Posts mit dem Label Kommunikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kommunikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 15. April 2017

Fake-Profile und Identitätsklau aufdecken

Fake-Profile werden von Menschen, Organisationen und Institutionen mit ganz unterschiedlichen Absichten genutzt, darunter sogar solche mit betrügerischen oder sogar mörderischen Motiven. Wie man sich schützen kann.

Hinter einem Fake-Profil können Gefahren lauern

Falsche Identitäten und Fake-Profile (gefälschte Profile) werden im Internet von vielen benutzt, mit denen man nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte, beispielsweise
  • Robots
    Das sind Software-Programme, die vortäuschen ein Mensch zu sein. Sie sollen Meinungen manipulieren, indem sie falsche Fakten verbreiten oder der Bedeutung von Fakten eine bestimmte Gewichtung verleihen. Sie können von Parteien, fremden Geheimdiensten oder Unternehmen eingesetzt werden. 
  • Unternehmen, die Daten sammeln, werben und/oder Geschäftsgeheimnisse ausspionieren wollen, 
  • Parteien für deren politische Kommunikation, 
  • Geheimdienste, die Daten von Personen sammeln oder Wirtschaftsspionage betreiben,
  • Verbrecherbanden, die auskundschaften, wann wer im Urlaub ist, die Daten abgreifen oder anderes, Manche verbreiten zu dem und anderen Zwecken auch Links zu Schadsoftware. 
  • Heiratsschwindlerbanden, die bindungswillige Männer und Frauen mit falschen Identitäten und falschen Versprechungen um Geld betrügen, 
  • Betrüger mit falscher Identität als Einzeltäter
    Manche wollen sich nur die Zeit vertreiben, andere Leute veräppeln oder sich wichtig machen, was dennoch zu traumatischen Erfahrungen führen kann (siehe Catfish). Wieder andere sind Einbrecher, die alleine agieren, andere versuchen, an Daten zu gelangen, um unberechtigt Geld abzuheben, auf Kosten anderer einzukaufen etc. Auch hier gibt es solche, die dazu Schadsoftware benutzen, die sie über Links verteilen,
  • Menschen auf der Suche nach unverbindlichem Sex,
  • Psychopathen, Triebtäter und andere, die die Gewohnheiten möglicher Opfer ausspionieren.
Der Kontakt zu manchen der beispielhaft genannten Besitzer von Fake-Profilen ist vielleicht amüsant oder nur verschwendete Zeit, aber im schlimmsten Fall kann sich hinter einem Fake-Profil eine tödliche Gefahr verbergen.

Anzeige


Wie kann man sich vor Fake-Profilen - und damit vor falschen Freunden und Identitätsklau - schützen?

Mögliche Schutzmaßnahmen:
  • keine Freundschaftsanfragen von Fremden annehmen
    Das lässt sich allerdings nicht so einfach realisieren, denn wer (auch) beruflich in den sozialen Netzen unterwegs ist, will und muss ja auch netzwerken, das heißt, neue Kontakte knüpfen. 
  • private Informationen nur an "echte" Freunde verteilen
    Man kann die Kontakte verschiedenen Freundeslisten (Facebook), Kreisen (Google+) o. Ä. zuordnen. Privates, beispielsweise Informationen, wann niemand zuhause ist, sollte man nicht außerhalb des engsten und persönlich bekannten Freundeskreises vorab veröffentlichen.
  • Bevor man eine Kontaktanfrage in einem sozialen Netzwerk von einer Person, die man im realen Leben nicht kennt, annimmt, sollte man ihr Profil prüfen.
    Ein Hinweis auf ein Fake-Profil kann sein, dass jemand nur ein Bild von sich und sonst keinerlei Informationen und auch keine selbst verfassten Postings veröffentlicht, sondern lediglich ein paar Postings von anderen geteilt hat.
    Auch wenn der Mensch auf dem Bild freundlich aussieht, eine schmucke Uniform trägt, auf einem schönen Boot sitzt, ein süßes Kind auf dem Arm hält oder mit einem Hundewelpen spielt, sollte man nicht in den Vertrauensmodus schalten – all das kann falsch und vorgetäuscht sein, tatsächlich ist das sehr wahrscheinlich. 
Bilder von mutmaßlichen Fake-Profilen prüfen

Um Fake-Profile und falsche oder sogar geklaute Identitäten aufzudecken, geht man als erstes mit der Google-Bildersuche, eigentlich eine Bildsuchmaschine, auf Spurensuche.

Man kann das Verfahren auf das Profilbild und andere Bilder, die die Person von sich veröffentlicht hat, anwenden. Auf die gleiche Weise kann man auch feststellen, ob das eigene Profilbild (oder andere von einem selbst im Internet veröffentlichte Bilder) von Fremden verwendet werden.

Nutzung der Google-Bildersuche 

Zuerst wird das Bild vorbereitet:
Wenn man das Bild, das man überprüfen möchte, (noch) nicht auf dem aktuellen Computer gespeichert, sondern im Internet gefunden hat, muss man es entweder herunterladen oder die Adresse des Bildes in den Zwischenspeicher laden. Für die letzten beiden Optionen kann man bei Chrome, Firefox, Safari, Opera und dem Internetexplorer die Funktionen der rechten Maustaste nutzen:
  1. Internetseite, auf der das Bild ist, aufrufen. 
  2. Mit der Maus auf das Bild fahren und 
  3. auf die rechte Maustaste klicken.
    Das Kontextmenü öffnet sich.
  4. Im Kontextmenü Bild speichern unter oder Bildadresse kopieren oder entsprechende Formulierungen je nach Browser anklicken und den Anweisungen folgen. 
Nun folgt die eigentliche Bildersuche:

  1. Browser öffnen und https://images.google.com/ oben in das URL-Feld eingeben.

    Die Bildersuche wird aufgerufen. 
  2. Im Eingabefeld der Bildersuche auf den Fotoapparat (Symbol für die Bildersuche) klicken.

    Das Eingabefeld der Bildersuche erweitert sich, das Register Bild-URL einfügen ist aktiv.



    Wenn Sie die Bildadresse (URL des Bildes) in die Zwischenablage kopiert haben, geht es weiter mit 3. Wenn Sie das Bild auf ihrem Computer gespeichert haben, machen Sie weiter mit 4.
  3. Wenn Sie die Bildadresse (URL des Bildes) in die Zwischenablage kopiert haben, führen Sie den Mauszeiger in das Eingabefeld des Bild-URL-Registers und drücken Sie die Tasten Strg und v gleichzeitig.
    Die Bildadresse wird eingefügt.
    Klicken Sie nun auf die Schaltfläche Bildersuche.
    Die Ergebnisseite öffnet sich. 
  4. Wenn Sie das Bild auf ihrem Computer gespeichert haben, wechseln Sie in das Register Bild hochladen, klicken Sie dort auf die Schaltfläche Datei auswählen, wählen Sie eine Datei aus und klicken Sie auf Öffnen.
    Die Ergebnisseite öffnet sich. 



  5. Im oberen Teil der Ergebnisseite findet man eine Vermutung, um was es auf dem Bild geht. Und ja, die Vermutung ist in diesem Fall richtig. Es geht um eine Eva Schumann, allerdings nicht um die Professorin für Deutsche Rechtsgeschichte, sondern um mich auf Position 2 und rechts in der Vorschau (Wikipedia-Eintrag als Autorin/Schriftstellerin sowie Bücher, die Google von mir kennt). Darunter werden noch einige optisch ähnliche Bilder gezeigt.
    Richtig interessant wird es aber erst, wenn man weiter nach unten scrollt, denn dort wird gelistet, wo das Bild überall im Internet gefunden wurde.

  6. Man kann nun prüfen, ob das Bild nur von dem Namen verwendet wird, von dem man eine Kontaktanfrage erhielt.

    Hinweis: Nicht immer muss ein unredlicher Grund dahinterstecken, wenn dem nicht so ist. Autoren und Schriftsteller schreiben ihre Bücher beispielsweise gerne unter verschiedenen Pseudonymen, die jeweils für ein Thema oder ein Genre stehen. Ich habe beispielsweise ein paar Romantikthriller als Eva B. Gardener (Pseudonym) geschrieben.
Wenn man ein eigenes Bild von anderen verwendet sieht, ohne dass man es frei zur Verfügung gestellt hat oder ohne dass die Zustimmung eingeholt wurde, sollte man dem weiter nachgehen und dabei sicherheitshalber sofort alle Beweise sichern (Screenshots, Ausdrucke, eventuell die Seite speichern/inklusive des Quelltextes etc.), denn die wird man brauchen, um einen Identitätsdiebstahl, Urheberrechtsverletzungen o. Ä. zu beweisen.

Doppelte Kontaktanfragen können auf ein Fake-Profil hinweisen
Wenn man von jemandem, mit dem man bereits befreundet ist, noch eine Kontaktanfrage erhält, sollte man aufmerksam werden. Dieses zweite Konto hat dann zwar den gleichen oder einen ähnlichen Namen, aber an der Internetadresse (Uniform Resource Locator, URL) erkennt man, dass es ein anderes Konto ist. Zwar steckt nicht immer ein Identitätsdiebstahl und betrügerische Absichten dahinter (ich selbst habe zwei Facebook-Konten als Eva Schumann, um meine vielen Ativitäten etwas aufzuteilen), aber sicherheitshalber sollte man den Kontakt, bei dessen Identität man sicher ist – meist der erste -, fragen, ob die neue Anfrage auch von ihm/ihr von einem zweiten Konto ist oder ob da jemand Fremdes ein Täuschungsmanöver unternimmt.
Anzeige


Fazit

Das Internet ist wie die Welt außerhalb ein Ort mit vielen verschiedenen Menschen. Die einen haben gute Absichten, andere nicht. Auch im Internet sind die Betrüger kurzfristig einen kleinen Schritt voraus, solange eine neue Masche nicht bekannt ist. In beiden Welten muss man sich deshalb auf dem Laufenden halten, wie man sich schützt.

Was würden Sie noch ergänzen? Bitte lassen Sie uns über einen Kommentar daran teilhaben.


Freitag, 30. September 2016

Lamento über den Umgang mit Kunden und Gedanken zur nachhaltigen Kommunikation

Nachgedacht über nachhaltige Kommunikation
Zurückgelehnt und nachgedacht über nachhaltige Kommunikation.

Alle Jahre wieder wird mit viel Marketing-Gedöns für neu gezüchtete Balkonblumensorten getrommelt. Vor ein paar Jahren verliebte ich mich in eine von diesen: Ihre Blüten waren gelbweiß gestreift und sie hieß 'Lemon Slice'! Ich kaufte sie und freute mich eine Saison lang an ihrer fruchtig-frischen Ausstrahlung auf meiner Terrasse. Doch als ich die gleiche Sorte zur nächsten Blumenpflanzsaison wieder kaufen wollte, fand ich keinen Anbieter mehr - offensichtlich war sie nicht mehr im Trend und aus den Sortimenten verschwunden. Ich fand es schade, dass in der Sommerblumenzüchtung offensichtlich nicht damit gerechnet wird, dass jemand bei einer Sorte bleiben oder zu ihr irgendwann zurück möchte. Vielleicht ist auch einfach kein Platz für die vielen Sorten der Vorjahre, weil jedes Jahr wieder unzählige neue auf den Markt kommen und sich jeder Züchter mit seinen neuen Sorten ins Gespräch und in Sortenprämierungen bringen muss. Ich finde es schade, aber habe es inzwischen verschmerzt, dass man mich nicht über nachhaltig gepflegte Sommerblumensortimente an sich binden will.

Sortimentsbereinigung ohne Rücksicht auf die Kunden

Anders geht es mir mit meinem neuen Smartphone: Kürzlich habe ich mir nämlich endlich ein Smartphone gekauft: Es heißt Lumia - schon der Name gefiel mir - und es ist ein Windows Phone. Dabei brauchte ich gar kein Smartphone - jedenfalls nicht zum Telefonieren, denn mein altes Handy tut es fürs Online-Banking und für die Notrufmöglichkeit beim Autofahren noch. Aber mit dem neuen Gerät kann ich meine Webseiten auf kleinem Bildschirm checken, kann in guter Qualität fotografieren, filmen, Audio aufnehmen, Nachrichten lesen, die sozialen Netzwerke einschließlich YouTube durchforsten, Notizen an mich selbst erstellen und auch Office-Dokumente anschauen - übrigens alles zuhause über mein WLAN, obwohl ich im Fall des Falles meine Handy-Simcard auch für das Smartphone nutzen kann. Mein Smartphone ist nicht nur schön und funktionell, sondern es war wirklich preiswert und seine Nutzung kostet mich auch kaum etwas! Alles war prima und ich hatte mich innerlich auf eine lang andauernde Freundschaft mit der Marke eingestellt, bis ich erfuhr, dass der Hersteller diese Marke einstellen wird. Da war meine Freude vorbei.

"Mit so etwas muss man rechnen", wurde mir gesagt. "Informations- und Telekommunikationstechniken verändern sich und Unternehmen müssen sich am Markt ausrichten." Trotzdem: Nicht nur meine Freude am Gerät ist seitdem getrübt, mein Vertrauen in den Hersteller der Marke, nämlich Microsoft, ist ebenfalls futsch.

Leider ist auch das ein Fall, auf den ich als Nutzer kaum Einfluss habe, außer dass ich nun regelmäßig auf der Facebook-Seite von Microsoft deswegen jammere. Aber ob die Verantwortlichen kapieren, wie viel sie kaputt machen, wenn sie alles rein wirtschaftsstrategisch entscheiden und die Gefühle der NutzerInnen, die vorher über die Marke aufgebaut wurden, ignorieren? Für mich ist diese Vorgehensweise jedenfalls ein Rezept, wie man das Vertrauen in die Herstellermarke gleich mit einer Produktmarke zusammen zerstört.

Social-Media-Trends

Schnelllebig geht es auch bei den sozialen Netzen zu. Kaum jemand erinnert sich noch an die VZ-Netzwerke, dabei waren sie mal der Hype im deutschsprachigen Raum – im Juli 2010 hatten sie noch 17 Millionen Mitglieder, die sich dort miteinander vernetzten, dann kam Facebook und die Nutzer liefen mit fliegenden Fahnen über. Im August 2012 hatten die VZ-Netzwerke dann nur noch 2,8 Millionen Mitglieder. Diese Vergänglichkeit von Trends sollte man als Kommunikations-Verantwortliche/r nie vergessen. Einen Social-Media-Kanal einzurichten und ein Netzwerk aufzubauen und lebendig zu halten, macht sehr viel Arbeit - und ganz plötzlich kann der Hype vorbei sein. Laut verschiedener Trendforscher befindet sich aktuell übrigens Facebook auf dem absteigenden Ast – die Jugendlichen und jungen Erwachsenen jedenfalls tummeln sich angeblich lieber beim „nächsten heißen Scheiß“, nämlich bei Snapchat***, und hoffen, dass ihnen die Eltern und Großeltern möglichst lange nicht dorthin folgen mögen.

Marken, Dienstleister und Unternehmen, die Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen möchten, müssen nun ebenfalls zum neuen Dienst wechseln und sich wieder auf eine neue Art des Vernetzens und der Kommunikation einstellen.

Wie kann eine nachhaltige Kommunikationsstrategie aussehen?

Zwar muss man seiner (angepeilten) Zielgruppe hinterherreisen, um im Austausch mit ihr zu bleiben oder sie für sich zu gewinnen. Aber andererseits sollte man sich nach Möglichkeit auch nicht zu abhängig von Dritten machen, denn die können für ihre Plattformen nicht nur ihre Spielregeln jederzeit verändern, sondern auch aus der Mode kommen oder sogar pleitegehen. Damit dann nicht aller Einsatz der vergangenen Jahre verloren ist, empfiehlt es sich, langfristig zu planen und von Anfang an die eigenen Webseiten, Blogs, Foren und so weiter zum Zentrum seines Kommunikationsuniversums zu machen, um das die Aktivitäten auf den Plattformen Dritter wie Satelliten kreisen. Außer man will tatsächlich nur einen aktuellen Trend reiten, bis er tot ist, um sich dann ein neues Pferd zu suchen. Ein Verhalten, das aber selten Kundenvertrauen schafft, außer man ist Trend-Berichterstatter.

*** Snapchat ist ein Sofortnachrichtendienst für Bildnachrichten, die sich nach vorgegebener Zeit selbst löschen. Snapchat gibt es derzeit nur als App für Mobile Endgeräte wie Smartphone und Tabletcomputer mit den Betriebssystemen Android (Google) und iOS (Apple).

Freitag, 22. Januar 2016

Authentische Kommunikation hilft – manchmal


Als Unternehmenskommunikation (Corporate Communications) wird laut Gabler Wirtschaftslexikon der Teil der Unternehmensführung bezeichnet, der mit Hilfe des Wahrnehmungsmanagements die Reputation (Ruf) prägt. In der Praxis passen Unternehmen und seine Kommunikation oft nicht zusammen. Authentische Kommunikation kann die Lösung sein.

Oft genug orientieren sich Unternehmen hinsichtlich ihrer Kommunikation an der Corporate Identity (CI) – die aber leider häufig dadurch zustande kam, dass leitende Mitarbeiter anlässlich einer Klausur den Chef beeindrucken wollten und alle aktuellen Buzzwords aus Public Relations und Marketing, die sie kannten, in die Runde warfen. Die CI bildet dann eher ab, wie der Chef seine Firma gerne gesehen haben möchte, und nicht, wie sie ist. Vergessen wird zu oft, wozu man personell und finanziell in der Lage und überhaupt Willens ist, hinzuarbeiten. Wenn der Kunde dieses Unternehmens im richtigen Leben Erfahrungen macht, die nicht im entferntesten mit der Kommunikation über Werbung, Newsletter, Kundenmagazine etc. übereinstimmt, dann verliert das Unternehmen an Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), ein Unternehmen für öffentlichen Personennahverkehr in Berlin, sind mit ihrer Kommunikation einen anderen Weg gegangen: Nachdem sie mit einer früheren, recht naiven Kampagne, bei der ihre Kunden die schönsten Berlin-Erlebnisse in Bus und Bahn posten sollten, baden gegangen waren, setzten sie Ende 2015 auf Ironie und veröffentlichten ein etwas schräges Video "Is mir egal" (feat. Kazim Akboga), das zur Stadt passt und auf den Charme der Unvollkommenheit setzt.

Das Video wurde am 11.12.2015 auf YouTube gepostet und alleine dort bis heute 3.414.560 Mal angeschaut - wegen seines Humors und der eingängigen Musik verbreitete es sich wie ein Lauffeuer über alle sozialen Netze. Die, die das Video gesehen haben, hegen keine allzu hohen Erwartungen an die BVG, aber fühlen sich cool, wenn sie mit deren U-Bahnen, Straßenbahnen und Omnibussen die Stadt durchkreuzen - nichts kann sie mehr überraschen und aufregen, sie bleiben locker. Die BVG hat also das Beste aus einer Situation gemacht und alle sind erst einmal zufrieden.

 

Wie sieht im Vergleich dazu die Krisenkommunikation von VW nach Aufdeckung der Abgas-Manipulationen aus? Leugnen, Herunterspielen, Uneinsichtigkeit und langsame Informationsweitergabe. Das mag auch authentisch sein - vermutlich waren alle Beteiligten und Unbeteiligten in Panik -, das kommt in diesem Fall aber gar nicht gut an. Dieser unbeholfene Versuch zur Schadensbegrenzung bewirkt in Wahrheit genau das Gegenteil: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie werden noch weiter verspielt.

Man merke sich: Authentische Kommunikation ist nicht immer charmant und nicht immer die passende Lösung. VW hätte besser daran getan, nach einem solchen Skandal, so professionell zu agieren, wie es ihre Hochglanzwerbung und sonstige Selbstdarstellung in der Unternehmenskommunikation verspricht.

Weitere Informationen 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Facebook - Vorschau der geteilten Links aktualisieren (Anleitung)

Wer hat sich noch nicht geärgert, wenn Facebook eine veraltete Vorschau für einen Link, den man in eine Statusmeldung gesetzt hat, anzeigt? Oder was tut man, wenn man vor einiger Zeit eine eigene Webseite oder einen Blogbeitrag per Link vorgestellt hat, dieser Beitrag sich inzwischen jedoch geändert hat und nun auch die Vorschau nachträglich aktualisiert werden sollte? Kein Problem!

Die Vorschau von geteilten Links lässt sich bei Facebook auch nachträglich aktualisieren! Und so geht es:
  1. In der Facebook-Chronik den Beitrag suchen und dort auf den Datumsstempel oder - wenn das Posting noch nicht so alt ist - auf die Zeitangabe klicken.



    Resultat: Der Beitrag wird alleine für sich auf einer Seite angezeigt. (Die URL, die nun oben im URL-Eingabefeld angezeigt wird, ist übrigens der Direktlink zu dem Beitrag.)

  2. Ganz oben rechts im Beitragsfeld auf den kleinen blassen Pfeil nach unten klicken.

    Resultat: Es öffnet sich ein Menü mit diesen Menüpunkten:
    - Löschen (löscht den kompletten Beitrag)
    - Beitrag bearbeiten (dort kann man die selbst geschriebenen Informationen verändern)
    - Beitrag einbetten (generiert den Code, den man in den Quellcode einfügt)
    - Geteilten Anhang aktualisieren (liest den Link neu aus und passt die Vorschau entsprechend an, wenn sich inzwischen auf der Webseite oder im Blogbeitrag etwas verändert hat.
  3. In diesem Menü auf Geteilten Anhang aktualisieren klicken.

    Resultat: Der Link wird neu ausgelesen und in einem Vorschaufenster wird die aktualisierte Vorschau angezeigt.



    Was tun, wenn sich die Vorschau bei Facebook nicht geändert hat?
    Wenn sich die Vorschau nicht geändert hat, sollte man sich den Quelltext der verlinkten Webseite anschauen und prüfen, woher die Informationen in der Vorschau stammen. Manchmal müssen nämlich vom Webdesigner die Meta-Tags im Head-Code der Seite (genauer gesagt: der description-Tag) geändert werden oder - wenn der Link auf eine Frame-Weiterleitung zeigt - müssen vom Webadministrator der Webseite oder des Blogs die Tags bei dem Hoster geändert werden, bei dem die Weiterleitung eingerichtet und konfiguriert wurde.
    Nach Änderungen an der Webseite solange wieder bei 2. anfangen, bis die gewünschten Änderungen auch in der Vorschau der Facebook-Vorschau für den Link (URL) angezeigt wird.
  4. Wenn die Facebook-Vorschau schließlich passt, dann auf Speichern klicken.

    Resultat: Nun wird der Beitrag mit der neuen Vorschau angezeigt.



Anzeige

Montag, 18. Mai 2015

Rebranding am Beispiel der Marihuana-Industrie

Rebranding am Beispiel der Marihuana-Industrie, Klatschmohn-Bild

Die Zeit der Marihuana-Prohibition scheint zu Ende zu gehen. In einigen Ländern und US-Bundesstaaten ist man zu der Auffassung gelangt, dass die pauschale Kriminalisierung der Nutzer nichts gebracht hat außer viel Geld für die Drogenmafia, hohe Kosten für das Rechtssystem, soziale Ungerechtigkeit und Einschränkungen bei medizinischer Behandlung, für die Inhaltsstoffe von Medizinalhanf prädestiniert sein könnten.

Mit der Entkriminalisierung beziehungsweise Legalisierung – zumindest für den medizinischen Gebrauch - soll das Geld in Zukunft in die Haushalte der Länder oder Bundesstaaten und nicht in die Hände krimineller Organisationen gespült werden. Außerdem will man Produkte und Markt so besser kontrollieren und regulieren können. Auch in Deutschland sprechen sich immer mehr Politiker und Organisationen für eine Legalisierung unter bestimmten Regeln aus.

Die neue und weltweit stark wachsende legale Cannabis-Industrie besteht aus Produzenten, Ausstattern für Produktionsanlagen, Vermarktern, Verarbeitern, Anbietern von Hilfsmitteln für Konsumenten und verschiedene Arten von Dienstleistern – teilweise für medizinisches Marihuana, teilweise für „Freizeit-Marihuana“. Diese -> Cannabis-Unternehmen brauchen Geld für Investitionen - wie jedes junge expandierende Unternehmen.

Da es mit den Banken in den USA noch Schwierigkeiten gibt – die haben Angst, weil die Legalisierung in einzelnen US-Bundesstaaten zwar durch, aber durch den Bund nicht ebenfalls abgesegnet ist-, wollen die Cannabis-Unternehmen Private-Equity-Firmen, Fonds und Aktionäre als Investoren gewinnen. Also müssen sie dringend weg vom schmuddeligen bis kriminellen Image, das lange mit Marihuana einherging: Drogenrausch, Lethargie, Illegalität, Kriminalität, Drogenmafia.

Eine (neue) Unternehmenskommunikation muss her

 New York City Get Ready (International Cannabis Association, YouTube)


Die Selbstdarstellung der Cannabis-Industrie im Web und im richtigen Leben signalisiert daher jetzt das Gegenteil vom alten Image, nämlich Seriosität und Professionalität. Die Webseiten der Unternehmen sind modern und übersichtlich gestaltet – irgendwo zwischen Apotheken-, Best-Ager-, Biotechnologie- und landwirtschaftlicher Werbung.

Die Mitarbeiter der Unternehmen tragen Business-Outfits und nicht etwa Kapuzenpullover oder Gesundheitslatschen. Die auf das Cannabis-Geschäft spezialisierte Private-Equity-Firma Privateer Holdings, in die auch der Founders Fund des berühmten Investor Peter Thiel investiert hat, hat 200 Mitarbeiter so genannter Blue-Chip-Unternehmen wie Microsoft, T-Mobile, Starbucks und Amazon gewinnen können. Auch dies ein Zeichen dafür, wie ernst man das Geschäft mit dem Cannabis nimmt und dass man dafür seriös und professionell wahrgenommen werden will. Worte wie Gras, Ganja, Dope würden diese Leute nicht benutzen – zu sehr sind sie mit dem alten Image verwoben. Cannabis – der botanische Name –, sachlich und neutral, ist der einzige Begriff, der ihnen über die Lippen kommt.

Die Marihuana-Business-Konferenzen und –Ausstellungen beispielsweise in Chicago oder New York unterscheiden sich denn auch nicht von anderen Business-Messen und -Konferenzen: Geschäftsmäßig gekleidete Menschen besuchen Vorträge, begutachten die Ausstellungen, diskutieren und tauschen ihre Visitenkarten aus. Lediglich die Austauschbereitwilligkeit mit der Konkurrenz scheint größer – was man aber in neuen Industrien oft beobachten kann.
Anzeige

Die Cannabis-Industrie ist zwar nicht neu, aber wird nun ans Licht geholt – was bessere Forschungs- und Züchtungsarbeit ermöglichen wird. Außerdem versprechen sich viele der amerikanischen Unternehmer vom Ende der Cannabis-Prohibition einen positiven Einfluss auf die soziale Gerechtigkeit in ihrem Land, was ihre Arbeit und die Arbeit miteinander beflügelt: Seit 1965 wurden 20 Millionen Amerikaner wegen Marihuana-Besitzes festgenommen, die Wahrscheinlichkeit für eine Anklage war aber bei Afroamerikanern vier Mal so hoch wie bei Weißen.

Weitere Informationen

Montag, 5. Januar 2015

Business-Outfits versus Kleidung im Job - ein paar Gedanken

Jeder Modekatalog und jeder Online-Shop für Bekleidung enthält eine Abteilung "Business-Outfits". Dabei entspricht der strenge Businessstil nur bei wenigen dem, was sie üblicherweise im Job anziehen.

Als ich meine Web-App www.mein-outfitarchiv.de mit Outfits aus meinem Kleiderschrank bestückte, kam ich bei der Kategorie "Business" für Businessmode/Businesskleidung ins Grübeln. Hat ein Business-Outfit tatsächlich etwas mit der üblichen Kleidung am Arbeitsplatz zu tun? Wohl eher nicht, denn dann stände Businessstil für alles, was man beruflich trägt vom Blaumann über den Arztkittel bis zum Astronautenanzug.

Ein formelles Business-Outfit ist nur
bei wenigen die Kleidung im Berufsalltag
Stattdessen steht strenger Businessstil für einen formellen Chic - klassischer Hosenanzug oder Kostüm -, dunkel im Winter, helle gedeckte Farben im Sommer. Für Kleidung, die durch ihre strengere Form Format verleihen soll.

Sicher, manch einer will sich mit Businesskleidung mehr Wichtigkeit verleihen, als ihm/ihr zusteht, andererseits kann Businesskleidung auch ein Zeichen von Respekt gegenüber dem eigenen Auftrag oder dem Gegenüber sein. Sie sagt, dass man die persönliche Bequemlichkeit oder Selbstdarstellung hinter einer selbst gewählten oder zugewiesenen Rolle/Aufgabe des Arbeitgebers mehr oder weniger zurückstellt.

Strenge Business-Outfits passen nicht zu jedem Beruf

Strenge Businesskleidung hatte in meinem Berufsleben bisher wenig Bedeutung, obwohl ich meinen Beruf immer sehr wichtig genommen habe und auch nicht die schlechtesten Berufe hatte.

Aber wäre ich als Gartenbau-Ingenieurin oder später als technische Redakteurin in der Informationstechnologie/Telekommunikation in formeller Business-Kleidung zur Arbeit gekommen, hätten mich wohl alle schief angeschaut, obwohl ich in beiden Fällen fast überwiegend im Büro am Computer gearbeitet habe.

Im Gartenbau hätte der Business-Anzug signalisiert, dass Zupacken nicht meine Sache sei - den KollegInnen, dem/der Vorgesetzten und den KundInnen bzw. der Klientel (Gärtner, andere Praktiker, Wissenschaftler, Hobbygärtner, Presse).

In der technischen Redaktion hätten RedakteurskollegInnen mir vermutlich übermäßigen Ehrgeiz unterstellt; Entwickler und Tester, mit denen ich besonders gerne zusammengearbeitet habe, hätten mich, die Businessanzug tragende Person, vermutlich automatisch in die Marketing-Schiene einsortiert - eine Spezies, die bei Spezialisten aus der IT nicht allzu beliebt ist, weil man ihr gerne unterstellt, sich grundsätzlich zu wichtig zu nehmen.

Formelle Business-Outfits durfte/musste ich bisher nur zu Vorstellungsgesprächen, bei Vortragsveranstaltungen oder auf Messen anziehen.

Das Outfit in der Kunden-Kommunikation

Ein Outfit ist auch "Kommunikation", denn es bestimmt den ersten Eindruck.

Wie formell das Business-Outfit sein darf oder muss, hängt davon ab, in welcher Branche man arbeitet und was dort üblich ist, welche Position man innehat, wie sehr man das Unternehmen repräsentieren muss, ob man Kundenkontakt hat, welcher Art die Kunden sind, welche Wirkung man beim Kunden mit der Kleidung erzielen will/soll/muss.

Anzeige


Bankangestellte genauso wie Standesbeamte und Marketingberater tragen beispielsweise Businesskleidung auch aus Respekt vor dem Kunden (und dem Wert seines Geldes bzw. der Bedeutsamkeit seines Handelns) - sie müssen Sorgfalt und Zuverlässigkeit ausstrahlen und die Kleidung muss in perfektem Zustand sein. Sie tragen daher tatsächlich oft sehr formelle Businesss-Kleidung.

Es gibt allerdings auch Gelegenheiten, bei denen Gummistiefel und hochgekrempelte Ärmel selbst bei denen, die normalerweise im strengen Business-Outfit zur Arbeit müssen, das wirkungsvollere Signal senden - was inzwischen besonders PolitikerInnen bei ihren Medienterminen gut einzusetzen wissen.

Legere Business-Outfits ("Business Casual")

Wer nicht am Schreibtisch arbeitet, hat meistens eine Berufskleidung (Uniform, Overall, Kittel o. ä.), die seine persönliche Kleidung schützt oder verbirgt. Die, die strenge Business-Outfits - also Anzug oder Kostüm - tragen müssen, ziehen im Prinzip auch eine Uniform an, bei der es eingeschränkte Variationsmöglichkeiten gibt. Alle anderen müssen sich Tag für Tag überlegen, wie sie sich für die Arbeit passend anziehen und sich gleichzeitig wohlfühlen.

Manchen reicht es, wenn ihre Kleidung sauber, nicht allzu zerknittert und ohne Löcher ist. Für die, die mehr wollen, ist "Business Casual" die Lösung. Dabei werden Kleidungsstücke (in einwandfreiem Zustand) so zu einem Outfit zusammengestellt, dass sie ein stimmiges Bild der Person bieten - stimmig bezieht sich auf die Optik (Farbkombination, Form etc.), die Persönlichkeit des Trägers und die Aufgabe im Job/Team. Für den Fall, dass man vom Chef oder Auftraggeber zu einem Kundengespräch hinzugeholt wird, kann man vorsorglich einen Blazer* auf einem Bügel im Büro hängen haben, mit dem man dem legeren Outfit in Sekunden etwas mehr Form verleihen kann.

Outfits für das Home-Office

Alleine im Home-Office als Bloggerin, Journalistin, Autorin, Texterin und technische Redakteurin kann ich natürlich anziehen, was ich will. Ich würde mich "overdressed" fühlen, wenn ich im Hosenanzug oder Kostümchen am Schreibtisch säße, andererseits geht zu viel Schlampigkeit aufs Gemüt. Ich persönlich fühle mich beim Arbeiten am wohlsten mit bequemen, modischen Outfits im "Business-Casual"-Stil nach meinem Geschmack. Damit signalisiere ich mir selbst: Ich bin "wertvoll" genug, mich für mich selbst ein bisschen schön zu machen. Und ich gerate auch nicht in Panik, wenn es unerwartet an der Tür klingelt.

Ich gebe zu, dass ich es manchmal im Laufe meines Berufslebens bedauert habe, mich für die Arbeit nicht schick aufbrezeln zu können - aber nur an 2 von 300 Tagen, an den anderen genoß und genieße ich es, frei zu sein.

Anzeige


* Werbelink

Montag, 28. Juli 2014

Bezahlte Blogartikel - Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Content Marketing, auch Native Advertising genannt, ist "in" - ein Glück für Blogger und Blogbetreiber. Doch es gibt einiges zu beachten.

Ein Produkttest gegen Bezahlung muss gekennzeichnet
werden. Auch die Überlassung des Produkts ist eine
Form der Bezahlung.
Statt Werbeflächen für Banner zu buchen, die Internetnutzer oft genug per Ad-Blocker-Software oder durch Nichtbeachten ausblenden, versuchen Marken und Unternehmen sich über interessante Inhalte ins Gespräch zu bringen oder zumindest besser wahrgenommen zu werden.

Solche Inhalte können informativ, beratend oder unterhaltend sein. Sie werden als Texte, Grafiken, Videos, Podcasts und Kombinationen daraus aufbereitet und veröffentlicht. Aufhänger für diese Inhalte können aktuelle Ereignisse, die Jahreszeit (Frühjahrsputz, alles neu macht der Mai), Feiertage, eine bestimmte Saison (Karneval, Pflanzzeit, Erntezeit, Badewetter), eine Produktneuheit, ein Produkttest und vieles andere sein.

Um möglichst viele Mitglieder der angepeilten Zielgruppe zu erreichen, werden Inhalte nicht nur im eigenen Unternehmensblog und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in thematisch und zielgruppenmäßig passenden fremden Blogs veröffentlicht - vorausgesetzt, der andere Blogbetreiber macht mit.

Für Blogger oder Blogbetreiber, die mit dem Blog Geld verdienen möchten/müssen, können bezahlte Blogartikel eine interessante Einnahmequelle sein. Als Bezahlung für einen Blogartikel gilt übrigens nicht nur Bares, auch die Überlassung eines Produkts ist eine Form der Bezahlung. Das Gleiche trifft übrigens auch für Vlogger, Videokünstler und andere Video-Publisher auf der Videoplattform YouTube (YouTuber, YouTube Creator) und andere zu.

Influencer
Blogger und Vlogger, die viele Leser, Zuschauer, Abonnenten und Fans haben und einen Einfluss auf sie ausüben, werden von der Auftraggeber-/Vermarktungsseite inzwischen "Influencer" genannt und für zielgruppengerechtes Online-Marketing als Markenbotschafter genutzt. Tatsächlich werden die Blogger-/Vlogger-Relations für Unternehmen immer wichtiger.

Influencer werden nicht nur durch ihre Veröffentlichungen zu einflussreichen Vorbildern, sie müssen auch ihre eigene Marke pflegen und für zunehmende Bekanntheit sorgen. weshalb sie zusätzlich über andere Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram, Pinterest & Co, mit ihren Anhängern kommunizieren. Außerdem gehen sie zu Veranstaltungen wie die VideoDays in Köln, zu den Comic Cons und zu anderen Conventions und Fanfesten ("Meet and greet"), um sich zu zeigen, ihren Fans Autogramme zu geben und für Selfies zur Verfügung zu stehen.

Sponsor-Posts und Sponsored Posts

Bezahlte Blogartikel werden im Auftrag eines Unternehmens oder dessen Agentur geschrieben und im Blog veröffentlicht. Die Inhalte und Sprache sind nicht werblich, sondern entsprechen eher dem Stil von Presseartikeln. Auf Englisch heißen solche bezahlten Blogartikel "Sponsored Posts".

Oft wird vom Auftraggeber aber auch angeboten, fertige Blogartikel zur Veröffentlichung zu liefern - dies sind dann "Sponsor-Posts" (Artikel des Sponsors, Gastartikel-Veröffentlichung gegen Bezahlung etc.). Sponsor-Posts gehören zum "Native Advertising" - der Werbung im "einheimischen" Umfeld, also mitten im Informationsteil, der ansonsten von Journalisten/Bloggern und der Redaktion geschrieben und aufbereitet wird. Sie entsprechen in etwa dem Advertorial in Zeitungen.

Transparenz ist ein Muss

Um die Blogleser nicht in die Irre zu führen und in den Verdacht von Schleichwerbung zu geraten, sollten bezahlte Blogartikel unbedingt als solche gekennzeichnet werden. Dazu eignen sich Zusätze wie "Anzeige", "Werbung", "Sponsor-Post" oder "Sponsored Post" am Anfang des bezahlten Blogartikels. Wer die englischen Bezeichnungen wählt, sollte sie (spätestens am Ende des Artikels) auch erläutern. Wer diese Information nur für Leser, aber nicht für Suchmaschinen bereitstellen will, kann die Kennzeichnung über ein Bild einfügen.

Trotz bezahlter Blogartikel authentisch bleiben

Damit der Blog für die eigene Zielgruppe relevant bleibt, muss man die Werbepartner und Themen der bezahlten Blogartikel sorgfältig wählen. Die Qualität und die Anzahl der bezahlten Blogbeiträge im Verhältnis zu den "normalen" Veröffentlichungen sowie die Qualität der Auftraggeber/Werbepartner und wie sie zu den eigenen Lesern passen, sollte man immer im Auge haben.

Vor allem, wer gelieferte Blogartikel, also Sponsor-Posts, veröffentlicht, sollte hohe Ansprüche hinsichtlich der Qualität (Spaß, Informationswert etc.), Sprache (Grammatik, Rechtschreibung, Zielgruppenansprache) und der Einzigartigkeit der gelieferten Artikel stellen und das am besten schon in sein Angebot hineinschreiben.

Glaubwürdigkeit erhalten

Jeder Blogbetreiber, der sich zu einer Rezension oder einem Produkttest mit bezahltem Blogartikel bereit erklärt, wünscht sich, dass das Produkt gut ist, denn dann macht das Testen und Schreiben richtig Spaß. Das hat gar nichts mit der Bezahlung zu tun, sondern damit, dass man sich als Blogbetreiber gute Unternehmen und angesehene Marken als Werbepartner wünscht.

Andererseits darf man nicht unkritisch sein, sondern muss tatsächlich objektiv testen und bewerten, damit die eigene Glaubwürdigkeit erhalten bleibt.

Wenn der Test ergibt, dass das Produkt nach der persönlichen Erfahrung völlig unbrauchbar ist, ist man natürlich enttäuscht. In so einem Fall kann man dem Werbepartner anbieten, auf den Blogartikel zu verzichten, da er zu negativ ausfallen müsste. Da bezahlte Blogartikel meist im Voraus bezahlt werden - zumindest bei Neukunden -, sollte man schon im Angebot beschreiben, wie in so einem Fall vorgegangen wird (Aufwandsentschädigung).

Ist das Produkt nicht absolute Spitze, aber auch nicht völlig unbrauchbar, dann kann man - wenn man den Kunden behalten möchte - "konstruktiv schreiben", beispielsweise die positiven Merkmale nennen, aber auch - ein wenig in zweiter Reihe - die negativen. Zu lügen, also Merkmale positiv herausstellen, die nicht positiv sind, würde ich auf keinen Fall empfehlen, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden. Und auf keinen Fall darf man die Kennzeichnung als bezahlter Artikel vergessen, siehe oben.!

Weitere Informationen
Anzeige

Donnerstag, 3. April 2014

Laienhafte Gebrauchsanleitung wirft schlechtes Licht auf das Produkt

Gerade der Zusammenbau und die erste Inbetriebnahme eines neuen Produktes kann darüber entscheiden, ob der Kunde zum Markenbotschafter oder zum Reklamationsfall wird. Dementsprechend viel Wert sollte auf eine gute Gebrauchsanleitung bzw. Produktdokumentation gelegt werden.

Gerade habe ich mir ein neues und sehr teures Produkt mit einem elektronischen Bestandteil bei einem deutschen Mittelstandsunternehmen gekauft. Bei diesem Produkt habe ich ausnahmsweise nicht gespart, ich wollte hier den Mercedes unter diesen Produkten - von der Optik und der Funktion her.

Alles klappte auch wunderbar - das sehr sperrige Stück kam wie vereinbart und war so wunderschön wie erwartet. Doch als ich es zusammenbauen und in Betrieb nehmen wollte, kam der Frust: Statt einer ordentlich gegliederten und für den Neuling verständlichen Produktdokumentation/Gebrauchsanleitung, die beispielsweise enthalten sollte:
  • KORREKTE Bestandteile-Übersicht in Bildern und mit Namen, 
  • Warnhinweise gebündelt, 
  • KORREKTE Schritt-für-Schritt-Zusammenbau-Anleitung,
  • KORREKTE Schritt-für-Schritt-Anleitung zur ersten Inbetriebnahme, 
  • Sonstige Gebrauchsanleitung, 
  • KORREKTE Wartungs- und Pflegetipps
  • sowie Service- und Garantieinformationen, 
gab es ein paar zusammengetackerte Zettel mit schlecht kopierten Texten und Grafiken der Zulieferer. Es fehlte eine Übersicht, welche Bestandteile überhaupt im Lieferumfang enthalten sein sollten und wie diese heißen. So wusste man beim Lesen des Textes oft nicht, von was da überhaupt die Rede ist. Namen und Begriffe wurden nicht erklärt und nicht eindeutig eingesetzt. Zwar fand man an einigen Stellen im Text eine Bezugnahme auf Grafiken, doch da es verschiedene namenlose Grafiksequenzen gab - am Anfang und ganz zum Schluss -, die die gleichen Ziffern verwendeten, wusste man nicht, welche von diesen jeweils gemeint war. Man lernte jedoch mit der Zeit, dass der Text sich in der Regel auf die Grafiken des ersten Grafiksatzes bezog. Leider war dort ein Bauteil gar nicht aufgeführt, das aber vor mir lag. Es tauchte auch nie im Text auf, war jedoch in der Grafiksequenz auf der letzten Seite abgebildet - aber es war nicht erkennbar, wo es genau hinsollte und wofür es gut sein könnte. Andere Zuweisungen waren sogar fehlerhaft und es wurde auch schon mal rechts und links verwechselt.

Schlechte Gebrauchsanleitungen sind leider kein Einzelfall

Leider sparen Unternehmen viel zu oft an der Produktdokumentation bzw. den Gebrauchsanleitungen. Sie lassen sie von Teamassistenten, Vertrieblern oder Technikern schreiben - und verärgern ihre Kunden, die das neue Produkt nach dem Auspacken mit einer laienhaft verfassten Anleitung in der Hand als unausgereift und kompliziert erleben. Dabei gibt es erfahrene technische Redakteure wie mich und andere, die darauf spezialisiert sind, Produktdokumentationen, Gebrauchsanleitungen, Handbücher und Online-Hilfen so zu schreiben, dass der Kunde bzw. der Anwender ein gutes Erlebnis und noch mehr Freude mit seinem neuen Produkt hat. Wir  haben gelernt, wie man Struktur, Sprache und Bilder so einsetzt, dass der Kunde keine Zeit mit Puzzleteileraten verschwenden muss oder das neue Produkt durch fehlerhaften Gebrauch beschädigt. Außerdem kann man mit etwas Geschick die Gebrauchsanleitung dazu nutzen, die Wertigkeit des Produktes zu unterstreichen, ohne dass es als plumpes Werbegewäsch rüberkommt.

Nur ein in jeder Hinsicht zufriedener Kunde wird für ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen zum positiven Botschafter. Und eine gute Gebrauchsanleitung ist für das Kundenerlebnis entscheidend. Wer hier den technischen Redakteur einspart, spart am falschen Fleck.

Montag, 17. Februar 2014

Englischkenntnisse öffnen Türen

Wenn ich überlege, was auf mein Leben einen gravierenden positiven Einfluss hat, dann fallen mir sofort meine Englischkenntnisse ein. Dank meiner Englischkenntnisse konnte ich die Welt bereisen, dabei Kontakte mit Menschen von überall her knüpfen, einen Job als technische Redakteurin im englischsprachigen IT-Umfeld finden, an den Online-Vorlesungen und -Kursen amerikanischer Eliteuniversitäten teilnehmen und vieles mehr. 


Englischkenntnisse öffnen Türen

Mein Schulenglisch war nicht besonders, und wenn ich als Kind im Urlaub mit meinen Eltern mal Englisch sprechen sollte, dann war mir mein unbeholfenes Gestottere peinlich. Andererseits hatte ich durch die Ferien im Ausland mitbekommen, wie sehr es die Einheimischen freut, wenn man als Fremder wenigstens die normalen Höflichkeiten in ihrer Sprache austauschen kann.

Ich hatte das Glück, dass mich meine Eltern mit 12 Jahren in einen Sprachurlaub in eine Familie nach Großbritannien schickten, damit ich meine Englischkenntnisse verbessern konnte. Dort gewöhnte ich mich ein wenig daran, mich im Alltag in einer Sprache auszudrücken, die ich noch nicht sehr gut beherrschte. Doch es dauerte noch ein paar Jahre, bis ich aus mir heraus unbedingt besser Englisch können wollte: als etwas ältere Teenagerin, die unbedingt die Welt bereisen und sich dabei "total cool" mit anderen in einer Fremdsprache, in dem Fall in Englisch, austauschen können wollte.

Um meine Englischkenntnisse zu erweitern, begann ich Bücher in Englisch zu lesen - und zwar alles, was ich in die Finger bekam, von "Ivanhoe" (viel zu schwer), über "Cannery Row" bis "Catcher in the Rye". Und tatsächlich wurde meine Vision bald wahr: Als Studentin reiste ich in den Semesterferien quer durch Europa und lernte Menschen aus aller Welt kennen. Ich konnte mich mit den meisten von ihnen inzwischen recht flüssig in Englisch verständigen, und das fühlte sich einfach toll an.

Auch nach meinem Studium arbeitete ich weiter an meinen Englischkenntnissen. Ich paukte auf dem Weg zur Arbeit englische Vokabeln und Grammatik, ich bereiste in Urlauben und während eines Sabbaticals die USA – und lernte das Land, wo Flipper, Lassie, King Kong und die Western meiner Kindheit gedreht worden waren, kennen. Und dank meiner Englischkenntnisse konnte ich mich mit Reisenden aus Großbritannien, Neuseeland und Australien zusammentun und mich natürlich überall mit den Amerikanern sehr gut verständigen.

Ist ja schön für sie, werden Sie sich vielleicht denken, dass sich die Englischkenntnisse so positiv auf das Reisen ausgewirkt haben, aber hat das Englischlernen auch beruflich etwas gebracht?

Ja, hat es.

Denn als ich aus Begeisterung für Computer und Internet mehr von dieser digitalen Welt mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten wissen wollte, halfen mir meine Englischkenntnisse dabei, mich in Computer- und Internetthemen einzuarbeiten, das amerikanische Internet, das schon wesentlich mehr Inhalte bot, zu erforschen, und einen tollen Job als technische Fachredakteurin in der IT- bzw. TK-Welt zu finden (IT steht für Informationstechnologie, TK für Telekommunikation). Englisch ist dort die Sprache der internationalen Meetings, Englisch sind die Dokumente der Entwickler und des Produkt-Managements, auf deren Basis man die Manuale und Online-Hilfen inhaltlich entwickelt, und auch die Nutzeroberflächen der in einer technischen Redaktion genutzten Software sowie auch die Nutzeroberflächen der Software, die man beschreibt, sind in Englisch bzw. in technischem Englisch. Und natürlich werden die Handbücher und Online-Hilfen für internationale Kunden auch in Englisch geschrieben. Es ist ein tolles Zusammenarbeiten mit Menschen aus aller Welt.

Meine Englischkenntnisse helfen mir auch nach wie vor bei meiner beruflichen Weiterbildung: Nur dank meiner Englischkenntnisse war ich in der Lage nebenberuflich an ausländischen Universitäten zu studieren: Ich belegte in den letzten Jahren einen Semesterkurs an der Harvard University Extension School als Online-Teilnehmerin, ich besuchte zahlreiche kostenlose Massive Open Online Courses (MOOCs) zu IT- und Bildungsthemen, die in Englisch unterrichtet werden, und zwar von der Stanford-Universität, Udacity.com, Duke University (bei Coursera.org) und anderen. In Kürze beginnt mein nächster nebenberuflicher Informatikkurs, angeboten vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Rahmen des EdX-Programmes.

Anzeige
Sprachurlaub.de - Sprachreisen f. Studium u. Beruf

Vielleicht hört sich das für manch einen nach Mühe und Schweiß an, aber für mich ist das ungeheuer aufregend und ich empfinde diese Möglichkeiten als unendlich große Bereicherung meines Lebens. Tatsächlich überlege ich, noch einen Schritt weiterzugehen und das Tor zu einer weiteren Welt aufzustoßen: Indem ich als nächstes Chinesisch lerne!

Sonntag, 16. Februar 2014

Der Corporate Blog (Unternehmensblog) als Teil der Kommunikationsstrategie

Vorbei sind die Zeiten, als Informationen fast ausschließlich thematisch sortiert und hierarchisch strukturiert ins Internet gestellt wurden, und ohne dass ein Austausch zwischen Autoren und Lesern stattfinden konnte. Heute sucht man als Freiberufler oder Unternehmen den Kontakt zu Kunden und Netzwerk-Kollegen und den Austausch mit ihnen. Man will ihre Reaktion, will mehr über sie wissen – entweder um besser auf sie eingehen zu können oder um voneinander zu lernen, letztendlich um zusammen und bei beidseitiger Zufriedenheit weiterzukommen.

Viele Freiberufler und Unternehmen wählen den Weg über die sozialen Netzwerke, um diese Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, dort bereiten sie Themen mit aktuellem Bezug auf und bringen sich über sie ins Gespräch mit ihren Zielgruppen. Doch haben diese Social-Media-Plattformen ihre eigenen Interessen und es kann gefährlich sein, sich zu abhängig von ihnen zu machen. Facebook, Twitter, Google+ und Co. können jederzeit ihre Spielregeln ändern – und das tun sie auch laufend - und dann können die investierte Zeit, aufwendig erstellte Inhalte und damit jede Menge Geld fehlinvestiert sein.

Hier kommen Blogs ins Spiel, insbesondere der Corporate Blog: Blogs bieten die Möglichkeit Informationen und andere Inhalte mit Zeitbezug ausführlich auf einer eigenen Plattform, dem Unternehmensblog, aufzubereiten. Neue Gesprächsthemen stellt man zwar in den sozialen Netzwerken vor, verweist aber auf den ausführlichen Blogbeitrag im Corporate Blog. So behält man die Kontrolle über die eigenen Inhalte und die Leser haben die Wahl, in den sozialen Netzwerken oder direkt im Blogartikel zu kommentieren und zu diskutieren.

Anzeige


Für Einsteiger: Was sind Blogs überhaupt?

Das Wort Blog ist eine Verkürzung des Begriffs Weblog und steht für Web-Tagebuch. In einem Blog werden mehr oder weniger regelmäßig Artikel, auch Posts genannt, geschrieben, wobei die neuesten als oberste angezeigt werden. Ein Blogartikel kann Text, (interaktive) Grafiken, Fotos, Videos und andere Medien enthalten. Blogartikel sind üblicherweise mit einem Datum versehen und haben einen aktuellen Bezug. Sie werden oft aus persönlicher Sicht geschrieben, und sie sind meistens, aber nicht immer, interaktiv und bieten dann eine Kommentierfunktion und Empfehlungsmöglichkeiten an Freunde/Follower/Abonnenten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+.

Sortiert sind die Blogartikel eines Blogs zwar zunächst durch ihr Datum, doch da jedem Artikel Kategorien und/oder Begriffe (Tags) zugeordnet werden können, kann man sie über diese auch nach Themen zusammenfassen – und da diese Bündelungen eine Web-Adresse haben, kann man auf sie verlinken und so beispielsweise eine Navigation nach Themen erstellen. (Hier findet man zum Beispiel alle Artikel mit dem Tag Blogs in diesem Blog: Blogs).

Die Blogtechnologie wird oft auch als ein einfaches Web Content Management System (CMS) verwendet, welches verschiedene Autoren mit Texten, Fotos und anderen Inhalten befüttern, ohne dass in jedem Falle auch die interaktiven Möglichkeiten aktiviert werden. Auf manchen Websites wird die Blogtechnologie auch nur für Teilbereiche genutzt, z. B. für die Veröffentlichung von Unternehmensnachrichten, Pressemitteilungen oder eben dem Unternehmensblog (Corporate Blog) als Ergänzung zu den Ratgeberseiten, zum Online-Shop und anderem.

Sehr praktisch an Blogs ist, dass zusätzliche Funktionen über Plug-ins, kleine Software-Bausteine, hinzugefügt werden können.

Corporate Blog versus Homepage

Wer Internet hat, der sucht heutzutage nicht mehr im Telefonbuch oder ruft bei der Auskunft an, sondern schaut im Internet nach. Unternehmen, die nicht im Internet zu finden sind, existieren für einen Großteil der Menschheit nicht. Zwar gibt es viele Verzeichnisdienste im Internet, bei denen man sich als Unternehmen eintragen kann, aber mal ehrlich: Bei den meisten findet man den gesuchten Eintrag vor lauter Werbung nicht.

Auch der Weg, sich über soziale Netzwerke online zu präsentieren, ersetzt die eigene Homepage nicht, sondern macht von den Plattformen abhängig.

Die eigene Homepage mit oder ohne Online-Shop bietet die beste Möglichkeit, sein Unternehmen zu präsentieren. Aber ein Corporate Blog, der dieses Zentrum umkreist, erweitert die Möglichkeiten mit (potenziellen) Kunden und anderen zu kommunizieren, die eigene Kompetenz durch gute Inhalte und Tipps vom Profi zu untermauern sowie sich durch den aktuellen Bezug regelmäßig in Erinnerung zu bringen. Und nicht zu unterschätzen ist die positive Wirkung auf das Ranking der Homepage bzw. des Online-Shops durch die Verlinkungen aus dem Blog zu eben diesen.
Das Zentrum des Online-Auftritts sollten Homepage und Online-Shop sein. Sie werden von einem oder mehreren Corporate Blogs umkreist. Statt alle hochwertigen Kommunkationsinhalte mit Zeitbezug in die Social-Media-Plattformen zu legen, werden sie besser überwiegend in dem/den Corporate Blog(s) veröffentlicht und von Twitter, Facebook, Google+ & Co. aus jeweils mittels Teasern darauf verwiesen. Diskussion und Austausch können auf den Social-Media-Plattformen und in den Corporate Blogs stattfinden. In den Über-Mich-Bereichen der Social-Media-Plattformen führt man aber auch die direkten Links zur Homepage, eventuell zum Impressum (falls nicht anders gelöst) und zum Online-Shop auf. Der oder die Corporate Blogs verlinken natürlich auch regelmäßig auf die Homepage und den Online-Shop. Die Kunden oder eine andere Zielgruppe müssen an allen Stellen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme haben und es muss zeitnah auf sie eingegangen werden!

Mit (Corporate) Blogs in Verbindung bleiben (Feedreader & Co.)

Neben der Kommentierfunktion und der Möglichkeit, Blogartikel über die Social-Media-Funktionen (eingebundene Social Plug-ins) im Freundeskreis oder Netzwerk weiterzuempfehlen, haben Blogs für die Leser auch den Vorteil, dass sie sich sehr einfach über neue Blogartikel und Kommentare auf dem Laufenden halten können – beispielsweise, indem sie sie sich in einen E-Mail-Verteiler eintragen oder den RSS-Feed abonnieren.

Beim Internet Explorer findet man das RSS-Symbol oben in der Befehlsleiste.
Bietet eine Webseite oder ein Blog einen RSS-Feed, ist das Symbol orangefarben.

RSS steht für Really Simple Syndication, also für "wirklich einfache Verteilung", z. B. von Blogartikelinhalten. Für das Abonnieren und Lesen von RSS-Feeds wird ein RSS-Feedreader benötigt, der aber oft bereits im Browser enthalten ist oder als Browser-Plugin ergänzt werden kann. Ob ein Blog einen RSS-Feed liefert, erkennt man am orangefarbenen Feed-Symbol oder einem RSS-Icon entweder im Blog selbst und/oder in den Browser-Feldern.
Corporate Blogs sollten das Abonnieren
der Blogartikel per E-Mail und per RSS
leicht machen.


Lesen kann man die Feeds dann mit dem Feedreader – entweder dem zum Browser gehörenden oder einem externen. Bei Firefox findet man den Feedreader und seine Verwaltungsmöglichkeiten beispielsweise unter Lesezeichen, bei Opera im Hauptmenü unter Feeds und beim Internet Explorer bei den Favoriten unter dem Reiter Feeds. Chrome- und Safari-Nutzer nehmen meist externe Feedreader, die man als Browsererweiterung einbinden kann.

Sehr praktisch ist der webbasierte Feedreader Feedly, der alle abonnierten Blogs sehr übersichtlich darstellt.

Unternehmensblog (Corporate Blog)

Ein Unternehmensblog ist der Blog eines Freiberuflers oder Unternehmens, mit dem ein geschäftliches Ziel verfolgt wird, beispielsweise:
  • Kunden mit Nachrichten aus dem Unternehmen versorgen, mit Informationen zum Sortiment neugierig machen, mit besonderen Tipps zur Verwendung von Produkten begeistern.
  • Meinungen und Feedback von Kunden/Lesern zu Themen und Produkten einholen 
  • Das Unternehmen, sich und/oder die Mitarbeiter, als Experten und Ansprechpartner positionieren 
  • Mit Branchenkollegen Branchenthemen diskutieren und Strategien finden 
  • Die Unternehmens-Homepage und/oder den Online-Shop stärken 
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Corporate Blog:
  • Einbindung des Corporate Blogs in eine übergeordnete PR-/Marketing-/ Kommunikationsstrategie
  • Erscheinungsbild des Corporate Blogs passend zum Unternehmen/Marke gestalten 
  • Selbst erklärende Nutzeroberflächen und kurze Ladezeiten 
  • Themen wählen, die für die Kunden o. a. Zielgruppe relevant sind und einen Mehrwert bieten
  • Authentisch und kompetent sein 
  • Mit Begeisterung anstecken 
  • Inhalte fachlich korrekt darstellen
    (keinesfalls bei Nicht-Fachleuten billig eingekaufte Texte online stellen) 
  • Den Ton der Zielgruppe treffen 
  • Rechtschreibung und Zeichensetzung sollten i. d. R. perfekt sein
  • Inhalte müssen internetgerecht aufbereitet werden
  • Regelmäßige Veröffentlichungen und zeitnahe Beantwortung von Kommentaren schaffen Vertrauen 
Ein Corporate Blog kann die Kundenbindung verbessern und neue Kunden anziehen, die Marke bekannt machen, den Online-Shop unterstützen und vieles mehr. Wenn man vom Unternehmensblog aus auf das Zentrum seiner Internetpräsenz verlinkt (das sollte die Homepage oder der Online-Shop sein), stärkt man dieses – das kann auch zu einem besseren Platz in den Suchergebnissen der Suchmaschinen verhelfen.

Eines sollte man aber wissen: Ein guter Blog macht in der Regel viel Arbeit.

Der Weg zum eigenen Blog

Was das Konzept, das technische Aufsetzen und die optische Gestaltung betrifft, kann man all dies mehr oder weniger mühselig lernen oder dafür einen Fachmann/Fachfrau engagieren. Was beim kleinen Hofladen vielleicht sympathisch unperfekt und authentisch wirken kann, signalisiert bei einem anderen Unternehmen Schlampigkeit, Inkompetenz und Unzuverlässigkeit. Beim Corporate Blog darf man nicht am falschen Platz sparen.

Das müssen Sie oder Ihr(e) Dienstleister idealerweise können:
  • "Technische" Einrichtung und Administration eines Blogs 
  • Optische Gestaltung entwickeln und ins Web und/oder für mobile Geräte transportieren
  • Ihr Unternehmen, die Produkte und Kunden kennen 
  • Draht zur Zielgruppe haben
  • Fachkenntnisse über die Produkte und ihre Verwendung haben
  • Für das Internet schreiben können: den richtigen Ton treffen, begeistern, sehr gute Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungskenntnisse haben 
  • Kenntnisse der Suchmaschinenoptimierung 
Als Redaktionssysteme eignen sich beispielsweise:
  • ExpressionEngine für professionelle Corporate Blogs 
  • Wordpress ist das gebräuchlichste Redaktions-/Blogsystem für private und Corporate Blogs (Beispiel: tinto bloggt
  • Concrete5 ist ein Redaktionssystem für Einsteiger 
  • Kostenlose Blogs kann man auf Blog-Plattformen wie blogger.com (Beispiel: Gartentipps), wordpress.com und tumblr.com (Beispiel: Blog für alle Fälle) einrichten. Sie eignen sich hauptsächlich für Hobby- und halbprofessionelle Blogs 

Weitere Informationen im Internet

Sonntag, 2. Februar 2014

Blogger-Ethik: Transparenz muss sein!

Blogger dürfen meiner Meinung nach fast alles, nur nicht ihre Leser hinters Licht führen - erst recht nicht böswillig. Insofern sind Blogger meiner Meinung nach wie Journalisten der Wahrheit verpflichtet.

Eigentlich wollte ich bei der Blogparade Blogger und Ethik von WebLogMarketing aus Zeitmangel gar nicht mitmachen, aber das Thema ist einfach zu spannend.

Was darf ein Blogger und was nicht?


Außer wissentlich falsche Informationen verbreiten, dürfen Blogger meiner Meinung nach fast alles:
  • ihre Meinung mehr oder weniger begründet raushauen, 
  • Erfahrungen teilen, 
  • Stimmung anheizen, 
  • unterhalten. 
Aber auch:
  • Fakten informativ und wertfrei präsentieren  oder
  • Zeitthemen sachlich analysieren. 
Und genauso:

Jeder Blogger, jede Bloggerin und jedes bloggende Unternehmen entscheidet selbst, wie und über was gebloggt wird, und ob er/sie/es das als Hobby, zum Geldverdienen, zur Kommunikation mit Kunden oder aus anderen Gründen tut.

Doch bei allem, was sie tun, sollten Blogger ihren Lesern (nicht zwangsweise den Suchmaschinen) gut erkennbar offenlegen:
  • ob es im jeweiligen Blogartikel um Fakten und sachliche Analyse oder um Meinung, Stimmungsmache oder sogar Verteufelung ("Rant") geht,
    Um dem Leser Orientierung zu bieten, setzt man einen kleinen Zusatz wie "Kommentar", "Feuilleton", "Analyse" o. ä. Hinweise in die Überschrift oder in den ersten Abschnitt, falls die Überschrift als solche ("... ist das Letzte") nicht schon den eindeutigen Hinweis gibt. 
  • ob ein Artikel gesponsert ist,
    Blogartikel, die man für eine Gegenleistung geschrieben hat und in seinem Blog veröffentlicht, muss man als gesponserte Artikel oder Werbung kennzeichnen.
    Auch Blogartikel, die man von anderen erhält und die man gegen eine Gegenleistung in seinem Blog veröffentlicht, müssen als Werbung, Gastartikel-Veröffentlichug gegen Bezahlung o. ä. erkennbar sein. Auch überlassene Produkte oder Artikel für Verlosungen sind Gegenleistungen!
  • Jede Art von Werbung einschließlich gekaufter Links sollten für die Blogbesucher und Leser gekennzeichnet sein. 
Als Blogger ist man seinen Lesern verpflichtet, aber nicht in dem Sinne, dass man ihnen nach dem Mund redet, sondern dass man sie nicht wissentlich und erst recht nicht böswillig hinters Licht führt. Insofern ist ein Blogger, wie auch der Journalist, mit seinen eigenen Inhalten (Texte, Bilder, Videos etc.) der Wahrheit verpflichtet. Natürlich wäre es gut, wenn immer alle Fakten überprüft würden, aber wenn man das nicht kann/will, sollte man auch nicht so tun, als ob. Verweise auf Quellen und weitere Informationen helfen den Lesern, sich selbst ihre Meinung zu bilden.

Im Grunde entspricht mein Anspruch an die Transparenz der Ziffer 7 des Pressekodexes, der besagt, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht von eigenen oder fremden, wirtschaftlichen und anderen Interessen beeinflusst sein sollen bzw. dass redaktioneller Inhalt von Werbung getrennt bzw. Werbung und eigenes Interesse kenntlich gemacht werden müssen.

Transparenz schafft Vertrauen


Zusätzlich zur Information über den Blogartikel selbst (ob es sich um recherchierte Information, eigene Erfahrung, Rant, Satire oder anderes handelt) und zur Information, was Werbung/gesponsert ist und was nicht, möchte ich (und bestimmt viele andere Blogbesucher) zumindest den Namen des Bloggers wissen und, wenn möglich, ein paar Hintergrundinformationen über ihn/sie erhalten - auch bei einem Unternehmensblog. Man möchte wissen, wer den Blog befüttert, an wen man seine Kommentare richtet, mit wem man diskutiert und wodurch er sich qualifiziert.

Es gibt sicher noch viele Details, die man in eine Blogger-Ethik einarbeiten könnte - ein Vorbild könnte der Pressekodex sein. Doch Transparenz ist für mich das oberste Gebot, dem ich versuche in meinen Blogs, Social-Media-Beiträgen etc. gerecht zu werden.

Weitere Informationen

Sonntag, 5. Januar 2014

Gewinnspiele können misslingen (Fallbeispiel)

Gewinnspiele werden oft als Mittel der Marketing-Kommunikation genutzt. Doch falsch aufgezogen können sie Kunden verprellen.

Gewinnspiele sollen Kunden Spaß machen, diese dadurch ans Unternehmen binden und sie mehr oder weniger direkt dazu bringen, lieber bei diesem als bei anderen Unternehmen zu kaufen. Doch wenn sich der Kunde durch fehlende Transparenz und suggerierte Gewinne in die Irre geführt fühlt, dann wird er die Seriosität des Unternehmens als solches in Zweifel ziehen. Fallbeispiel aus Kundensicht.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Links im Artikeltext oder Links ans Ende setzen?

Einer der Vorteile von Texten im Internet oder in anderen digitalen Medien wie E-Books sind die durch Hypertext Markup Language (HTML) ermöglichten Querverweise (Hyperlinks oder kurz Links genannt). Informationen werden auf diese Art nicht nur linear dargestellt, sondern sind durch Verlinkungen miteinander vernetzt. Die Frage ist: Was ist lesefreundlicher - Links in den Fließtext einzubauen oder gesammelt ans Ende zu setzen?

In den meisten Blogartikeln und anderen Online-Veröffentlichungen werden die Links in den Fließtext gesetzt. Doch die Möglichkeit, mitten aus dem Text heraus zu anderen Dokumenten zu springen, hat auch Nachteile, vor allem, wenn ein Text viele Links enthält: Sie verleiten die Leser dazu, jede Nebenbaustelle anzuschauen und dadurch den Faden im Hauptartikel zu verlieren, und oft genug finden sie den Weg nicht mehr zurück zum Ursprungsartikel.

Ich bin als Leserin von Blogartikeln und anderen Veröffentlichungen inzwischen dazu übergangen, Texte, in denen es darum geht, Gedankengängen zu folgen, erst von vorne bis hinten durchzulesen oder zumindest soweit zu überfliegen, bis ich sicher bin, alles, was mich interessiert, auch abgegrast zu haben. Dann scrolle ich wieder nach oben und gucke, was es an Links gibt und ob da vielleicht auch der Link dabei ist, auf den ich nach dem Lesen Wert gelegt hätte. Die Scrollerei nervt mich aber ziemlich. In so einem Fall wäre es mir wesentlich lieber, erst am Ende eine Linkliste zu weiterführenden Informationen zu finden, damit ich mir das Scrollen ersparen kann. Außerdem sind im Blogartikel-Text selbst wichtige Links oft hinter blöden Linktexten verborgen und bei längeren Texten kaum wiederzufinden.

Anders geht es mir bei Blogartikeln, die irgendetwas vorstellen - z. B. eine Liste "Die zehn besten kostenlosen Bildbearbeitungsprogramme". In so einem Fall wünsche ich mir den Link zum jeweiligen Programmanbieter o. Ä. gleich dort, wo das Programm vorgestellt wird. Bei einem Fachbuch als E-Book würde ich mir beides wünschen - die Möglichkeit zu springen, aber auch Link-Übersichten (Links aus dem Inhaltsverzeichnis, Listen mit verlinkten externen Quellen/Lesetipps etc.).

Bei meinen eigenen Blogartikeln, die ja selten über 5.000 Zeichen lang sind, bin ich dazu übergegangen, die meisten Links (Quellen und weiterführende Informationen) ans Ende zu setzen - jedenfalls dann, wenn es mir wichtig ist, dass meine Leser den ganzen Artikel lesen oder zumindest anschauen. Das beinhaltet aber auch eine gewisse Bevormundung.

Wie steht ihr als Leser dazu - nervt das oder findet ihr das in Ordnung?

Noch ein Aspekt: Nach wissenschaftlichen Anforderungen müsste man möglicherweise bei jedem Gedanken auch die Quelle der Inspiration angeben, um sich nicht irgendwann Plagiatsvorwürfen ausgesetzt zu sehen, doch würde das meiner Ansicht nach Blogartikel unlesbar machen - weshalb ich die Quellenangabe im Text nur bei gravierender Bedeutung der Quelle für meine eigenen Gedankengänge mache. Was meint ihr bzw. wie handhabt ihr das in euren Blogs?

Donnerstag, 11. Juli 2013

Plausible Deniability - glaubhafte Abstreitbarkeit

Zum ersten Mal habe ich von dem Begriff "Plausible Deniability" im Presseclub "Vorsicht Freund hört mit" am 7. Juli 2013 gehört, bei dem es um die intensiven Abhöraktivitäten von Geheimdiensten wie der National Security Agency (NSA) und der Government Communications Headquarters (GCHQ) sowie weitere Offenlegungen, die wir dem Whistleblower Edward Snowden zu verdanken haben, ging.

"Plausible Deniability" sei ein Konzept, das die plausible Leugbarkeit ermöglicht. Nein, ich kannte Prism nicht, kann man beispielsweise sagen, wenn einem der Projektname Prism wohlweislich nicht mitgeteilt wurde. Das bedeutet jedoch nicht, dass man nichts von einer flächendeckenden Ausspionierung von Daten wusste oder von dem, was der ausländische Geheimdienst sonst so tat. Es wurde vielleicht in Gesprächen ein anderer Name, z. B. ein Codename, verwendet, oder man fragte bewusst nicht nach, um sich später in eine Wolke der Unwissenheit hüllen zu können.

Als ich recherchierte, stellte ich fest, dass "Plausible Deniability" tatsächlich gar nichts Neues ist, bei Wikipedia gibt es längliche Ausführungen zur "Glaubhaften Abstreitbarket". "Plausible Deniability" ist ein Konzept der "Spurenvermeidung" in der Politik, die in den USA in den 1950er Jahren entwickelt wurde: Führungsstrukturen und Befehlsketten werden so gestaltet, dass sie bei Bedarf gut abgestritten werden können, so dass beispielsweise ein Politiker nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.

Wenn ich nun lese, dass die Kanzlerin bei Fragen der Wochenzeitung DIE ZEIT zum Thema Prism gesagt habe, sie habe vom US-Spionageprogramm "durch die aktuelle Berichterstattung Kenntnis genommen" und auf die Verantwortung des Kanzleramtsministers für Geheimdienste hinweist, erinnerte das doch unwillkürlich an das Konzept "Plausible Deniability" und irgendwie auch an Bill Clinton's "I did not have sexual relations with that woman". Hat sie möglicherweise nur den Namen Prism nicht gekannt?

Wenn ich desweiteren lese, dass Bundesinnenminister Friedrich sich dahingehend äußert, dass das deutsche Rechtssystem nicht betroffen sei, wenn Datenströme über ausländische Server laufen und die Daten deutscher Bürger und Unternehmen außerhalb von deutschem Boden ausspioniert werden, dann sieht er offensichtlich nicht den Gesprächsbedarf mit ausländischen Regierungen zu eben diesem international zu behandelnden Thema, nicht den Diskussionsbedarf mit eigenen Bürgern und nicht die Notwendigkeit, Bürger-/Menschenrechte, Wirtschaft (Stichwort Industriespionage) und Demokratie zu schützen. Die öffentlich geäußerte Empörung der amtierenden Regierungspolitiker anlässlich der Offenlegungen von Edward Snowden beziehen sich meines Wissens nur auf die verwanzten Botschaften und EU-Gebäude, nicht auf die Ausspionierung der ganz normalen Menschen.

Das ist nicht gut. Die zunehmende Digitalisierung schafft immer neue Möglichkeiten, uns zu überwachen. Es darf aber nicht sein, dass das angebliche "Neuland" zum rechtsfreien Raum für die Politik wird, die die Verantwortung abschiebt, weil Verbindungen und Server außerhalb von deutschem Boden liegen und fremde Geheimdienste die Drecksarbeit erledigen, während man selbst seine Hände in Unschuld wäscht. Unsere Regierung muss offenlegen, was sie wann wusste und billigend in Kauf nahm. Wir müssen sicher sein, dass nicht mit Hilfe von Digitalisierung, länderübergreifenden Netzen und "Plausible Deniability" mal eben Bürger- und Menschenrechte und die Demokratie ausgehebelt werden können.
Anzeige
ADAC Mitgliedschaft und Leistungen

Quellen und weiterführende Informationen

Mittwoch, 10. Juli 2013

XING: Mitgliederprofil wird erneuert

Man darf gespannt sein: XING, das soziale Netzwerk für berufliche und private Kontakte mit über 13 Millionen Mitgliedern, kündigt eine Rundumerneuerung des Mitgliederprofils an.

Was mich an sozialen Netzwerken nervt, sind die Umstellungen. Schon wieder, denke ich, weil ich den Zeitaufwand sehe, den mich diese Umstellung kosten wird. Besonders lästig finde ich in diesem Zusammenhang Facebook und Google+. Gerade hat man alles schön neu gestaltet, neue Bilder hochgeladen, die Vorstellungstexte überarbeitet, die Privatsphäre-Einstellungen angepasst usw., kommt schon das nächste Update, Bilder und Spalten werden größer oder kleiner, Reiter und Darstellungsmöglichkeiten werden eingeführt oder abgeschafft, und schon muss man (als Profi mit mehreren Pages) wieder viele Stunden Arbeitszeit investieren.

XING ist in der Hinsicht bisher weniger nervig gewesen und so sehe ich dem Update des Mitgliederprofils zum zehnjährigen Jubiläum mit Spannung entgegen. Manche hatten XING nach dem Erfolg der großen amerikanischen Netzwerke Facebook, Twitter und Google+ ja schon völlig abgeschrieben, obwohl die stetig steigenden Mitgliederzahlen das Gegenteil sagen. Andere finden XING langweilig, weil es doch eher um professionelle Vernetzung geht. Doch oft muss man sich bei der Kritik an die eigene Nase fassen, man hat vielleicht - so wie ich - irgendwann aufgehört, die dort gebotenen Möglichkeiten wie Foren und Veranstaltungen zu nutzen, weil einfach die Zeit nicht mehr für alle Netzwerke gereicht hat.

Da mir XING (früher OpenBC für Open Business Community) in einer Phase beruflicher Neuorientierung eine wichtige "Entscheidungsfindungs-Hilfe" und "Vernetzungs-Übungsplattform" war und weil mich über XING schon einige sehr gute Werbekunden und Auftraggeber gefunden haben, möchte ich XING nicht missen. Und wer weiß, vielleicht animiert mich das Update, mich dort wieder stärker einzubringen. Nach den jüngsten Geheimdienst-Skandalen und Whistleblower-Offenlegungen - z. B. sollen lt. Edward Snowden die Großkonzerne Google, Apple, Microsoft und Facebook dem amerikanischen Nachrichtendienst NSA direkten Zugriff auf das Back-End gegeben haben - will ich XING sowieso eine neue Chance geben. Vielleicht ist ein deutsches Unternehmen bei der Ausspionierung der Nutzer weniger kooperativ - allerdings ist mein Enthusiasmus in dieser Hinsicht nicht mehr allzu groß.

Das neu gestaltete XING-Mitgliederprofil soll wesentlich umfassendere und individuellere Möglichkeiten der professionellen Selbstdarstellung in frischem Design bieten, was besonders Freiberufler, Kreative, Studenten und viele andere Vernetzungswillige, Auftrag- und Jobsuchende freuen dürfte. Es soll u. a. auch die Möglichkeit bieten, Beiträge aus Foren und aus Twitter im Profil anzuzeigen. Auch die Jobsuche bzw. das Recruiting sollen vereinfacht werden, wobei genau konfiguriert werden können soll, wem das Interesse an einem Jobwechsel angezeigt wird und wem nicht.
Die Umstellung der 13 Millionen Mitglieder soll schrittweise erfolgen und mit dem heutigen Tag beginnen. Wer es nicht erwarten kann, bis es bei ihm/ihr losgeht, kann sich vorab registrieren.

Quellen und weiterführende Informationen 

Sonntag, 7. Juli 2013

Das Ende des Internets

Überwachung im Internet
Die Überwachung durch die
Geheimdienste hat das Vertrauen
ins Internet zerstört.
... wie wir es kannten oder glaubten, zu kennen.

Das Internet war für mich lange das Medium, das einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten würde - weil es die Kommunikation der Menschen untereinander fördert und damit zu mehr Mitgefühl, Verständnis und gegenseitiger Hilfe führen würde. Manche träum(t)en noch viel weiter als ich - von einer besseren Demokratie und sogar von ganz neuen Menschen dank Internet. Tatsächlich sind einige unserer Träume wahr geworden - manche Initiativen im Bildungsbereich, wie die MOOCs, haben meine Erwartungen sogar übertroffen.

Aber wie alles, hat auch das Medium Internet nicht nur gute Seiten, sondern auch "Abgase" - ungute Nebenwirkungen. Diese heißen z. B. Cyberkrieg, Cyberkriminalität, Reduzierung des menschlichen Nutzers auf ein gläsernes, manipulier- und ausbeutbares Marketingobjekt und einiges Schreckliche mehr.

Nun ist durch die Aufklärungsarbeit von Edward Snowden (hätte er einen Presseausweis, wäre er ein investigativer Journalist) noch eine weitere, besonders hässliche Seite ans Tageslicht geholt worden, von der wir Bürger nichts wussten oder zumindest nicht das Ausmaß kannten: Praktisch jegliche Kommunikation und jeder Datenstrom im Internet wird von Geheimdiensten wie NSA, GCHQ und anderen durchforstet und je nach Geheimdienst ganz oder teilweise gespeichert. Traurig auch in dem Zusammenhang die Offenlegung des Whistleblowser Snowden, dass die amerikanischen Megaunternehmen Google, Facebook, Apple und Microsoft der NSA direkten Zugriff aufs Back-End gegeben haben - ohne ihre Nutzer darüber zu informieren.

Zusammenarbeit mit NSA und anderen ausländischen Geheimdiensten statt Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung?

Wenn unsere Regierung so ahnungslos war, wie sie jetzt tut, dann glänzt sie mit Inkompetenz. Dann müssen wir die Lachnummer Europas und der Welt sein: die dummen Deutschen mit ihrer Diskussion um Vorratsdatenspeicherung. Und wenn unsere Regierung davon gewusst und es geduldet hat bzw. diese ausländischen Geheimdienstaktivitäten sogar indirekt mitnutzt (und sich auf diesem Wege die lästige Diskussion mit den eigenen Bürgern über Vorratsdatenspeicherung u. Ä. erspart hat!?!), dann hat sie nicht nur aus den Protesten um ACTA nichts gelernt, sondern das Vertrauen der Bürger bewusst missbraucht.

Welche Konsequenzen werden NSAgate und all die aktuellen Überwachungs- und Abhörskandale haben?

Eine Regierung kann man in Deutschland abwählen oder zum Rücktritt zwingen und es liegt am Bürger, ob er das tut. Die nächste Wahl steht ja vor der Tür.

Aber was ist mit dem Internet - kann man diesem Medium jemals wieder trauen? Denn, selbst wenn sich verbindliche Regeln zwischen Staaten vereinbaren lassen, wie will man Geheimdienste (oder Nachahmer) kontrollieren? Gibt es noch einen Weg weg vom total überwachten Internet?

Im Moment stellen sich mir auch so pragmatische Fragen wie: Kann man noch E-Mails verwenden? Kann man noch über die Messenger-Funktionen sozialer Netzwerke kommunizieren?

Nicht, wenn es wichtig ist! So lautet derzeit die Antwort für Journalisten, die ihre Quellen schützen müssen. Selbst wenn man verschlüsselt - empfohlen wird Pretty Good Privacy (PGP) - ist nicht sicher, dass diese Verschlüsselungen in ein paar Jahren auch noch sicher sind. Und man kann natürlich davon ausgehen, dass gerade verschlüsselte E-Mails aus dem Datenstrom gefiltert und gespeichert werden. Und wie sicher ist der Informant dann? Es gibt Informationen, deren Brisanz verblasst nie.

Heute Mittag im Presseclub stellte in der anschließenden Diskussion ein Zuschauer die Frage, wie man als Whistleblower überhaupt noch Kontakt zu den Medien herstellen könne. Es wurde empfohlen, einen herkömmlichen Brief zu schreiben und darin ein persönliches Treffen zu verabreden!

Und was machen Unternehmen, die von ihrem Wissensvorsprung leben - z. B. Maschinenbauunternehmen? Selbst wenn die Geheimdienste nicht automatisch Interessantes aus Wirtschaft und Unternehmen an deren jeweilige nationale Unternehmen weiterleiten, so besteht immer die Gefahr, dass korrupte Geheimdienstmitarbeiter Wissen teuer verkaufen. Wie einfach man sich bei CIA und NSA einschleusen und an geheime Daten kommen kann, zeigt das Beispiel Edward Snowden.

Können also Unternehmen Wichtiges noch per E-Mail kommunizieren oder das Internet als Rechercheinstrument verwenden, wenn sie sicher sein wollen, dass sie nicht Opfer von Industriespionage werden? Nein, eigentlich nicht. Und was ist mit Cloud Computing? Das Vertrauen in die Cloud ist spätestens jetzt dahin.

Das Internet ist zurück beim Militär. Oder war es niemals weg?

Für mich ist das Internet, zu dem es sich in meiner Vorstellung hätte entwickeln können, nicht mehr realisierbar - wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen will: gerne. Auch "The Internet of Things" ist für mich inzwischen eine Horrorvorstellung, weil mich dann auch mein Kühlschrank, mein Staubsaug-Roboter und die Personenwaage ausspionieren und verpfeifen können.

Das Internet, wie es sich jetzt darstellt, gefällt mir in weiten Teilen nicht. Bei allem, was ich privat in einer E-Mail an Meinung äußere, denke ich daran, dass mitgehört und gespeichert wird. Wenn das Laden einer Seite oder das Versenden einer Mail etwas länger dauert, denke ich: Aha, jetzt hat sich ein Abhörprogramm aktiviert und eingeklinkt, um den Datenstrom zu den Filtern der NSA, des GCHQ oder des französischen Geheimdienstes zu lenken. Ich fühle mich bei allem, was ich tue, beobachtet - als säße jemand auf meiner Schulter und schaut, was ich wieder schreibe - dabei hatte ich mich doch für Homeoffice statt Gemeinschaftsbüro entschieden.

Ich mag Überwachung nicht - obwohl ich rein gar nichts zu verbergen habe, außer vielleicht meiner echten Haarfarbe.

Und wie wird es weitergehen? Die Digitalisierung ist schon weit fortgeschritten, doch haben wir Internetenthusiasten doch schon viel weiter nach vorne ins digitale Zeitalter geschaut. Und das würde viele aufregende Neuerungen und Vorteile bringen - wie jetzt noch klarer sein dürfte: nicht nur uns, sondern auch unseren Überwachern. Das Netz der Netze wird sich um uns herum zusammenziehen.

Aktuell wird vielleicht nur überwacht und gesammelt. Aber wie lange wird es dauern, bis das, was über Personen gesammelt wird, schon auf dem Weg von Dritten und Vierten manipuliert wird, oder aber später im Nachhinein verändert wird, um zu beweisen, was man gerade beweisen will.

Das Internet ist für mich am Ende, denn ich sehe nicht, wie man aus dieser Vertrauenskrise wieder herauskommen könnte. Die Geschichte des Internets begann beim Militär - nun haben sie es sich gewissermaßen zurückgeholt.

Vielleicht waren sie aber auch nie wirklich weg, und sie haben uns nur nicht beim Träumen gestört.

Quellen und weitere Informationen