Posts mit dem Label Kommunikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kommunikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. November 2019

Influencer Relations gelungen: Der ShaneXJeffree Coup von Jeffree Star Cosmetics & Shane Dawson

Jeffree Star, Eigentümer und Geschäftsführer von Jeffree Star Cosmetics, und der Entertainment-YouTuber Shane Dawson haben mit ihrem gemeinsamen Projekt #ShaneDawsonXJeffreeStar (kurz ShaneXJeffree") der Online-Marketing-Königsdisziplin "Influencer Relations" mehr als eine Dimension hinzugefügt. Spoiler-Alarm: Am ersten Verkaufstag ihrer Conspiracy Collection (Make-up- und Merch-Produkte) standen die Menschen Schlange vor den Läden und alle Online-Shops, die die neuen Produkte führten, brachen unter dem Ansturm zusammen. Doch am Ende war alles gut.

Unter Influencer Marketing versteht man Marketing mit Hilfe von Personen, die ein gewünschtes Ansehen in sozialen Netzwerken genießen (sogenannte Influencer). Je nach Unternehmen/Marke sind deren Reichweite oder eine bestimmte Nische als Zielgruppe, Authentizität und Glaubwürdigkeit, die Qualität des Contents und/oder anderes ausschlaggebend. Ein Beispiel für Influencer Marketing sind die Werbeabkommen mit Marken (genannt Brand Deals): Influencer erhalten Geld dafür, dass sie über eine Marke und/oder deren Produkte einmalig oder öfter in ihrem Blog, auf YouTube oder Instagram sprechen (was übrigens als Werbung kenntlich gemacht werden muss, siehe auch Wie viel Transparenz braucht ein Blog?).

Als längerfristige Zusammenarbeit sind Influencer Relations angesetzt. Marke und Influencer entwickeln beispielsweise eine Produktlinie unter dem Dach der Marke zusammen (genannt "Co-Creation"), die dann den Namen des Influencers trägt und von ihm langfristig beworben und präsentiert wird (in Werbekampagnen, bei Meet & Greets, Talk-Shows, in eigenen Beiträgen in Blogs, auf YouTube, Instagram und anderes mehr).

Wer sind Jeffree Star und Shane Dawson? 

Jeffree Star, geboren als Jeffrey Lynn Steininger, war schon in MySpace-Zeiten ein Social-Media-Star und konnte dies für einen Berufswechsel vom Make-up-Artisten zum Singer-Songwriter nutzen. Als er mit der Musik später in eine Sackgasse geriet, ging er zum Make-up zurück: Mit drei Lippenstiftfarben und einer genauen Vorstellung, wie sich diese flüssigen Lippenstifte auf den Lippen verhalten und anfühlen sollten, startete er ein Make-up-Unternehmen (Jeffree Star Cosmetics, kurz JSC, in Kalifornien). Er ist heute, nur wenige Jahre später, nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern ein Beauty-Guru, der das Vertrauen von 16 Millionen Abonnenten bei YouTube genießt. Außerdem ist er Miteigentümer an Killer Merch, einer Firma für Influencer-Fanartikel und Service, sowie an anderen Unternehmungen. Sein jährliches Einkommen dürfte inzwischen über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr liegen.

Auch Shane Dawson, geboren als Shane Lee Yaw, ist ein Social-Media-Urgestein. Er ist sozusagen mit YouTube erwachsen geworden und hat dort heute über 23 Millionen Abonnenten. Neben dem Betrieb seines Comedy-Kanals hat er Bücher geschrieben, kurze Spielfilme gedreht und anderes mehr. Im Vergleich zu anderen YouTubern hat er seine Arbeit, Beliebtheit und Reichweitenerfolge jedoch eher mäßig in Einkommen umsetzen können (und wollen  - Geld ist nicht, was ihn antreibt, sagt er oft).

Anzeige


Jeffree Star und Shane Dawson haben sich bei YouTube-Kooperationen angefreundet - Jeffree Star, Unternehmer und Influencer in einem, und Shane Dawson, der "König" und "Oprah" von YouTube, der ausgebrannte, fallengelassene oder umstrittene YouTuber in neuem Licht zeigt und sie wieder zum Scheinen bringt. Als Shane Dawson 2018 eine dreiteilige Doku-Serie über den damals teils legendenumwobenen, teils umstrittenen Jeffree Star machte, sagte er in dem Video „The Secret World of Jeffree Star“ zu diesem im Scherz „… and I want you to make me rich“. Jeffree Star sagte nur "Okay, …". Und dieses Jahr zeigt er der Welt anscheinend, wie das geht.

Die Vorgeschichte: Brand-Deals-Skandale in der Beauty-Community

2018 gab es Skandale um Brand Deals zwischen Marken und Influencern in der englischsprachigen Beauty-Community. Konkurrenten und Fans deckten auf, dass manche bezahlten Beiträge nicht als solche kenntlich gemacht wurden und dass die Forderungen mancher YouTuber angeblich unverschämt hoch seien. Beides sorgte für Empörung, siehe Social Media: Sind Beauty-Gurus geldgierig und lügen Influencer für Geld?

Jeffree Star, der außer für wohltätige Zwecke keine Brand Deals mit anderen Beauty-Unternehmen auf seinem YouTube-Kanal eingeht, wollte zu mehr Transparenz beisteuern. So versuchte er Ende 2018 ein Beauty-Unternehmen zu finden, dass mit ihm einen Brand Deal einging und nichts gegen die Offenlegung des Vertrages hatte (das Honorar wollte er spenden). Ihm wurden tatsächlich sogar 165.000 US-Dollar für einen Brand Deal angeboten, aber die Einwilligung für eine filmische Dokumentation der "Behind the Scenes" wollte das Unternehmen dann doch nicht geben, so dass das Vorhaben platzte. Doch zusammen mit Shane Dawson und dessen Videographer/Editor Andrew Siwicki machte er uns nun den Blick hinter die Kulissen möglich („The Secrets of the Beauty World“: Shane Dawson und Jeffree Star lüften Geheimnisse der Beauty-Welt).

Der ShaneXJeffree Coup oder: Wenn Influencer Relations, Authentizität, Mut und Freundschaft aufeinandertreffen

Wann Jeffree Star und Shane Dawson ihr großes Projekt 2019 (#ShaneXJeffree, #ShaneDawsonXJeffreeStar) zum ersten Mal besprachen, ist nicht bekannt. Jedenfalls bringen Jeffree Star (genauer: das Unternehmen Jeffree Star Cosmetics) und der Entertainment-YouTuber Shane Dawson am 1. November 2019 eine gemeinsame Make-up-Kollektion "Conspiracy Collection" heraus, deren Entstehung und Vermarktungsvorbereitungen Shane Dawson und Andrew Siwicki seit Jahresanfang nicht nur kreativ, sondern auch filmisch begleiteten, wobei sie uns dank Jeffree Star Blicke hinter die Kulissen der Beauty-Industrie gewähren konnten.

Anzeige


Der Trailer und die ersten sechs Folgen der Doku-Serie wurden in den letzten Wochen vor dem großen Erscheinungstag auf YouTube publiziert (siehe unten) und millionenfach angeschaut. Die Fans reagierten mit Begeisterung auf die Einblicke und großer Vorfreude auf die angekündigten Produkte. Und obwohl viele zu Anfang erwartet - und manche gar erhofft hatten -, sie würden mehr Hintergründe zu den Dramen und Skandalen der Beauty-Community im Jahr 2018 und neuerer des Jahres 2019 ("Dramageddon 2.0" um James Charles, Tati Westbrook, Jeffree Star und andere) erhalten, war die Mehrheit bald fasziniert und inspiriert vom kreativen Prozess der Produktentwicklung, von den Business-Aspekten, die gezeigt werden, und von der Interaktion aller Beteiligen: Jeffree Star, Shane Dawson, Andrew Siwicki, die Teams von JSC und Killer Merch; und natürlich gehören bei Influencern wie Shane und Jeffree auch Familienmitglieder, Freunde und Haustiere mit in die Doku-Serie.

Die Neugier auf die Kollektion und die Sympathie der Fans war und ist überwältigend - nicht zuletzt, weil Jeffree Star, Shane Dawson und ihre Freundschaft echt sind und weil sie ideenreiche, wahnsinnig engagierte Arbeitstiere sind, die sich mit Kreativität und Trotz aus schwierigen Verhältnissen herausgearbeitet haben. Immer wieder faszinierend ist auch Jeffree Stars Unerschrockenheit, in diesem Fall nicht nur diesen Weg der Entwicklung und Vermarktung einer Make-up-Kollektion in dieser Größenordnung zu gehen, sondern auch sein Mut, die eigene Kalkulation und die der Branche offenzulegen.

Folge 6 der Doku-Serie stellt die Produkte vor: The Conspiracy Collection Reveal | Jeffree Star x Shane Dawson (YouTube-Kanal: Shane)



Die Spannung vor dem Tag des Erscheinens war groß. Bald würde man wissen, ob Jeffree Star Shane Dawson reich gemacht hat (auch monetär, nicht nur an vielen aufregenden Erfahrungen). Ein Merch-Testverkauf vor einigen Wochen war innerhalb weniger Minuten ausverkauft, aber werden sich auch über eine Million Lidschatten-Paletten ("Conspiracy" und "Mini Controversy" zusammen) in schwarz-weißer Verpackung so leicht verkaufen lassen (JSC war bisher eher rosa oder von intensiven Farben geprägt)?

Das Herzstück der Conspiracy-Kollektion von Shane Dawson und Jeffree Star Cosmetics ist die große Lidschattenpalette. Daneben gab es noch eine Mini-Palette ("Mini-Controversy"), flüssige Lippenstifte, Lip-Gloss, Lippenbalsam, Spiegel und Rucksäcke in Schweinchenform und Fanmode (Hoodies, T-Shirts etc.).

Jede Farbe und ihr Name sowie jedes Symbol auf den Farbpfännchen repräsentiert etwas aus Shane Dawson's Welt, die seine Fans und dank der Videoserie auch Jeffrees Fans gut kennen. Die Farbstory scheint für den Außenseiter auf den ersten Blick gewagt, doch wenn man genau hinschaut, sind die Mehrzahl der Farben alltagstauglich, nur einige in der mittleren Reihe sind mehr für die Mutigeren und einige (vor allem in der untersten Reihe) für den Ausgeh- und für den Feiertags-Look. Darüber hinaus sind einige der Farben auch als Blush ("Rouge"), Contour, Highlight u. a. einsetzbar.

Der Tag des Erscheinens

Am Freitag, dem 1.11.2019 war die Stunde der Wahrheit da: Um 10 Uhr kalifornischer Zeit (18 Uhr bei uns) sollte es die Produkte bei www.jeffreestarcosmetics.com (Online-Shop, Versand aus USA), in den Morphe-Filialen (Geschäftspartner von JSC) und bei allen JSC-Online-Einzelhändlern weltweit zu kaufen geben - nur die Australier durften bereits einen Tag vorher zuschlagen, weil sie zeitmäßig einen Tag voraus liegen. In den USA standen manche Leute um 3 Uhr morgens auf, um um 5 Uhr im Einkaufscenter zu sein und einen Platz vorne in der Schlange zu haben, wenn Morphe um 10 Uhr den Laden öffnete (YouTube-Kanal Qcknd: We camped Out for the Sold Out Shane Dawson Jeffree Star Collab).

(BTW: Wer an JSC-Produkten interessiert ist: Wo man Produkte von Jeffree Star Cosmetics (und von Jeffree x Morphe) kaufen kann, wenn man in Deutschland wohnt.)

Manchmal kommt es anders...

Die Australier scheinen am Vortag problemlos eingekauft zu haben. In den USA bildeten sich schon Stunden vor der jeweiligen Ladenöffnungszeit Schlangen vor den Morphe-Filialen, wie es von Fans gepostete Bilder bei Twitter zeigten. Als es dann endlich soweit war (18 Uhr nach deutscher Zeit) und man online hätte einkaufen können sollen, brachen nach meiner Beobachtung die Online-Shops von Jeffree Star Cosmetics (USA, gehostet bei Shopify) und von Beauty Bay (Großbritannien) zusammen - später erfuhr man, dass wohl alle Online-Shops, die die neuen Conspiracy-Produkte führten, in die Grätsche gingen. Sie waren dem Ansturm nicht gewachsen.
[Beauty Bay ist übrigens meiner Erfahrung nach derzeit die beste und günstigste Online-Shopping-Adresse für die jeweils neuesten JSC-Produkte für Käufer aus Deutschland (jedenfalls solange Großbritannien in der EU ist). Mit dem Kauf bei JSC-Anbietern im EU-Raum vermeidet man den lästigen Umgang mit dem Zoll, den Lieferungen von außerhalb der EU mit sich bringen.]

Gestern ging jedoch einige Stunden lang bei jeffreestarcosmetics.com und bei beautybay.com nichts mehr (jedenfalls nicht für den Online-Käufer in der Warteschlange spürbar). Jeffree Star informierte per Snapchat & Co., dass laut Shopify Tausende von Bestellungen pro Minute vom System abgewickelt würden und dass sie hofften, dass sich das System bald neu laden können würde und auch noch die Artikel, die beim Start gar nicht mehr ins Sortiment eingespielt werden konnten, im Shop zu kaufen sein würden.
Nach etwa 3 Stunden funktionierte der Online-Shop von Beauty Bay wieder. Eigentlich hatte ich das ermäßigte Palettenduo der neuen ShaneXJeffree-Kollektion kaufen wollen, aber das gab es nicht mehr. Doch zumindest ergatterte ich eine Conspiracy-Palette! Mehr zu dieser, sobald sie hier in München ist.

Fazit zum Erscheinungstag der Conspiracy-Make-up-Kollektion

Man ist ja gewohnt, dass es bei beliebten Indie-Brands und Kollaborationen entweder Probleme mit dem e-Commerce-System gibt oder dass alles so schnell ausverkauft ist, dass man nicht zum Zuge kommt. Hier aber hatten Shane Dawson, Jeffree Star, die Teams von Killer Merch und JSC und Andrew Siwicki alles, was sie konnten, dafür getan, dass dieser Tag und diese Produkte zu einem einmaligen Erlebnis für Fans und Kunden würde. Als dann die Technik (der Shopify-Plattform) dem Ansturm nicht standhielt, war das für die Kaufwilligen und noch mehr für Shane Dawson, Jeffree Star und sein Team für einen Moment jedoch eher ein sehr stressiges als ein freudiges Erlebnis, nicht zuletzt weil es außerhalb der eigenen Eingreifmöglichkeiten lag. Viele Fans zeigten trotz des eigenen Frustes Mitgefühl, denn sie wollten, dass die Beteiligten, die das ganze Jahr auf den Tag hingearbeitet hatten, ihren großen Tag genießen konnten.

Und wie bei einer Geburt angeblich der Schmerz bald vergessen ist, war auch der kurzzeitige Hauch von Frust oder Ärger bei den meisten schnell vergangen. Viele haben sowieso in den Morphe-Läden ganz "altmodisch stationär" eingekauft, weil sie ihre Beute dann gleich mit nach Hause nehmen konnten, andere schafften es am Ende doch noch, etwas in einem der Online-Shops zu ergattern, bevor am Ende dann so ziemlich alles weltweit ausverkauft war.

Ich habe Glück gehabt und eine Conspiracy Palette am Erscheinungstag (genauer gesagt: am Freitag, den 1.11.2019 um 21 Uhr) im Online-Shop von Beauty Bay aus Großbritanien ergattert und schon am 7.11.2019 um 9.30 Uhr in Freising bei München in perfektem Zustand in den Händen gehalten.  

ShaneXJeffree war ein voller Erfolg und wird vermutlich die Beauty-Branche und das Influencer-Marketing verändern. 
Denn wie kann sich eine Make-up-Marke heute noch von einer anderen abheben bei diesem riesigen Angebot (denn alle Stars und Sternchen versuchen derzeit noch in die boomende Branche einzusteigen und Geld zu machen): Indem sich nicht nur das Produkt, wie beispielsweise eine Lidschattenpalette, von denen der Mitbewerber durch Einzigartigkeit abhebt (Motto, Design, Farben - authentisch und passend zu den Protagonisten), sondern dazu auch ein aufregendes Erlebnis geboten wird, das die Fans einbezieht, begeistert und emotional mit der Marke verbindet - spätestens dadurch wird das Produkt dann auch zu einem Kunst- und Sammlerobjekt.

Shane Dawson und Jeffree Star haben Geschichte geschrieben und man kann Ihnen zu dem gelungenen Coup nur gratulieren!

Wer am Launch Day nicht zum Zuge kam, kann sich trösten: Die Regale in den Geschäften und die Angebote der Online-Shops sollen bald wieder mit den Artikeln der "Conspiracy Collection" und anderen Artikeln aus der Zusammenarbeit bestückt werden, zunächst nur mit je 60.000 Stück der Conspiracy- und der Mini-Controversy-Paletten und ab Anfang 2020 mit einer bis mehreren Wiederauflage der kompletten Kollektion. Die Conspiracy-Kollektion wird bleiben, solange die Fans sie wollen, so Jeffree Star.

Erste Reaktionen auf die Conspiracy Collection der ShaneXJeffree-Kooperation


LVNDRBEAUTY aus den USA bei Instagram



Dustin Dailey, YouTube-Drama-Kanal aus den USA



Grav3yardgirl, YouTube-Entertainment-Kanal aus den USA



NikkieTutorials, Beauty-Guru und YouTuberin aus den Niederlanden



Bearded and Beautiful, YouTube-Makeup-Videos aus den USA


So wie es bisher aussieht, ist die "Conspiracy Collection" bei den Anwendern und Anwenderinnen ein voller Erfolg!

Nachtrag: Das Meet & Greet am Tag nach dem Launch

Wer meint, Influencer Relations oder überhaupt Influencer Marketing sei nur ein Ding für Teenager und mit Influencern im Teenageralter, irrt. Jeffree Star und Shane Dawson sind beide über Dreißig. Zwar sind viele ihrer Fans Teenager oder junge Erwachsene, aber viele auch wesentlich älter - viele folgen ihnen seit ihren Anfangszeiten. Bei so genannten Meet & Greets treffen Influencer auf ihre Fans. Shane Dawson hatte meines Wissens bis zu diesem Launch keine Meet & Greets abgehalten, dafür aber Jeffree Star - meist in Verbindung mit der Eröffnung einer Morphe-Filiale, weil dort auch JSC-Produkte verkauft werden. Nach den Tweets/Instagram Posts und Fotos von Fans oder seinem Team zu urteilen, gehören zu seinen Fans junge Erwachsene, Paare, Teenager-Freundinnengruppen, Mütter oder Väter mit kleinen Kindern, Mutter/Großmutter-Teenager-Gespanne.

Noch am Tag des Launches flogen Jeffree Star und Shane Dawson von Kalifornien nach Minnesota, um dort in der Mall of America, organisiert von Morphe Brushes, mit Fans zu feiern. Morphe hat ein paar sehenswerte Eindrücke bei Twitter gepostet.


Die Verehrung der Fans ist unglaublich. Es ist eine Mischung aus Bewunderung für die Erfolge von Shane Dawson und Jeffree Star trotz schwieriger Ausgangsbedingungen, die beide hatten, Begeisterung über beider Kreativität, Freude über ihre Freundschaft und darüber, dass sie sich gegenseitig bei der Überwindung ihrer jeweiligen "Macken" unterstützen, Rührung über deren Hilfsbereitschaft anderen gegenüber und Dankbarkeit und Liebe, dass die beiden sie über Social Media nicht nur unterhalten, sondern Mut und Zuversicht für die Herausforderungen im eigenen Alltag vermitteln.

Begriffe: Marketing, Kommunikation
Marketing ist sowohl die Vermarktung im Sinne von Beeinflussung einer Kaufentscheidung als auch eine marktorientierte Führung eines Unternehmens. Online-Marketing umfasst die Marketing-Maßnahmen, die online ausgeführt werden.
Kommunikation ist Gedanken-, Daten-, Informationsaustausch. In Bezug auf Marketing (Marketingkommunikation) sind mit Kommunikation alle Marketingmaßnahmen gemeint, die die Wahrnehmung und Einstellung potenzieller Kunden beeinflussen wie beispielsweise Werbeanzeigen, Messeauftritte, "normales" Influencer Marketing (Brand Deals etc.).


Alle bisherigen Folgen der Shane-Dawson-Jeffree-Star-Doku-Serie auf dem YouTube-Kanal Shane:

Es sollte weitere Folgen geben: über den ersten Verkaufstag, das erste gemeinsame Shane-Dawson-und-Jeffree-Star-Meet-&-Greet, über die Dramen in der Beauty-Industrie und mehr. Inzwischen überlegt Shane Dawson jedoch, die Serie mit dem Reveal der fertigen Palette und dem Glück darüber positiv enden zu lassen. Anderseits sind schon mehrere weitere Folgen fertig und es wird bis heute (8.11.2019) gefilmt. Das Problem für Shane Dawson ist, dass der Trailer Bilder aus der Zeit von Dramageddon 2.0 zeigte, er aber diese positive Stimmung derzeit in der Beauty Community nicht mit alten Dramen zerstören will. "I just want to be happy right now", sagt Shane im Gespräch mit sich selbst und Fans live bei Instagram, aufgezeichnet von Rich Luxx. Wir lassen uns überraschen, wie er das löst.

Anzeige



Samstag, 15. April 2017

Fake-Profile und Identitätsklau aufdecken

Fake-Profile werden von Menschen, Organisationen und Institutionen mit ganz unterschiedlichen Absichten genutzt, darunter sogar solche mit betrügerischen oder sogar mörderischen Motiven. Wie man sich schützen kann.

Hinter einem Fake-Profil können Gefahren lauern

Falsche Identitäten und Fake-Profile (gefälschte Profile) werden im Internet von vielen benutzt, mit denen man nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte, beispielsweise
  • Robots
    Das sind Software-Programme, die vortäuschen ein Mensch zu sein. Sie sollen Meinungen manipulieren, indem sie falsche Fakten verbreiten oder der Bedeutung von Fakten eine bestimmte Gewichtung verleihen. Sie können von Parteien, fremden Geheimdiensten oder Unternehmen eingesetzt werden. 
  • Unternehmen, die Daten sammeln, werben und/oder Geschäftsgeheimnisse ausspionieren wollen, 
  • Parteien für deren politische Kommunikation, 
  • Geheimdienste, die Daten von Personen sammeln oder Wirtschaftsspionage betreiben,
  • Verbrecherbanden, die auskundschaften, wann wer im Urlaub ist, die Daten abgreifen oder anderes, Manche verbreiten zu dem und anderen Zwecken auch Links zu Schadsoftware. 
  • Heiratsschwindlerbanden, die bindungswillige Männer und Frauen mit falschen Identitäten und falschen Versprechungen um Geld betrügen, 
  • Betrüger mit falscher Identität als Einzeltäter
    Manche wollen sich nur die Zeit vertreiben, andere Leute veräppeln oder sich wichtig machen, was dennoch zu traumatischen Erfahrungen führen kann (siehe Catfish). Wieder andere sind Einbrecher, die alleine agieren, andere versuchen, an Daten zu gelangen, um unberechtigt Geld abzuheben, auf Kosten anderer einzukaufen etc. Auch hier gibt es solche, die dazu Schadsoftware benutzen, die sie über Links verteilen,
  • Menschen auf der Suche nach unverbindlichem Sex,
  • Psychopathen, Triebtäter und andere, die die Gewohnheiten möglicher Opfer ausspionieren.
Der Kontakt zu manchen der beispielhaft genannten Besitzer von Fake-Profilen ist vielleicht amüsant oder nur verschwendete Zeit, aber im schlimmsten Fall kann sich hinter einem Fake-Profil eine tödliche Gefahr verbergen.

Anzeige


Wie kann man sich vor Fake-Profilen - und damit vor falschen Freunden und Identitätsklau - schützen?

Mögliche Schutzmaßnahmen:
  • keine Freundschaftsanfragen von Fremden annehmen
    Das lässt sich allerdings nicht so einfach realisieren, denn wer (auch) beruflich in den sozialen Netzen unterwegs ist, will und muss ja auch netzwerken, das heißt, neue Kontakte knüpfen. 
  • private Informationen nur an "echte" Freunde verteilen
    Man kann die Kontakte verschiedenen Freundeslisten (Facebook), Kreisen (Google+) o. Ä. zuordnen. Privates, beispielsweise Informationen, wann niemand zuhause ist, sollte man nicht außerhalb des engsten und persönlich bekannten Freundeskreises vorab veröffentlichen.
  • Bevor man eine Kontaktanfrage in einem sozialen Netzwerk von einer Person, die man im realen Leben nicht kennt, annimmt, sollte man ihr Profil prüfen.
    Ein Hinweis auf ein Fake-Profil kann sein, dass jemand nur ein Bild von sich und sonst keinerlei Informationen und auch keine selbst verfassten Postings veröffentlicht, sondern lediglich ein paar Postings von anderen geteilt hat.
    Auch wenn der Mensch auf dem Bild freundlich aussieht, eine schmucke Uniform trägt, auf einem schönen Boot sitzt, ein süßes Kind auf dem Arm hält oder mit einem Hundewelpen spielt, sollte man nicht in den Vertrauensmodus schalten – all das kann falsch und vorgetäuscht sein, tatsächlich ist das sehr wahrscheinlich. 
Bilder von mutmaßlichen Fake-Profilen prüfen

Um Fake-Profile und falsche oder sogar geklaute Identitäten aufzudecken, geht man als erstes mit der Google-Bildersuche, eigentlich eine Bildsuchmaschine, auf Spurensuche.

Man kann das Verfahren auf das Profilbild und andere Bilder, die die Person von sich veröffentlicht hat, anwenden. Auf die gleiche Weise kann man auch feststellen, ob das eigene Profilbild (oder andere von einem selbst im Internet veröffentlichte Bilder) von Fremden verwendet werden.

Nutzung der Google-Bildersuche 

Zuerst wird das Bild vorbereitet:
Wenn man das Bild, das man überprüfen möchte, (noch) nicht auf dem aktuellen Computer gespeichert, sondern im Internet gefunden hat, muss man es entweder herunterladen oder die Adresse des Bildes in den Zwischenspeicher laden. Für die letzten beiden Optionen kann man bei Chrome, Firefox, Safari, Opera und dem Internetexplorer die Funktionen der rechten Maustaste nutzen:
  1. Internetseite, auf der das Bild ist, aufrufen. 
  2. Mit der Maus auf das Bild fahren und 
  3. auf die rechte Maustaste klicken.
    Das Kontextmenü öffnet sich.
  4. Im Kontextmenü Bild speichern unter oder Bildadresse kopieren oder entsprechende Formulierungen je nach Browser anklicken und den Anweisungen folgen. 
Nun folgt die eigentliche Bildersuche:

  1. Browser öffnen und https://images.google.com/ oben in das URL-Feld eingeben.

    Die Bildersuche wird aufgerufen. 
  2. Im Eingabefeld der Bildersuche auf den Fotoapparat (Symbol für die Bildersuche) klicken.

    Das Eingabefeld der Bildersuche erweitert sich, das Register Bild-URL einfügen ist aktiv.



    Wenn Sie die Bildadresse (URL des Bildes) in die Zwischenablage kopiert haben, geht es weiter mit 3. Wenn Sie das Bild auf ihrem Computer gespeichert haben, machen Sie weiter mit 4.
  3. Wenn Sie die Bildadresse (URL des Bildes) in die Zwischenablage kopiert haben, führen Sie den Mauszeiger in das Eingabefeld des Bild-URL-Registers und drücken Sie die Tasten Strg und v gleichzeitig.
    Die Bildadresse wird eingefügt.
    Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Bildersuche.
    Die Ergebnisseite öffnet sich. 
  4. Wenn Sie das Bild auf ihrem Computer gespeichert haben, wechseln Sie in das Register Bild hochladen, klicken Sie dort auf die Schaltfläche Datei auswählen, wählen Sie eine Datei aus und klicken Sie auf Öffnen.
    Die Ergebnisseite öffnet sich. 



  5. Im oberen Teil der Ergebnisseite findet man eine Vermutung, um was es auf dem Bild geht. Und ja, die Vermutung ist in diesem Fall richtig. Es geht um eine Eva Schumann, allerdings nicht um die Professorin für Deutsche Rechtsgeschichte, sondern um mich auf Position 2 und rechts in der Vorschau (Wikipedia-Eintrag als Autorin/Schriftstellerin sowie Bücher, die Google von mir kennt). Darunter werden noch einige optisch ähnliche Bilder gezeigt.
    Richtig interessant wird es aber erst, wenn man weiter nach unten scrollt, denn dort wird gelistet, wo das Bild überall im Internet gefunden wurde.

  6. Man kann nun prüfen, ob das Bild nur von dem Namen verwendet wird, von dem man eine Kontaktanfrage erhielt.

    Hinweis: Nicht immer muss ein unredlicher Grund dahinterstecken, wenn dem nicht so ist. Autoren und Schriftsteller schreiben ihre Bücher beispielsweise gerne unter verschiedenen Pseudonymen, die jeweils für ein Thema oder ein Genre stehen. Ich habe beispielsweise ein paar Romantikthriller als Eva B. Gardener (Pseudonym) geschrieben.
Wenn man ein eigenes Bild von anderen verwendet sieht, ohne dass man es frei zur Verfügung gestellt hat oder ohne dass die Zustimmung eingeholt wurde, sollte man dem weiter nachgehen und dabei sicherheitshalber sofort alle Beweise sichern (Screenshots, Ausdrucke, eventuell die Seite speichern/inklusive des Quelltextes etc.), denn die wird man brauchen, um einen Identitätsdiebstahl, Urheberrechtsverletzungen o. Ä. zu beweisen.

Doppelte Kontaktanfragen können auf ein Fake-Profil hinweisen
Wenn man von jemandem, mit dem man bereits befreundet ist, noch eine Kontaktanfrage erhält, sollte man aufmerksam werden. Dieses zweite Konto hat dann zwar den gleichen oder einen ähnlichen Namen, aber an der Internetadresse (Uniform Resource Locator, URL) erkennt man, dass es ein anderes Konto ist. Zwar steckt nicht immer ein Identitätsdiebstahl und betrügerische Absichten dahinter (ich selbst habe zwei Facebook-Konten als Eva Schumann, um meine vielen Ativitäten etwas aufzuteilen), aber sicherheitshalber sollte man den Kontakt, bei dessen Identität man sicher ist – meist der erste -, fragen, ob die neue Anfrage auch von ihm/ihr von einem zweiten Konto ist oder ob da jemand Fremdes ein Täuschungsmanöver unternimmt.
Anzeige


Fazit

Das Internet ist wie die Welt außerhalb ein Ort mit vielen verschiedenen Menschen. Die einen haben gute Absichten, andere nicht. Auch im Internet sind die Betrüger kurzfristig einen kleinen Schritt voraus, solange eine neue Masche nicht bekannt ist. In beiden Welten muss man sich deshalb auf dem Laufenden halten, wie man sich schützt.

Was würden Sie noch ergänzen? Bitte lassen Sie uns über einen Kommentar daran teilhaben.


Freitag, 30. September 2016

Lamento über den Umgang mit Kunden und Gedanken zur nachhaltigen Kommunikation

Nachgedacht über nachhaltige Kommunikation
Zurückgelehnt und nachgedacht über nachhaltige Kommunikation.

Alle Jahre wieder wird mit viel Marketing-Gedöns für neu gezüchtete Balkonblumensorten getrommelt. Vor ein paar Jahren verliebte ich mich in eine von diesen: Ihre Blüten waren gelbweiß gestreift und sie hieß 'Lemon Slice'! Ich kaufte sie und freute mich eine Saison lang an ihrer fruchtig-frischen Ausstrahlung auf meiner Terrasse. Doch als ich die gleiche Sorte zur nächsten Blumenpflanzsaison wieder kaufen wollte, fand ich keinen Anbieter mehr - offensichtlich war sie nicht mehr im Trend und aus den Sortimenten verschwunden. Ich fand es schade, dass in der Sommerblumenzüchtung offensichtlich nicht damit gerechnet wird, dass jemand bei einer Sorte bleiben oder zu ihr irgendwann zurück möchte. Vielleicht ist auch einfach kein Platz für die vielen Sorten der Vorjahre, weil jedes Jahr wieder unzählige neue auf den Markt kommen und sich jeder Züchter mit seinen neuen Sorten ins Gespräch und in Sortenprämierungen bringen muss. Ich finde es schade, aber habe es inzwischen verschmerzt, dass man mich nicht über nachhaltig gepflegte Sommerblumensortimente an sich binden will.

Sortimentsbereinigung ohne Rücksicht auf die Kunden

Anders geht es mir mit meinem neuen Smartphone: Kürzlich habe ich mir nämlich endlich ein Smartphone gekauft: Es heißt Lumia - schon der Name gefiel mir - und es ist ein Windows Phone. Dabei brauchte ich gar kein Smartphone - jedenfalls nicht zum Telefonieren, denn mein altes Handy tut es fürs Online-Banking und für die Notrufmöglichkeit beim Autofahren noch. Aber mit dem neuen Gerät kann ich meine Webseiten auf kleinem Bildschirm checken, kann in guter Qualität fotografieren, filmen, Audio aufnehmen, Nachrichten lesen, die sozialen Netzwerke einschließlich YouTube durchforsten, Notizen an mich selbst erstellen und auch Office-Dokumente anschauen - übrigens alles zuhause über mein WLAN, obwohl ich im Fall des Falles meine Handy-Simcard auch für das Smartphone nutzen kann. Mein Smartphone ist nicht nur schön und funktionell, sondern es war wirklich preiswert und seine Nutzung kostet mich auch kaum etwas! Alles war prima und ich hatte mich innerlich auf eine lang andauernde Freundschaft mit der Marke eingestellt, bis ich erfuhr, dass der Hersteller diese Marke einstellen wird. Da war meine Freude vorbei.

"Mit so etwas muss man rechnen", wurde mir gesagt. "Informations- und Telekommunikationstechniken verändern sich und Unternehmen müssen sich am Markt ausrichten." Trotzdem: Nicht nur meine Freude am Gerät ist seitdem getrübt, mein Vertrauen in den Hersteller der Marke, nämlich Microsoft, ist ebenfalls futsch.

Leider ist auch das ein Fall, auf den ich als Nutzer kaum Einfluss habe, außer dass ich nun regelmäßig auf der Facebook-Seite von Microsoft deswegen jammere. Aber ob die Verantwortlichen kapieren, wie viel sie kaputt machen, wenn sie alles rein wirtschaftsstrategisch entscheiden und die Gefühle der NutzerInnen, die vorher über die Marke aufgebaut wurden, ignorieren? Für mich ist diese Vorgehensweise jedenfalls ein Rezept, wie man das Vertrauen in die Herstellermarke gleich mit einer Produktmarke zusammen zerstört.

Social-Media-Trends

Schnelllebig geht es auch bei den sozialen Netzen zu. Kaum jemand erinnert sich noch an die VZ-Netzwerke, dabei waren sie mal der Hype im deutschsprachigen Raum – im Juli 2010 hatten sie noch 17 Millionen Mitglieder, die sich dort miteinander vernetzten, dann kam Facebook und die Nutzer liefen mit fliegenden Fahnen über. Im August 2012 hatten die VZ-Netzwerke dann nur noch 2,8 Millionen Mitglieder. Diese Vergänglichkeit von Trends sollte man als Kommunikations-Verantwortliche/r nie vergessen. Einen Social-Media-Kanal einzurichten und ein Netzwerk aufzubauen und lebendig zu halten, macht sehr viel Arbeit - und ganz plötzlich kann der Hype vorbei sein. Laut verschiedener Trendforscher befindet sich aktuell übrigens Facebook auf dem absteigenden Ast – die Jugendlichen und jungen Erwachsenen jedenfalls tummeln sich angeblich lieber beim „nächsten heißen Scheiß“, nämlich bei Snapchat***, und hoffen, dass ihnen die Eltern und Großeltern möglichst lange nicht dorthin folgen mögen.

Marken, Dienstleister und Unternehmen, die Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen möchten, müssen nun ebenfalls zum neuen Dienst wechseln und sich wieder auf eine neue Art des Vernetzens und der Kommunikation einstellen.

Wie kann eine nachhaltige Kommunikationsstrategie aussehen?

Zwar muss man seiner (angepeilten) Zielgruppe hinterherreisen, um im Austausch mit ihr zu bleiben oder sie für sich zu gewinnen. Aber andererseits sollte man sich nach Möglichkeit auch nicht zu abhängig von Dritten machen, denn die können für ihre Plattformen nicht nur ihre Spielregeln jederzeit verändern, sondern auch aus der Mode kommen oder sogar pleitegehen. Damit dann nicht aller Einsatz der vergangenen Jahre verloren ist, empfiehlt es sich, langfristig zu planen und von Anfang an die eigenen Webseiten, Blogs, Foren und so weiter zum Zentrum seines Kommunikationsuniversums zu machen, um das die Aktivitäten auf den Plattformen Dritter wie Satelliten kreisen. Außer man will tatsächlich nur einen aktuellen Trend reiten, bis er tot ist, um sich dann ein neues Pferd zu suchen. Ein Verhalten, das aber selten Kundenvertrauen schafft, außer man ist Trend-Berichterstatter.

*** Snapchat ist ein Sofortnachrichtendienst für Bildnachrichten, die sich nach vorgegebener Zeit selbst löschen. Snapchat gibt es derzeit nur als App für Mobile Endgeräte wie Smartphone und Tabletcomputer mit den Betriebssystemen Android (Google) und iOS (Apple).

Freitag, 22. Januar 2016

Authentische Kommunikation hilft – manchmal


Als Unternehmenskommunikation (Corporate Communications) wird laut Gabler Wirtschaftslexikon der Teil der Unternehmensführung bezeichnet, der mit Hilfe des Wahrnehmungsmanagements die Reputation (Ruf) prägt. In der Praxis passen Unternehmen und seine Kommunikation oft nicht zusammen. Authentische Kommunikation kann die Lösung sein.

Oft genug orientieren sich Unternehmen hinsichtlich ihrer Kommunikation an der Corporate Identity (CI) – die aber leider häufig dadurch zustande kam, dass leitende Mitarbeiter anlässlich einer Klausur den Chef beeindrucken wollten und alle aktuellen Buzzwords aus Public Relations und Marketing, die sie kannten, in die Runde warfen. Die CI bildet dann eher ab, wie der Chef seine Firma gerne gesehen haben möchte, und nicht, wie sie ist. Vergessen wird zu oft, wozu man personell und finanziell in der Lage und überhaupt Willens ist, hinzuarbeiten. Wenn der Kunde dieses Unternehmens im richtigen Leben Erfahrungen macht, die nicht im entferntesten mit der Kommunikation über Werbung, Newsletter, Kundenmagazine etc. übereinstimmt, dann verliert das Unternehmen an Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), ein Unternehmen für öffentlichen Personennahverkehr in Berlin, sind mit ihrer Kommunikation einen anderen Weg gegangen: Nachdem sie mit einer früheren, recht naiven Kampagne, bei der ihre Kunden die schönsten Berlin-Erlebnisse in Bus und Bahn posten sollten, baden gegangen waren, setzten sie Ende 2015 auf Ironie und veröffentlichten ein etwas schräges Video "Is mir egal" (feat. Kazim Akboga), das zur Stadt passt und auf den Charme der Unvollkommenheit setzt.

Das Video wurde am 11.12.2015 auf YouTube gepostet und alleine dort bis heute 3.414.560 Mal angeschaut - wegen seines Humors und der eingängigen Musik verbreitete es sich wie ein Lauffeuer über alle sozialen Netze. Die, die das Video gesehen haben, hegen keine allzu hohen Erwartungen an die BVG, aber fühlen sich cool, wenn sie mit deren U-Bahnen, Straßenbahnen und Omnibussen die Stadt durchkreuzen - nichts kann sie mehr überraschen und aufregen, sie bleiben locker. Die BVG hat also das Beste aus einer Situation gemacht und alle sind erst einmal zufrieden.

 

Wie sieht im Vergleich dazu die Krisenkommunikation von VW nach Aufdeckung der Abgas-Manipulationen aus? Leugnen, Herunterspielen, Uneinsichtigkeit und langsame Informationsweitergabe. Das mag auch authentisch sein - vermutlich waren alle Beteiligten und Unbeteiligten in Panik -, das kommt in diesem Fall aber gar nicht gut an. Dieser unbeholfene Versuch zur Schadensbegrenzung bewirkt in Wahrheit genau das Gegenteil: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie werden noch weiter verspielt.

Man merke sich: Authentische Kommunikation ist nicht immer charmant und nicht immer die passende Lösung. VW hätte besser daran getan, nach einem solchen Skandal, so professionell zu agieren, wie es ihre Hochglanzwerbung und sonstige Selbstdarstellung in der Unternehmenskommunikation verspricht.

Weitere Informationen 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Facebook - Vorschau der geteilten Links aktualisieren (Anleitung)

Wer hat sich noch nicht geärgert, wenn Facebook eine veraltete Vorschau für einen Link, den man in eine Statusmeldung gesetzt hat, anzeigt? Oder was tut man, wenn man vor einiger Zeit eine eigene Webseite oder einen Blogbeitrag per Link vorgestellt hat, dieser Beitrag sich inzwischen jedoch geändert hat und nun auch die Vorschau nachträglich aktualisiert werden sollte? Kein Problem!

Die Vorschau von geteilten Links lässt sich bei Facebook auch nachträglich aktualisieren! Und so geht es:
  1. In der Facebook-Chronik den Beitrag suchen und dort auf den Datumsstempel oder - wenn das Posting noch nicht so alt ist - auf die Zeitangabe klicken.



    Resultat: Der Beitrag wird alleine für sich auf einer Seite angezeigt. (Die URL, die nun oben im URL-Eingabefeld angezeigt wird, ist übrigens der Direktlink zu dem Beitrag.)

  2. Ganz oben rechts im Beitragsfeld auf den kleinen blassen Pfeil nach unten klicken.

    Resultat: Es öffnet sich ein Menü mit diesen Menüpunkten:
    - Löschen (löscht den kompletten Beitrag)
    - Beitrag bearbeiten (dort kann man die selbst geschriebenen Informationen verändern)
    - Beitrag einbetten (generiert den Code, den man in den Quellcode einfügt)
    - Geteilten Anhang aktualisieren (liest den Link neu aus und passt die Vorschau entsprechend an, wenn sich inzwischen auf der Webseite oder im Blogbeitrag etwas verändert hat.
  3. In diesem Menü auf Geteilten Anhang aktualisieren klicken.

    Resultat: Der Link wird neu ausgelesen und in einem Vorschaufenster wird die aktualisierte Vorschau angezeigt.



    Was tun, wenn sich die Vorschau bei Facebook nicht geändert hat?
    Wenn sich die Vorschau nicht geändert hat, sollte man sich den Quelltext der verlinkten Webseite anschauen und prüfen, woher die Informationen in der Vorschau stammen. Manchmal müssen nämlich vom Webdesigner die Meta-Tags im Head-Code der Seite (genauer gesagt: der description-Tag) geändert werden oder - wenn der Link auf eine Frame-Weiterleitung zeigt - müssen vom Webadministrator der Webseite oder des Blogs die Tags bei dem Hoster geändert werden, bei dem die Weiterleitung eingerichtet und konfiguriert wurde.
    Nach Änderungen an der Webseite solange wieder bei 2. anfangen, bis die gewünschten Änderungen auch in der Vorschau der Facebook-Vorschau für den Link (URL) angezeigt wird.
  4. Wenn die Facebook-Vorschau schließlich passt, dann auf Speichern klicken.

    Resultat: Nun wird der Beitrag mit der neuen Vorschau angezeigt.



Anzeige

Montag, 18. Mai 2015

Rebranding am Beispiel der Marihuana-Industrie


Cannabis wird nicht nur in immer mehr Ländern zu medizinischen und anderen Zwecken erlaubt, es ist auch der neueste "heiße Scheiß" an der Börse. (Bild: © WildOne / pixabay)

Die Zeit der Marihuana-Prohibition scheint zu Ende zu gehen. In einigen Ländern und US-Bundesstaaten ist man zu der Auffassung gelangt, dass die pauschale Kriminalisierung der Nutzer nichts gebracht hat außer viel Geld für die Drogenmafia, hohe Kosten für das Rechtssystem, soziale Ungerechtigkeit und Einschränkungen bei medizinischer Behandlung, für die Inhaltsstoffe von Medizinalhanf prädestiniert sein könnten.

Anzeige


Mit der Entkriminalisierung beziehungsweise Legalisierung – zumindest für den medizinischen Gebrauch - soll das Geld in Zukunft in die Haushalte der Länder oder Bundesstaaten und nicht in die Hände krimineller Organisationen gespült werden. Außerdem will man Produkte und Markt so besser kontrollieren und regulieren können. Auch in Deutschland sprechen sich immer mehr Politiker und Organisationen für eine Legalisierung unter bestimmten Regeln aus.

Die neue und weltweit stark wachsende legale Cannabis-Industrie besteht aus Produzenten, Ausstattern für Produktionsanlagen, Vermarktern, Verarbeitern, Anbietern von Hilfsmitteln für Konsumenten und verschiedene Arten von Dienstleistern – teilweise für medizinisches Marihuana, teilweise für „Freizeit-Marihuana“. Diese -> Cannabis-Unternehmen brauchen Geld für Investitionen - wie jedes junge expandierende Unternehmen.

Da es mit den Banken in den USA noch Schwierigkeiten gibt – die haben Angst, weil die Legalisierung in einzelnen US-Bundesstaaten zwar durch, aber durch den Bund nicht ebenfalls abgesegnet ist-, wollen die Cannabis-Unternehmen Private-Equity-Firmen, Fonds und Aktionäre als Investoren gewinnen. Also müssen sie dringend weg vom schmuddeligen bis kriminellen Image, das lange mit Marihuana einherging: Drogenrausch, Lethargie, Illegalität, Kriminalität, Drogenmafia.

Eine (neue) Unternehmenskommunikation muss her

 New York City Get Ready (International Cannabis Association, YouTube)


Die Selbstdarstellung der Cannabis-Industrie im Web und im richtigen Leben signalisiert daher jetzt das Gegenteil vom alten Image, nämlich Seriosität und Professionalität. Die Webseiten der Unternehmen sind modern und übersichtlich gestaltet – irgendwo zwischen Apotheken-, Best-Ager-, Biotechnologie- und landwirtschaftlicher Werbung.

Die Mitarbeiter der Unternehmen tragen Business-Outfits und nicht etwa Kapuzenpullover oder Gesundheitslatschen. Die auf das Cannabis-Geschäft spezialisierte Private-Equity-Firma Privateer Holdings, in die auch der Founders Fund des berühmten Investor Peter Thiel investiert hat, hat 200 Mitarbeiter so genannter Blue-Chip-Unternehmen wie Microsoft, T-Mobile, Starbucks und Amazon gewinnen können. Auch dies ein Zeichen dafür, wie ernst man das Geschäft mit dem Cannabis nimmt und dass man dafür seriös und professionell wahrgenommen werden will. Worte wie Gras, Ganja, Dope würden diese Leute nicht benutzen – zu sehr sind sie mit dem alten Image verwoben. Cannabis – der botanische Name –, sachlich und neutral, ist der einzige Begriff, der ihnen über die Lippen kommt.

Die Marihuana-Business-Konferenzen und –Ausstellungen beispielsweise in Chicago oder New York unterscheiden sich denn auch nicht von anderen Business-Messen und -Konferenzen: Geschäftsmäßig gekleidete Menschen besuchen Vorträge, begutachten die Ausstellungen, diskutieren und tauschen ihre Visitenkarten aus. Lediglich die Austauschbereitwilligkeit mit der Konkurrenz scheint größer – was man aber in neuen Industrien oft beobachten kann.

Die Cannabis-Industrie ist zwar nicht neu, aber wird nun ans Licht geholt – was bessere Forschungs- und Züchtungsarbeit ermöglichen wird. Außerdem versprechen sich viele der amerikanischen Unternehmer vom Ende der Cannabis-Prohibition einen positiven Einfluss auf die soziale Gerechtigkeit in ihrem Land, was ihre Arbeit und die Arbeit miteinander beflügelt: Seit 1965 wurden 20 Millionen Amerikaner wegen Marihuana-Besitzes festgenommen, die Wahrscheinlichkeit für eine Anklage war aber bei Afroamerikanern vier Mal so hoch wie bei Weißen.

Weitere Informationen
Anzeige

Montag, 5. Januar 2015

Business-Outfits versus Kleidung im Job - ein paar Gedanken

Jeder Modekatalog und jeder Online-Shop für Bekleidung enthält eine Abteilung "Business-Outfits". Dabei entspricht der strenge Businessstil nur bei wenigen dem, was sie üblicherweise im Job anziehen.

Als ich meine Web-App www.mein-outfitarchiv.de mit Outfits aus meinem Kleiderschrank bestückte, kam ich bei der Kategorie "Business" für Businessmode/Businesskleidung ins Grübeln. Hat ein Business-Outfit tatsächlich etwas mit der üblichen Kleidung am Arbeitsplatz zu tun? Wohl eher nicht, denn dann stände Businessstil für alles, was man beruflich trägt vom Blaumann über den Arztkittel bis zum Astronautenanzug.

Ein formelles Business-Outfit ist nur
bei wenigen die Kleidung im Berufsalltag
Stattdessen steht strenger Businessstil für einen formellen Chic - klassischer Hosenanzug oder Kostüm -, dunkel im Winter, helle gedeckte Farben im Sommer. Für Kleidung, die durch ihre strengere Form Format verleihen soll.

Sicher, manch einer will sich mit Businesskleidung mehr Wichtigkeit verleihen, als ihm/ihr zusteht, andererseits kann Businesskleidung auch ein Zeichen von Respekt gegenüber dem eigenen Auftrag oder dem Gegenüber sein. Sie sagt, dass man die persönliche Bequemlichkeit oder Selbstdarstellung hinter einer selbst gewählten oder zugewiesenen Rolle/Aufgabe des Arbeitgebers mehr oder weniger zurückstellt.

Strenge Business-Outfits passen nicht zu jedem Beruf

Strenge Businesskleidung hatte in meinem Berufsleben bisher wenig Bedeutung, obwohl ich meinen Beruf immer sehr wichtig genommen habe und auch nicht die schlechtesten Berufe hatte.

Aber wäre ich als Gartenbau-Ingenieurin oder später als technische Redakteurin in der Informationstechnologie/Telekommunikation in formeller Business-Kleidung zur Arbeit gekommen, hätten mich wohl alle schief angeschaut, obwohl ich in beiden Fällen fast überwiegend im Büro am Computer gearbeitet habe.

Im Gartenbau hätte der Business-Anzug signalisiert, dass Zupacken nicht meine Sache sei - den KollegInnen, dem/der Vorgesetzten und den KundInnen bzw. der Klientel (Gärtner, andere Praktiker, Wissenschaftler, Hobbygärtner, Presse).

In der technischen Redaktion hätten RedakteurskollegInnen mir vermutlich übermäßigen Ehrgeiz unterstellt; Entwickler und Tester, mit denen ich besonders gerne zusammengearbeitet habe, hätten mich, die Businessanzug tragende Person, vermutlich automatisch in die Marketing-Schiene einsortiert - eine Spezies, die bei Spezialisten aus der IT nicht allzu beliebt ist, weil man ihr gerne unterstellt, sich grundsätzlich zu wichtig zu nehmen.

Formelle Business-Outfits durfte/musste ich bisher nur zu Vorstellungsgesprächen, bei Vortragsveranstaltungen oder auf Messen anziehen.

Das Outfit in der Kunden-Kommunikation

Ein Outfit ist auch "Kommunikation", denn es bestimmt den ersten Eindruck.

Wie formell das Business-Outfit sein darf oder muss, hängt davon ab, in welcher Branche man arbeitet und was dort üblich ist, welche Position man innehat, wie sehr man das Unternehmen repräsentieren muss, ob man Kundenkontakt hat, welcher Art die Kunden sind, welche Wirkung man beim Kunden mit der Kleidung erzielen will/soll/muss.

Anzeige


Bankangestellte genauso wie Standesbeamte und Marketingberater tragen beispielsweise Businesskleidung auch aus Respekt vor dem Kunden (und dem Wert seines Geldes bzw. der Bedeutsamkeit seines Handelns) - sie müssen Sorgfalt und Zuverlässigkeit ausstrahlen und die Kleidung muss in perfektem Zustand sein. Sie tragen daher tatsächlich oft sehr formelle Businesss-Kleidung.

Es gibt allerdings auch Gelegenheiten, bei denen Gummistiefel und hochgekrempelte Ärmel selbst bei denen, die normalerweise im strengen Business-Outfit zur Arbeit müssen, das wirkungsvollere Signal senden - was inzwischen besonders PolitikerInnen bei ihren Medienterminen gut einzusetzen wissen.

Legere Business-Outfits ("Business Casual")

Wer nicht am Schreibtisch arbeitet, hat meistens eine Berufskleidung (Uniform, Overall, Kittel o. ä.), die seine persönliche Kleidung schützt oder verbirgt. Die, die strenge Business-Outfits - also Anzug oder Kostüm - tragen müssen, ziehen im Prinzip auch eine Uniform an, bei der es eingeschränkte Variationsmöglichkeiten gibt. Alle anderen müssen sich Tag für Tag überlegen, wie sie sich für die Arbeit passend anziehen und sich gleichzeitig wohlfühlen.

Manchen reicht es, wenn ihre Kleidung sauber, nicht allzu zerknittert und ohne Löcher ist. Für die, die mehr wollen, ist "Business Casual" die Lösung. Dabei werden Kleidungsstücke (in einwandfreiem Zustand) so zu einem Outfit zusammengestellt, dass sie ein stimmiges Bild der Person bieten - stimmig bezieht sich auf die Optik (Farbkombination, Form etc.), die Persönlichkeit des Trägers und die Aufgabe im Job/Team. Für den Fall, dass man vom Chef oder Auftraggeber zu einem Kundengespräch hinzugeholt wird, kann man vorsorglich einen Blazer* auf einem Bügel im Büro hängen haben, mit dem man dem legeren Outfit in Sekunden etwas mehr Form verleihen kann.

Outfits für das Home-Office

Alleine im Home-Office als Bloggerin, Journalistin, Autorin, Texterin und technische Redakteurin kann ich natürlich anziehen, was ich will. Ich würde mich "overdressed" fühlen, wenn ich im Hosenanzug oder Kostümchen am Schreibtisch säße, andererseits geht zu viel Schlampigkeit aufs Gemüt. Ich persönlich fühle mich beim Arbeiten am wohlsten mit bequemen, modischen Outfits im "Business-Casual"-Stil nach meinem Geschmack. Damit signalisiere ich mir selbst: Ich bin "wertvoll" genug, mich für mich selbst ein bisschen schön zu machen. Und ich gerate auch nicht in Panik, wenn es unerwartet an der Tür klingelt.

Ich gebe zu, dass ich es manchmal im Laufe meines Berufslebens bedauert habe, mich für die Arbeit nicht schick aufbrezeln zu können - aber nur an 2 von 300 Tagen, an den anderen genoß und genieße ich es, frei zu sein.

Anzeige


* Werbelink

Montag, 28. Juli 2014

Bezahlte Blogartikel - Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Content Marketing, auch Native Advertising genannt, ist "in" - ein Glück für Blogger und Blogbetreiber. Doch es gibt einiges zu beachten.

Ein Produkttest gegen Bezahlung muss gekennzeichnet
werden. Auch die Überlassung des Produkts ist eine
Form der Bezahlung.
Statt Werbeflächen für Banner zu buchen, die Internetnutzer oft genug per Ad-Blocker-Software oder durch Nichtbeachten ausblenden, versuchen Marken und Unternehmen sich über interessante Inhalte ins Gespräch zu bringen oder zumindest besser wahrgenommen zu werden.

Solche Inhalte können informativ, beratend oder unterhaltend sein. Sie werden als Texte, Grafiken, Videos, Podcasts und Kombinationen daraus aufbereitet und veröffentlicht. Aufhänger für diese Inhalte können aktuelle Ereignisse, die Jahreszeit (Frühjahrsputz, alles neu macht der Mai), Feiertage, eine bestimmte Saison (Karneval, Pflanzzeit, Erntezeit, Badewetter), eine Produktneuheit, ein Produkttest und vieles andere sein.

Um möglichst viele Mitglieder der angepeilten Zielgruppe zu erreichen, werden Inhalte nicht nur im eigenen Unternehmensblog und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in thematisch und zielgruppenmäßig passenden fremden Blogs veröffentlicht - vorausgesetzt, der andere Blogbetreiber macht mit.

Für Blogger oder Blogbetreiber, die mit dem Blog Geld verdienen möchten/müssen, können bezahlte Blogartikel eine interessante Einnahmequelle sein. Als Bezahlung für einen Blogartikel gilt übrigens nicht nur Bares, auch die Überlassung eines Produkts ist eine Form der Bezahlung. Das Gleiche trifft übrigens auch für Vlogger, Videokünstler und andere Video-Publisher auf der Videoplattform YouTube (YouTuber, YouTube Creator) und andere zu.

Influencer
Blogger und Vlogger, die viele Leser, Zuschauer, Abonnenten und Fans haben und einen Einfluss auf sie ausüben, werden von der Auftraggeber-/Vermarktungsseite inzwischen "Influencer" genannt und für zielgruppengerechtes Online-Marketing als Markenbotschafter genutzt. Tatsächlich werden die Blogger-/Vlogger-Relations für Unternehmen immer wichtiger.

Influencer werden nicht nur durch ihre Veröffentlichungen zu einflussreichen Vorbildern, sie müssen auch ihre eigene Marke pflegen und für zunehmende Bekanntheit sorgen. weshalb sie zusätzlich über andere Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram, Pinterest & Co, mit ihren Anhängern kommunizieren. Außerdem gehen sie zu Veranstaltungen wie die VideoDays in Köln, zu den Comic Cons und zu anderen Conventions und Fanfesten ("Meet and greet"), um sich zu zeigen, ihren Fans Autogramme zu geben und für Selfies zur Verfügung zu stehen.

Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Bezahlte Blogartikel werden im Auftrag eines Unternehmens oder dessen Agentur geschrieben und im Blog veröffentlicht. Die Inhalte und Sprache sind nicht werblich, sondern entsprechen eher dem Stil von Presseartikeln. Auf Englisch heißen solche bezahlten Blogartikel "Sponsored Posts".

Oft wird vom Auftraggeber aber auch angeboten, fertige Blogartikel zur Veröffentlichung zu liefern - dies sind dann "Sponsor-Posts" (Artikel des Sponsors, Gastartikel-Veröffentlichung gegen Bezahlung etc.). Sponsor-Posts gehören zum "Native Advertising" - der Werbung im "einheimischen" Umfeld, also mitten im Informationsteil, der ansonsten von Journalisten/Bloggern und der Redaktion geschrieben und aufbereitet wird. Sie entsprechen in etwa dem Advertorial in Zeitungen.

Transparenz ist ein Muss

Um die Blogleser nicht in die Irre zu führen und in den Verdacht von Schleichwerbung zu geraten, sollten bezahlte Blogartikel unbedingt als solche gekennzeichnet werden. Dazu eignen sich Zusätze wie "Anzeige", "Werbung", "Sponsor-Post" oder "Sponsored Post" am Anfang des bezahlten Blogartikels. Wer die englischen Bezeichnungen wählt, sollte sie (spätestens am Ende des Artikels) auch erläutern. Wer diese Information nur für Leser, aber nicht für Suchmaschinen bereitstellen will, kann die Kennzeichnung über ein Bild einfügen.

Trotz bezahlter Blogartikel authentisch bleiben

Damit der Blog für die eigene Zielgruppe relevant bleibt, muss man die Werbepartner und Themen der bezahlten Blogartikel sorgfältig wählen. Die Qualität und die Anzahl der bezahlten Blogbeiträge im Verhältnis zu den "normalen" Veröffentlichungen sowie die Qualität der Auftraggeber/Werbepartner und wie sie zu den eigenen Lesern passen, sollte man immer im Auge haben.

Vor allem, wer gelieferte Blogartikel, also Sponsor-Posts, veröffentlicht, sollte hohe Ansprüche hinsichtlich der Qualität (Spaß, Informationswert etc.), Sprache (Grammatik, Rechtschreibung, Zielgruppenansprache) und der Einzigartigkeit der gelieferten Artikel stellen und das am besten schon in sein Angebot hineinschreiben.

Glaubwürdigkeit erhalten

Jeder Blogbetreiber, der sich zu einer Rezension oder einem Produkttest mit bezahltem Blogartikel bereit erklärt, wünscht sich, dass das Produkt gut ist, denn dann macht das Testen und Schreiben richtig Spaß. Das hat gar nichts mit der Bezahlung zu tun, sondern damit, dass man sich als Blogbetreiber gute Unternehmen und angesehene Marken als Werbepartner wünscht.

Andererseits darf man nicht unkritisch sein, sondern muss tatsächlich objektiv testen und bewerten, damit die eigene Glaubwürdigkeit erhalten bleibt.

Wenn der Test ergibt, dass das Produkt nach der persönlichen Erfahrung völlig unbrauchbar ist, ist man natürlich enttäuscht. In so einem Fall kann man dem Werbepartner anbieten, auf den Blogartikel zu verzichten, da er zu negativ ausfallen müsste. Da bezahlte Blogartikel meist im Voraus bezahlt werden - zumindest bei Neukunden -, sollte man schon im Angebot beschreiben, wie in so einem Fall vorgegangen wird (Aufwandsentschädigung).

Ist das Produkt nicht absolute Spitze, aber auch nicht völlig unbrauchbar, dann kann man - wenn man den Kunden behalten möchte - "konstruktiv schreiben", beispielsweise die positiven Merkmale nennen, aber auch - ein wenig in zweiter Reihe - die negativen. Zu lügen, also Merkmale positiv herausstellen, die nicht positiv sind, würde ich auf keinen Fall empfehlen, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden. Und auf keinen Fall darf man die Kennzeichnung als bezahlter Artikel vergessen, siehe oben.!

Weitere Informationen
Anzeige