klout Score berücksichtigt

Facebook: Mitteilungen, Erwähnungen, Likes, Kommentare, Freunde etc.
Twitter: Retweets, Erwähnungen, Listen-Mitgliedschaft, Follower, Antworten
Google+: Kommentare, +1s, Teilen ("Reshares")
Klout: +K, die man von anderen erhält.

Weitere Social-Media-Plattformen, die für die Klout-Score-Berechnung berücksichtigt werden: LinkedIn (da sieht man, dass der Klout-Wert auf den amerikanischen Markt zugeschnitten ist, denn bei uns hätte wohl XING die größere Bedeutung), foursquare, Wikipedia - alles nachzulesen bei Klout.com.

Klout Style

Klout Style ist kein neues Modemagazin, sondern kategorisiert die Klout-Nutzer. Da gibt es die Kategorien Celebrity, Broadcaster, Observer, Explorer, Networker, Specialist, Socializer und viele andere mehr. Google ist beispielsweise mit einem Klout von 94 bewertet und wird als Celebrity eingestuft. Zur Celebrity-Kategorie heißt es (frei übersetzt): "Sie haben die maximale Einfluss-Stufe erreicht. Die Menschen lauschen jedem Ihrer Worte und teilen Ihre Inhalte wie keine anderen. Wahrscheinlich sind sie im wirklichen Leben berühmt und Ihre Fans können von Ihnen einfach nicht genug bekommen." Na, wenn das nicht wahr ist. (Aber übrigens, es gibt da das kleine Dorf in Gallien, die finden das nicht gut ... -> Google's Quasimonopolstellung).

Nachtrag:
Und kaum hatte man sich dran gewöhnt, wurde der Klout Style und ein paar andere Einblicke leider - als "Networker" kategorisiert zu werden, hatte mir gefallen - wieder abgeschafft. Statt dessen werden einem "Klout Moments" gezeigt. Klout Moments sind die letzten Interaktionen mit anderen auf ausgewählten Social-Media-Plattformen.

Klout Score als Eintrittskarte

Laut einem Artikel in WIRED vom April 2012 kann der Klout Score - je nach Beruf und angestrebter Position - durchaus ausschlaggebend sein, wer von mehreren Bewerbern den Zuschlag für den Job bekommt und wer nicht. Außerdem hätten Personen mit einem höheren Klout Score bessere Dienstleistungen oder Hotelzimmer bekommen - wohl in der Hoffnung, dass diese Influencer dann später über positive Erfahrungen in Social Media berichten. Laut den Frequently Asked Questions (FAQ) auf der Klout-Site, nutzen 3.000 Anwendungen und Partner Klout-Daten, um Klout-Werte darzustellen und Influencer mit einem bestimmten Klout-Wert zu einem bestimmten Thema, Lokalität o. ä. zu finden.

Klout Geschäftsmodell

Wenn ich das Geschäftsmodell von Klout richtig verstehe - denn mit irgendetwas müssen sie ja schließlich Geld verdienen - dann ermöglicht Klout Unternehmen "Klout-Perks-Aktionen" durchzuführen, bei denen eine Marke und die optimalen Influencer zusammengebracht werden. Diese optimalen Influencer erhalten dann Klout Perks und können über ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Produkt berichten - müssen aber nicht. Andererseits sagt Klout, dass sie die Identitäten der Influencer gegenüber Werbetreibenden nicht offenlegen und auch keine Daten verkaufen würden. Also fungiert Klout als Mittelsmann zwischen Unternehmen/Marke und Influencer bei der Klout-Perks-Vermittlung.

Führt ein Weg an Klout vorbei?

Ich habe lange Zeit versucht, mich aus dem Klout-Gedönse rauszuhalten. Aber es kamen ständig E-Mail-Einladungen, bis ich es aufgegeben habe. Ich oute mich: Ich bin dabei - aber ohne mich groß zu engagieren. Und ja: Ich hab nichts dagegen, wenn mir jemand ein +K gibt. Ich will auch einen großen haben - ist wohl dieser Neid, von dem schon Sigmund Freud sprach ;-). http://klout.com/#/eva4tinto

Sonntag, 3. Juni 2012

Monopolstellung + Richtlinien = Macht

Monopolstellungen und Richtlinien von Mega-Unternehmen sollten unter die Lupe genommen werden, denn Quasi-Monopolisten wie Google (mit einem Marktanteil von 96 %) können ihre Richtlinien wie Gesetze durchdrücken und behindern damit den freien Wettbewerb.

Google's Monopolstellung verleiht zu viel MachtUm es gleich vorwegzunehmen:
Ich führe keinen Feldzug gegen Google. Google ist eine tolle Firma, die sich durch innovative Ideen, geschicktes Vorgehen und gute Produkte einen Platz als Marktführer in der Suche erobert hat. Die, die schneller auf Veränderungen in der Welt reagieren müssten, sind Politiker, Gesetzgeber, Kartellwächter und ähnliche. Sie müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen setzen, damit nicht am Ende die Welt den Megaunternehmen gehört und diese ihre eigenen Richtlinien zu Gesetzen machen können. Ach, ich vergass: Das ist doch, was bereits passiert!

Die meisten Internetnutzer wollen Geld sparen und Informationen ohne monetäre Bezahlung nutzen und es ist ja auch toll, dass das Internet Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten unabhängig vom Einkommen bietet. Aber irgendwie müssen auch Publisher ("Veröffentlicher im Internet" - also Betreiber von Informations-, Schulungs-, und Themen-Webseiten/-Blogs) überleben. Also finanzieren sie ihre Webseiten und Blogs über Werbung auf ihren Seiten - oder zumindest versuchen sie es. Dazu setzen sie Werbung ihrer Werbepartner auf die Webseite. Dies sind überwiegend keine herkömmlichen Werbebanner oder Werbetexte mit einem Link zum Angebot des Werbenden, wie man dies direkt mit einem Werbekunden vereinbaren könnte, sondern der Publisher platziert einen Code in den Quellcode seines Blogs oder seiner Homepage, den er von den Werbepartnerprogrammen (Google Adsense, Amazon Partnerprogramm, Affiliate-Plattformen etc.) erhält.

Doch dieser Code ist eben nicht nur ein einfacher Link, sondern ermöglicht es diesen Unternehmen, die Seiten des Publishers und seine Besucher zu tracken - also Daten zu sammeln, Profile zu erstellen und so z. B. personalisierte Werbung (z. B. über Google Adwords) seinen werbetreibenden Kunden anzubieten und (z. B. über Google Adsense) einzublenden. Wer einmal sehen möchte, wer alles mitliest, wenn er/sie eine Webseite besucht, sollte Ghostery (alle Quellen unten) ausprobieren. Denn da sind ja auch noch Twitter, Facebook, Google+ und Co., deren Knöpfe über ähnliche Codes in Webseiten und Blogs eingebaut werden und die genauso tracken.

Die Richtlinien von Google verbieten das Setzen von Links aus bezahlter Werbung auf die Webseite des Werbenden, wenn diese Links nicht im Code mit "nofollow" gekennzeichnet werden - doch das möchten die direkten Werbekunden nicht: Sie wollen den Werbeeffekt plus die Backlinkwirkung von einer guten Seite, dafür sind sie bereit zu zahlen. Google aber droht Publishern und Werbern bei Zuwiderhandlung gegen ihre Richtlinien mit Abstrafung und Unsichtbarkeit in der Google Suche (also im äußersten Fall mit Existenzvernichtung, denn wer in der Google-Suche fehlt, ist praktisch nicht existent). Und nun ruft Google auch noch zur gegenseitigen Denunziation auf.

Als Grund für diese Paid-Links-Richtlinie von Google wird die Verhinderung von Spamming angegeben (in diesem Zusammenhang meint Spamming das Nachvornedrücken von Webseiten in den Trefferlisten der Suchmaschine durch viele gekaufte Links oder Links von eigens dazu generierten Linkschleudern). Ehrlich gesagt, glaube ich diesen Grund nicht mehr, denn Google sollte längst in der Lage sein, schlechte Links von unbrauchbaren Seiten ("Linkfarmen") herauszufiltern und diese entsprechend nicht als "Linkjuice" zu werten (das lernt man doch schon im Internet bei Udacity und Coursera).

Ich habe den Verdacht, Google will seine Monopolstellung ausnutzen, um selbst das Eingangstor zu Werbevereinbarungen zu bleiben/werden und Publisher zur Nutzung von Google Adsense zu manipulieren - denn wenn Publisher mit Google Adsense zusammenarbeiten, anstatt direkt mit Werbekunden Vereinbarungen zu treffen, macht Google dabei seinen Schnitt.

Dabei würde ein verantwortungsvoller Publisher doch nur Werbekunden akzeptieren, die er selbst gut und zu seinen Inhalten passend findet (was den Dofollow-Link rechtfertigt), während er bei Google Adsense weniger bzw. nur komplizierte oder nachträgliche Kontrollmöglichkeiten hat und sich oft genug über die eingeblendete Werbung die Haare rauft. Und natürlich würde ein verantwortungsbewusster Publisher Werbung aus Verbraucherschutz- und Transparenzgründen als solche kennzeichnen - wie es in Deutschland ja auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Durch den Druck jedoch, den Google durch seine Monopolstellung und seine Richtlinien auf Publisher ausübt, treibt das Unternehmen vermutlich etliche Publisher dazu, Werbetexte mit Do-Followlinks nicht als solche zu deklarieren - zum Nachteil des Verbrauchers, der einen Anspruch auf Transparenz hat.

Witzigerweise fand t3n Anfang des Jahres Hinweise, dass Google selbst seine Richtlinien bei Werbung für seinen Chrome Browser missachtete und Werbelinks nicht als Nofollow-Links ausgewiesen wurden. Doch ich finde das eigentlich irrelevant, denn meiner Meinung nach gehört diese Richtlinie grundsätzlich verboten.

Google's Quasimonopolstellung und seine Richtlinien sollten endlich rechtlich unter die Lupe genommen werden und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Denn solche Richtlinien und Strafandrohungen eines Unternehmens mit einer dominanten Marktstellung behindern den freien Wettbewerb und schwächen Publisher.



Quellen und weiterführende Informationen


Donnerstag, 21. Juli 2011

Blogs bekannt machen

Blogs-bekannt-machen-vgwortWer nicht ausschließlich für sich selbst schreibt, der möchte seinen Blog bekannt machen und Besucher anziehen, beispielsweise um
Blogs bekannt machen - im Freundes-
und Bekanntenkreis und darüber hinaus
  • Informationen oder seine persönliche Meinung zu teilen,
  • Feedback von anderen zu erhalten,
  • zu diskutieren,
  • sich mit anderen zu vernetzen,
  • auf andere Angebote zu verlinken, um das Thema zu erweitern und/oder
  • um mit Werbung Geld zu verdienen.
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Ähnliches gilt nicht nur für Blog-Autoren, sondern auch für Autoren/Publisher, die auf Websites, Homepages oder über Wikis veröffentlichen.

Blog-Besucher

Blog-Besucher kommen normalerweise über eine der folgenden Möglichkeiten zu einem Blog oder zu einer Website:
  • Sie benutzen eine der Suchmaschinen/Metasuchmaschinen (Google, Bing, Web.de, Ecosia, Metager etc.) und klicken entweder auf ein Suchergebnis oder auf einen Link der geschalteten Werbung auf der Suchergebnissseite.
  • Sie kennen die Internetadresse (Uniform Resource Locator, URL) des Blogs und tippen sie in die Browser-Adresszeile.
  • Sie klicken in einem anderen Blog, Forum, Website, sozialen Netzwerk o. ä. auf einen Link, der zum Blog führt. Der Link kann zum Inhalt des entsprechenden Blogpost, einem Kommentar oder zu Werbung auf der Seite gehören.
Blogs bekannt machen über Suchmaschinen

Einen neuen Blog oder eine neue Website sollte man zumindest bei den großen Suchmaschinen (Google, Bing, Yahoo) anmelden. Einzelne Blogposts/Seiten werden im weiteren Verlauf i. d. R. zwar von den Suchmaschinen automatisch besucht und in das Verzeichnis aufgenommen, wenn auf sie gelinkt wird, doch wenn man sicher gehen will oder die Indexierung schnell vor sich gehen soll, kann man sie auch jeweils manuell über die Suchmaschinen-Anmeldeseiten anmelden. Eine andere Möglichkeit (besonders für komplexere Strukturen), alle Seiten bei einer Suchmaschine bekannt zu machen, ist die Übermittlung einer Sitemap an die Suchmaschine - eine Anleitung dazu findet man in den jeweiligen Webmaster-Infoangeboten der Suchmaschinen.

Die Internetadressen der wichtigsten Suchmaschinen-Anmeldeseiten:
Die wichtigste Suchmaschine ist derzeit Google, weshalb man sich intensiv damit auseinandersetzen sollte, wie Google die Internetwelt sieht und indexiert. Zum Glück stellt Google sehr gute Werkzeuge für Webmaster zur Verfügung (-> Google Webmaster Tools).

Neben den Suchmaschinen gibt es auch Blogverzeichnisse, in die man sich eintragen kann, z. B. Bloggeramt, Bloggerei, Blogalm, Blog-Finden und viele mehr. Sie verlieren meinem Eindruck nach aber zunehmend an Bedeutung.

Blog-Position in den Suchmaschinenergebnissen

Um einen Blog bekannt zu machen, reicht es nicht, von einer Suchmaschine indexiert zu werden, es kommt auch darauf an, an welcher Stelle der Blog/Blogpost in den Suchergebnissen gelistet wird. Wer nicht auf der ersten Seite der Suchergebnisse steht, wird selten besucht. Entweder man nutzt dann eine der anderen Möglichkeiten, Besucher aufmerksam und den Blog bekannt zu machen, oder man beschäftigt sich mit dem Thema -> Suchmaschinenoptimierung (SEO), um seine Positionen für verschiedene Schlüsselwörter in den Suchergebnissen (Search Engine Results Position - SERP) zu verbessern.

Blogs bekannt machen - Tipp 1:
Noch besser, als sich nachträglich mit SEO zu beschäftigen, ist es, sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung auseinanderzusetzen, bevor man den Blog oder einen einzelnen Blogpost überhaupt anfängt, denn schon die Namensgebung des Blogs bzw. der Titel des Blogpost haben Einfluss auf die Position in den Suchmaschinen. Siehe auch -> SEO für Blogs

Blogs bekannt machen über PR- und Werbemaßnahmen

Einige Möglichkeiten, mit denen man einen neuen Blog bekannt machen oder neue Blogposts bewerben kann (Beispiele):
  • Ein vorhandenes Online-Netzwerk informieren, den Blog ins Gespräch bringen
    - bei Twitter, Facebook, XING, Google+ etc.
  • (Online-) PR-Kampagnen
    Verlosungen, Online-Vorträge, Events z. B. in Social Media
  • Online-Werbung
    Suchmaschinenmarketing - Search Engine Marketing (SEM), Platzierung über Werbenetze, über Partnerprogramme, direkte Werbevereinbarungen mit Webseitenbetreibern und Bloggern
  • Pressemitteilungen
    in Printmedien und Online-Medien
  • Mailings, Serienbriefe (Snail-Mail)
  • Werbung
    Anzeigen in Zeitungen, Fernsehwerbung, Radiowerbung
  • Interviews (Radio, TV, Podcasts)
  • Vorträge halten (Volkshochschule, Messen, Kongresse, Hangouts bei Google+ ...)
  • Flyer verteilen
  • E-Mail-Rundschreiben/Newsletter
Welche der Maßnahmen für welchen Blog geeignet ist, hängt natürlich vom Unternehmen, Blog-Thema, der genauen Absicht hinter der einzelnen Marketingmaßnahme und der Zielgruppe ab.

Blogs bekannt machen über Verlinkung (Backlinks)

Eingehende Links auf einen Blog oder eine Website, nennt man Backlinks. Von anderen Blogs, Webseiten o. ä. verlinkt zu werden (Backlinks zu erhalten), sorgt nicht nur für Besucher ("Traffic"), sondern verbessert auch die Position des Blogs in den Suchmaschinenergebnissen. Der Wert eines Links hängt auch von der Qualität der verlinkenden Seite ab und wie gut das Thema der verlinkenden Seite zur verlinkten Seite passt. Bei den Backlinks unterscheidet man außerdem Nofollow- und Dofollow-Links, wobei zwar beide für den Traffic gut sind, aber Dofollow-Links für die Position in den Suchmaschinenergebnissen wertvoller sind (-> Blogkommentare-Links von "nofollow" auf "dofollow" umstellen).

- Blogs bekannt machen: Passiver Backlinkaufbau -

Die beste Maßnahme, um verlinkt zu werden (Backlinks zu erhalten), ist, kompetent und korrekt über etwas zu schreiben, was andere interessiert - zum Beispiel weil die Information
  • neu und einzigartig ist,
  • eine neue Sichtweise vermittelt und/oder
  • speziell für eine Zielgruppe passend aufbereitet wurde.
Wenn diese Informationen auffallen, werden Leser den Blog oder einzelne Blogposts bookmarken (beispielsweise über Social-Bookmark-Plattformen, wodurch ein Backlink gesetzt wird) oder diese in ihren eigenen Blogs oder in Social Media weiterempfehlen und verlinken. Unterstützen kann man das als Blogbetreiber, indem man die entsprechenden Social-Bookmarks-, E-Mail- und Social-Network-Weiterempfehlungsknöpfe prominent im Blog und in jedem Blogpost positioniert.

- Blogs bekannt machen: Aktiver Linkaufbau ("Linkbuilding") -

Darüber hinaus gibt es auch den aktiven Linkaufbau, man kann beispielsweise

  • Freunde und Bekannte mit guten Blogs und ähnlichen Themen bitten, in ihren Blogs einen Link zum Blog oder einem speziellen Blogpost zu setzen. Meist erwartet der andere dann auch einen Link zu seinem Blog als Gegenleistung. Dabei sollte man aber nicht genau einen Gegenlink setzen (Blog A verlinkt Blog B und Blog B verlinkt Blog A). Besser ist es einen weiteren Blog mit einbeziehen (z. B. Blog A verlinkt Blog B und Blog B verlinkt Blog C) - mindestens einer der beiden Linktauschpartner sollte also zwei Blogs betreiben (ansonsten sollte man zumindest verschiedene Posts auswählen). Die hochwertigsten Links sind Dofollow-Links aus einem Text heraus, die von einem passenden Keyword auf den Blog verlinken und möglichst auch mit dem passenden Title-Tag versehen sind. Aber Vorsicht: Zu viele perfekte Links können u. U. negativ (als Linkmanipulation) interpretiert werden.
  • Pressemitteilungen mit Link auf den eigenen Blog bei Online-Presseportalen platzieren (möglichst solche, die Dofollow-Links vergeben und von den Suchmaschinen schnell indexiert werden)
  • Blog in Artikelverzeichnisse eintragen (nicht übertreiben!)
  • Eigene Bookmarklisten bei verschiedenen Social-Bookmarks-Plattformen anlegen (nicht übertreiben!)
  • Blogposts anderer Blogs kommentieren
    In der Regel kann man dabei seine Blog-URL angeben, die dann den angegebenen Namen verlinkt.
  • Sich in Foren und Social Networks anmelden, ein Profil (mit Backlink) erstellen und sich dort vorstellen und vernetzen.
  • In Verzeichnissen anmelden (bei Unternehmensblog z. B. in Google Places)
  • Das Unternehmen oder das Blog-Thema bei Wikipedia.de platzieren mit Link zu weiteren Informationen im eigenen Blog (diese müssen dann allerdings sehr hochwertig und i. d. R. frei von Werbung sein).
  • Blog bei dmoz.org anmelden - es ist aber themenabhängig sehr schwierig dort aufgenommen werden. Die besten Chancen haben sehr hochwertige Seiten ohne Werbung - aber auch das ist keine Garantie.
  • Dofollow-Links bei einem hochwertigen Blog/Website (früher war das Maß der inzwischen veraltete PageRank) zu kaufen. Das mag Google allerdings nicht und wird es bestrafen, wenn man es übertreibt und es auffällt. Bezahlte Links sollten meiner Ansicht nach außerdem als Werbung gekennzeichnet werden, um dem Grundsatz der Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung und den Verbraucherschutzanforderungen nach Transparenz gerecht zu werden - ansonsten kann Sie ein Wettbewerber abmahnen.
Blogs bekannt machen - Tipp 2
Die Maßnahmen des aktiven Linkaufbaus darf man nicht übertreiben. Wenn der Verdacht der Manipulation ("Suchmaschinen-Spamming") auftaucht, kann das zum Ausschluss aus dem Suchmaschinenindex führen.

Blogs bekannt machen - Tipp 3
Bei Maßnahmen zum aktiven Linkaufbau (Linkbuilding) wie dem Eintragen in Pressemitteilungen, Artikelverzeichnisse und Bookmarkverzeichnisse sollte man auch diese Texte für jede Plattform einzigartig formulieren, denn doppelte Veröffentlichungen von Content ("duplicate content") kann von Suchmaschinen als Manipulationsversuch gewertet und mit einem schlechteren Ranking bestraft werden.

Der aktive Linkaufbau gehört zu den Methoden der Offsite-Suchmaschinenoptimierung (Search Enginge Optimization, SEO). Mehr zur Suchmaschinenoptimierung bei -> SEO für Blogs und ->Blog bekannt machen - Fortsetzung

Viel Erfolg beim Blog-bekannt-machen!

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