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Dienstag, 10. Dezember 2013

2014, ich komme - mit vielen Vorhaben!

Berufliche Vorsätze für 2014
Wer sich nur treiben lässt, läuft Gefahr, nicht von der Stelle zu kommen oder sich im Kreis zu bewegen - das gilt sowohl für das Privat- als auch für das Berufsleben bzw. für den Erfolg als Freiberufler oder Selbstständiger. Die lexoffice Business-Blogparade „Ziele und Vorsätze für 2014“ ist ein guter Anlass, zu reflektieren, wie das letzte Jahr war, und die Richtung für das nächste Jahr zu bestimmen. 

Meine beruflichen Vorsätze 2014

Ich mag Listen - die sind übersichtlich und Erledigtes kann man abhaken. Meine beruflichen Vorsätze und Vorhaben für 2014 gibt es daher in Listenform. Hier sind sie:
  • Mein Name soll für Qualität und Kompetenz stehen
    Ich möchte Auftraggebern und den Menschen, mit denen ich beruflich vernetzt bin, 2014 deutlich zeigen, dass ich mich mit Themen gründlich auseinandersetze, sorgfältig arbeite und zuverlässig bin, z. B. indem ich auch meine eigenen Blogs in Zukunft weniger locker bediene als bisher, sondern sie genauso professionell gestalte und pflege, auch in sprachlicher Hinsicht auf die jeweilige Zielgruppe eingehend, wie ich dies für Kunden ganz selbstverständlich tue. 
  • Gutes Geld für gute Arbeit
    Ich liebe das Schreiben. Mich interessieren sehr viele Fachgebiete und ich habe mich in vieles eingearbeitet - mein Alter hat eben den Vorteil, dass ich dazu die nötige Lebenszeit hatte -, und all das Gelernte und Erfahrene möchte ich auch weitergeben. An meiner Freiberuflichkeit als Journalistin, Bloggerin, Texterin und technische Redakteurin bzw. der Selbstständigkeit schätze ich die freie Wahl der Themen und Auftraggeber, doch vor lauter Begeisterung für Themen verkaufte ich mich zu oft unter Wert - am schlimmsten allerdings an mich selbst für meine werbefinanzierten Online-Publikationen zu den Themen Garten, Geld und andere Themen, zu denen ich mich äußern oder mein Wissen weitergeben möchte. Die Einnahmen über Partnerprogramme und Affiliate-Plattformen sind leider viel zu gering, um den Aufwand zu kompensieren; und die Abhängigkeit von Google und Amazon gefällt mir auch nicht. Im Gegensatz dazu machen mich meine direkten Werbepartner richtig stolz - nicht nur, weil sie mich von sich aus gefunden haben, sondern weil sie oft beeindruckende Unternehmen sind, die auch angemessen bezahlen. Für 2014 nehme ich mir vor, mit den Schreib-Auftraggebern besser zu verhandeln bzw. stärker zu selektieren und mich in Zukunft aktiver auf die Suche nach guten Auftraggebern und mehr guten direkten Werbepartnern zu machen. 
  • Neues Thema: Handwerken für Einsteiger
    Obwohl ich bisher kaum einen Nagel gerade in die Wand schlagen konnte, habe ich mich im vergangenen Jahr in der Freizeit mit Wohnungsrenovierung und insbesondere Bodenverlegen befasst und bin gerade dabei, das, was ich im Internet, aus Büchern und mithilfe der Beratung im Baumarkt an Handwerkstheorie gelernt habe, mit meinen zwei linken Händen in die Tat umzusetzen: Ich hoble, schleife, säge und verlege derzeit sogar ganz alleine einen Parkettboden - und benutze all die tollen Werkzeuge und Maschinen, die man dazu braucht, zum ersten Mal in meinem Leben. Meine Erfahrungen möchte ich in mindestens einem meiner Blogs (z. B. Verbrauchermeinung) "verarbeiten" und werde mich auf die Suche nach einem oder mehreren Werbepartnern machen, die mich dabei unterstützen. 
  • Noch mehr Themen: Netz-Politisches, Umwelt und Europa sollen stärker werden
    Zwar hatte ich schon immer eine Meinung zu politischen Vorgängen, doch habe ich sie selten beruflich artikuliert. Die Aufregungen um ACTA und Urheberrecht sowie Entwicklungen im Internet haben das geändert und ich habe in meinem Blog "Text und Kommunikation" gelegentlich meine Sicht auf die Dinge dargestellt. Als mich Deutschlandradio daraufhin ermutigte, auch für das Politische Feuilleton zu schreiben und meine Beiträge im Radio vorzutragen, hat mich das damals sehr ermutigt. Weil 2013 so viel anderes anstand - z. B. die Überarbeitung meines ersten Gartenbuches -, musste ich in diesem Bereich vorübergehend etwas kürzertreten. Doch liegen mir Netz-Politisches, Umwelt und das Thema Europa sehr am Herzen und ich möchte mich auch beruflich in diesen Themen wieder stärker engagieren und entsprechenden Medien Themenvorschläge für Beiträge von mir unterbreiten. 
  • Selbstvermarktung: Ich muss noch sichtbarer werden
    Zwar bin ich bereits sehr gut vernetzt bei Twitter, Google+ (z. B. Personenprofil, meine Gartentrends-Community, tinto, Texte und Kommunikation), Facebook (z. B. Gartensaison-Hobbygärtner), Texttreff etc., aber das heißt ja nicht, dass ich nicht noch besser werden könnte. Dabei möchte ich zukünftig noch mehr Wert auf die Vernetzung außerhalb der sogenannten Sozialen Netzwerke legen, z. B. über die direkte Vernetzung mit anderen Bloggern, Unternehmen und Lesern, um die Abhängigkeit von den großen Playern im Internet zu verringern - wie schnell die mächtigen Social-Media-Plattformen ihre Unternehmenspolitik ändern, sieht man ja derzeit an Facebook, das es Unternehmensseiten immer schwerer macht, ohne Werbebuchungen von ihren Fans gesehen zu werden. 
  • Publizierung in Eigenregie
    Mir brennen einige Fachthemen, aber auch Plots für Romane und Kurzgeschichten unter den Nägeln, und da sich im Bereich Print on Demand/E-Books in den letzten beiden Jahren viel getan hat, möchte ich 2014 die Chancen für meine Themen neu evaluieren und eventuell ein oder mehrere Projekte in Angriff nehmen. 
  • Steuererklärung 2013 im Mai fertig haben
    Ich möchte meine Steuererklärung 2013 spätestens im Mai 2014 fertig haben. Ich habe nämlich letztes Jahr festgestellt, dass einige Online-Banking-Features meiner Bank sehr hilfreich bei der Erstellung der Steuererklärung sind, man aber leider nur auf die Daten der letzten 15 Monate Zugriff hat - ein guter Grund, die Steuererklärung nicht mehr wie bisher Richtung Jahresende zu verschieben. Das erleichtert dann auch die Anpassungen und Prognosen für die Sozialversicherungen.
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  • Professionellere Tools
    Nicht nur, was Blog-Layout und Webdesign betrifft, möchte ich mich verbessern, langsam wird es auch Zeit, mich nach Profi-Tools für Kundenverwaltung und Rechnungsstellung umzuschauen, statt mit selbstgebastelten Wordpress- und Excel-Lösungen zu hantieren. Wenn ich Glück habe, gewinne ich ja noch 2013 einen der 25 lexoffice-Jahres-Accounts, die unter den Teilnehmern dieser Blogparade verlost werden :-). 
Ansonsten freue ich mich sehr auf das nächste Jahr und bin schon äußerst gespannt, was alles passieren und was neu zu lernen sein wird - denn Lernen ist für mich eines der wesentlichen und schönsten Komponenten des Lebens. Ich hoffe, ich erinnere mich daran, gelegentlich meine Richtungsweiser in diesem Blogartikel zu vergegenwärtigen, damit ich dort ankomme, wo ich ideell und finanziell hin möchte.

Eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Jahr 2014 wünsche ich allen schon jetzt!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Links im Artikeltext oder Links ans Ende setzen?

Einer der Vorteile von Texten im Internet oder in anderen digitalen Medien wie E-Books sind die durch Hypertext Markup Language (HTML) ermöglichten Querverweise (Hyperlinks oder kurz Links genannt). Informationen werden auf diese Art nicht nur linear dargestellt, sondern sind durch Verlinkungen miteinander vernetzt. Die Frage ist: Was ist lesefreundlicher - Links in den Fließtext einzubauen oder gesammelt ans Ende zu setzen?

In den meisten Blogartikeln und anderen Online-Veröffentlichungen werden die Links in den Fließtext gesetzt. Doch die Möglichkeit, mitten aus dem Text heraus zu anderen Dokumenten zu springen, hat auch Nachteile, vor allem, wenn ein Text viele Links enthält: Sie verleiten die Leser dazu, jede Nebenbaustelle anzuschauen und dadurch den Faden im Hauptartikel zu verlieren, und oft genug finden sie den Weg nicht mehr zurück zum Ursprungsartikel.

Ich bin als Leserin von Blogartikeln und anderen Veröffentlichungen inzwischen dazu übergangen, Texte, in denen es darum geht, Gedankengängen zu folgen, erst von vorne bis hinten durchzulesen oder zumindest soweit zu überfliegen, bis ich sicher bin, alles, was mich interessiert, auch abgegrast zu haben. Dann scrolle ich wieder nach oben und gucke, was es an Links gibt und ob da vielleicht auch der Link dabei ist, auf den ich nach dem Lesen Wert gelegt hätte. Die Scrollerei nervt mich aber ziemlich. In so einem Fall wäre es mir wesentlich lieber, erst am Ende eine Linkliste zu weiterführenden Informationen zu finden, damit ich mir das Scrollen ersparen kann. Außerdem sind im Blogartikel-Text selbst wichtige Links oft hinter blöden Linktexten verborgen und bei längeren Texten kaum wiederzufinden.

Anders geht es mir bei Blogartikeln, die irgendetwas vorstellen - z. B. eine Liste "Die zehn besten kostenlosen Bildbearbeitungsprogramme". In so einem Fall wünsche ich mir den Link zum jeweiligen Programmanbieter o. Ä. gleich dort, wo das Programm vorgestellt wird. Bei einem Fachbuch als E-Book würde ich mir beides wünschen - die Möglichkeit zu springen, aber auch Link-Übersichten (Links aus dem Inhaltsverzeichnis, Listen mit verlinkten externen Quellen/Lesetipps etc.).

Bei meinen eigenen Blogartikeln, die ja selten über 5.000 Zeichen lang sind, bin ich dazu übergegangen, die meisten Links (Quellen und weiterführende Informationen) ans Ende zu setzen - jedenfalls dann, wenn es mir wichtig ist, dass meine Leser den ganzen Artikel lesen oder zumindest anschauen. Das beinhaltet aber auch eine gewisse Bevormundung.

Wie steht ihr als Leser dazu - nervt das oder findet ihr das in Ordnung?

Noch ein Aspekt: Nach wissenschaftlichen Anforderungen müsste man möglicherweise bei jedem Gedanken auch die Quelle der Inspiration angeben, um sich nicht irgendwann Plagiatsvorwürfen ausgesetzt zu sehen, doch würde das meiner Ansicht nach Blogartikel unlesbar machen - weshalb ich die Quellenangabe im Text nur bei gravierender Bedeutung der Quelle für meine eigenen Gedankengänge mache. Was meint ihr bzw. wie handhabt ihr das in euren Blogs?

Sonntag, 11. November 2012

Neues von der SEO-Front: WDF*P*IDF und Relevanz

"Content is King" lässt der Quasi-Suchmaschinenmonopolist Google immer wieder verkünden. Aber das wussten wir Autoren, Journalisten und Blogger auch vorher bzw. wir schreiben, weil wir was zu sagen haben. Allerdings: Seit wir für das Internet schreiben, wissen wir auch, dass Schlüsselwörter (Keywords) richtig gewählt und eingearbeitet werden müssen, dass Verlinkung eine Rolle spielt und Ähnliches mehr, damit die Suchmaschine mit ihrem beschränkten Algorithmus unseren schönen Online-Artikel nicht auf Platz 5.345.789 ihrer Ergebnisliste aufführt - quasi unsichtbar für alle, die über Suchmaschinen nach Inhalten suchen (siehe auch: Blogs bekannt machen). Nun gibt es neben Keyword-Optimierung und Backlink-Aufbau wieder neue Buzzwords in der Suchmaschinenoptimierungs- (SEO) Welt - und die heißen WDF*P*IDF (Gewichtungsformel) und Relevanz. 

Ich schreibe und veröffentliche auf meinen Webseiten und in meinen Blogs über Themen, die mir am Herzen liegen und/oder zu denen ich selbst jahrelang Erfahrungen gesammelt habe. Ähnlich der philosophischen Frage um den Baum, der im Wald umfällt, ohne dass es jemand hört: Bin ich ein Autor/Journalist dadurch, dass ich schreibe? Oder werde ich erst dazu, wenn jemand meine Artikel oder Bücher liest?

Ich jedenfalls möchte, dass die Ergebnisse meiner Schreibarbeit, die ich liebe, die aber oft auch mühselig ist, gelesen werden. Deshalb befasse ich mich mit Suchmaschinenoptimierung (SEO). Um von meiner Online-Schreiberei (vielleicht irgendwann) einmal leben zu können, platziere ich zudem Werbung auf meine Webseiten.

Es gibt aber auch eine andere Herangehensweise: Menschen, die nicht selbst das Bedürfnis zu schreiben haben (außer über SEO), aber Geld im Internet verdienen möchten, prüfen mit verschiedenen Tools (beispielsweise mit dem Google Keyword Tool), mit welchen Themen man prinzipiell hohe Werbeeinnahmen via Google Adsense o. a. erzielen kann. Dann lassen sie zu dem Thema bzw. zu einem bestimmten Keyword oder einer Keyword-Kombinationen möglichst preisgünstig und suchmaschinenoptimiert einen Text schreiben und veröffentlichen diesen auf einer Webseite. Sie platzieren Werbung auf der Seite, sorgen für Verlinkung und ergreifen weitere SEO-Maßnahmen, damit sie mit dem eingekauften Text Geld verdienen können.

Man mag von dieser Vorgehensweise halten, was man will - es gibt nicht nur Schwarz und Weiß -, man kann von diesen SEO- und Online-Marketing-Profis einiges lernen. Ich habe damit zuerst aus Verzweiflung begonnen, als ich feststellte, dass ich durch deren Webangebote zunehmend von meinen guten Positionen im Internet verdrängt wurde, die ich hatte, weil meine Seiten schon sehr alt aus Zeiten ohne Konkurrenz waren (und zugegebenermaßen auch eine Überarbeitung nötig hatten). Inzwischen befasse ich mich unregelmäßig mit dem Thema SEO, auch wenn ich SEO nur in Maßen anwende, weil ich mich nicht von einer Suchmaschine und ihren Algorithmus-Updates (Panda, Penguin und wie sie alle heißen) gängeln lassen möchte.

Relevanz - was ist das?

Die Relevanz eines Textes ist der Mehrwert, den er einem Leser zu einem bestimmten Suchwort bietet. Das hört sich zunächst gut und leserfreundlich an. Doch die Relevanz von Texten im Internet wird von einem Suchmaschinenalgorithmus berechnet, der simple Eckdaten miteinander verrechnet, die Ergebnisse miteinander vergleicht und dementsprechend die Suchergebnisse sortiert. Hier hat sich insofern etwas getan, dass es nicht mehr nur auf das Haupt-Keyword ankommt, sondern auch auf verwandte ("relevante") Keywords im gleichen Artikel.

Aus SEO-Sicht heißt das: Statt wie bisher ein Keyword zu bestimmen und dieses in einer bestimmten "Keyword-Dichte" im Text und außerdem im Seitentitel, in Meta-Descriptions, Überschriften, Bildunterschriften, Bild-Title-Tags etc. unterzubringen, müssen nun zusätzlich Relevanzwerte berechnet werden. Die Relevanzwerte des eigenen Artikels müssen besser oder in einem besseren Verhältnis zueinander sein, als die in Artikeln von den Mitbewerbern, sonst reicht es nicht in die Sichtbarkeitszone der Suchmachinenergebnisse. Ein Aspekt der neu entdeckten Relevanz ist, dass nicht nur das Haupt-Keyword ausreichend oft im Text vorkommen muss (wie oft "oft genug" oder "zu viel" ist, weiß man nicht wirklich), sondern auch andere Keywords, die einen Bezug zu diesem Keyword haben - allerdings dürfen sie dem Haupt-Keyword auch nicht zu viel Konkurrenz machen, wie man weiter unten sieht.

Statt Keyword-Dichte lieber Gewichtungsformel?

Mit einem Keyword und der Keyword-Dichte kommt man nach Aussagen einiger SEO-Profis, so z. B. Karl Kratz (Links siehe unten) heutzutage nicht mehr weit. Mehr Aussagekraft habe die Gewichtungsformel oder WDF*P*IDF.

Die Gewichtungsformel WDF*P*IDF ist das Produkt von
WDF, IDF und einem Korrekturfaktor P

WDF und IDF sind Begriffe aus der Textstatistik:
  • WDF steht für Within-document Frequency (Dokumentspezifische Gewichtung).
    Die WDF beschreibt die Häufigkeit eines Wortes i im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Worte L in einem Dokument j - bzw. in unserem Fall: die Häufigkeit eines Keywords bzw. einer Keyword-Kombination im Verhältnis zu allen Keywords/Keyword-Kombinationen im Text. Je öfter ein Keyword bzw. eine Keyword-Kombination in einem Text vorkommt, desto größer ist der WDF-Wert. Das ist im Prinzip nichts Neues. Im Gegensatz zur Keyword-Dichte wird der WDF mit Logarithmen berechnet. Mehr Details z. B. bei Wikipedia. 
  • IDF steht für Inverse Document Frequency (Inverse Dokumenthäufigkeit).
    Der IDF setzt die gesamte Anzahl ND von Dokumenten einer Datenbank zur Anzahl f der Dokumente, die ein bestimmtes Keyword/Keyword-Kombination t enthalten. Je größer der IDF, desto weniger Dokumente gibt es in der Datenbank, die das Keyword/Keyword-Kombination enthalten. 
Das Produkt WDF*IDF für ein Keyword ist also rein rechnerisch am besten, wenn das Keyword-/Keyword-Kombination oft im Text vorkommt, es aber gleichzeitig noch wenig andere Dokumente mit diesem Keyword/Keyword-Kombination gibt.

P ist nur ein Gewichtungswert (Korrekturfaktor).

Kratz hat festgestellt, dass es eine Relation zwischen WDF*IDF und der Position in den Suchmaschinenergebnissen (Search Engine Results Position, SERP) gibt. Je höher WDF*IDF, desto besser i. d. R. die Position in den SERPs. Das ist jetzt eigentlich nicht überraschend oder neu, sondern wird nun eben mathematisch ausgedrückt. Kratz hat außerdem bemerkt, dass viele zu einem Keyword gut positionierte Seiten eines gemeinsam haben: dass der WDF*IDF für dieses Keyword deutlich höher ist, als für andere Keywords/Keyword-Kombinationen in dem Text. Eindeutigkeit ist also Trumpf.

Grundlegend neu sind diese Erkenntnisse nicht, man kann jetzt nur alles genauer berechnen. Man sollte bei aller Rechnerei nicht vergessen, dass man ein Keyword auch zu oft einsetzen kann und der Text dann möglicherweise von Google als Spam gewertet wird. Und wie Kratz auch sagt, gibt es ja auch noch andere Faktoren, die die Position in den Suchergebnissen beeinflussen können.

Beim Wettbewerber abgucken

Die neue Onpage-Optimierung mit dem Ziel der Verbesserung der Relevanz führt vor allem über die Mitbewerberbeobachtung - wie das geht, führen Karl Kratz und Philipp Helminger vor (Links unten). Sie analysieren die Mitbewerber-Webseiten und berechnen die WDF*IDF-Werte für die wichtigsten Keywords/Keyword-Kombinationen für die Seiten, an denen sie vorbeiziehen oder zumindest mithalten wollen. Aus den Ergebnissen der Mitbewerberbeobachtung erstellt beispielsweise Kratz die Vorgaben für seine Internettexte. Dann noch die restlichen SEO-Maßnahmen umgesetzt und fertig ist Platz 1 in den SERPs. Schön wäre es - oder auch nicht. Also wird noch weiter gefeilt: Keyword-Abstand, Keyword-Verteilung, partielle Keyword-Häufung, gezielter Einsatz artverwandter Keywords ... Ich frage mich, wo da bei all den Vorgaben noch Raum und Zeit für Inhalte und Sprachliches bleibt.

Noch interessant zu wissen: Helminger hat in seinen Untersuchungen festgestellt, dass bei manchen Keywords bzw. Keyword-Kombinationen die vorderen Plätze inzwischen mit sehr langen Texten belegt sind. Bei seinem Beispiel "HochgeschwindigkeitsSEO" liegen auf den ersten fünf Plätzen Texte mit 3.000 bis 8.000 Wörtern! Seine Empfehlung außerdem: Die Häufigkeitsverteilung relevanter Keywords sollte man an die der Top-Positionen für sein Haupt-Keyword anpassen.

Den Google-Algorithmus füttern - will man das?

Als Autorin, Journalistin und Bloggerin, die ich schon lange auch für das Internet schreibe, gefällt mir diese Entwicklung nicht und ich hoffe, dass sie nur vorübergehend ist. Es kann doch nicht sein, dass das gesamte "Schreibhandwerk" immer mehr, statt endlich weniger dem Algorithmus einer Suchmaschine untergeordnet werden muss, wenn man sichtbar bleiben möchte. Was ist mit der Verwendung von Synonymen, sprachlichen Bildern, etc.? So wichtig eine simplifizierte Sprache in der Technikdokumentation ist, wenn sie zur Alltagssprache wird, dann führt das zu einer Verarmung - nicht nur der Sprache, sondern auch des Denkens.

Ich möchte doch Wissen weitergeben, Diskussionen anregen, unterhalten, mich auf Recherche und das Schreiben konzentrieren, kreativ sein und mich, wenn überhaupt, dann nur am Rande mit SEO beschäftigen müssen.
Zum Glück gibt es noch einige gute Medien, für die es Spaß macht, zu schreiben, und die es aufgrund ihres Markennamens oder eben weil sie Printmedien sind, nicht nötig haben, mit Algorithmen-Fütterei zu buhlen und dafür Sprachvielfalt und -kreativität zu opfern. Doch für uns kleine Blogger und Webseiten-Publisher sind das gerade sehr schwere Zeiten - und sich als SEO-Texter ausbeuten zu lassen, kann auch nicht die Alternative sein. Dann doch lieber sich weiter selbst ausbeuten und Spaß haben.

Ansonsten bin ich der Meinung: Suchmaschinen müssen besser werden und Google braucht stärkere Konkurrenz, damit da mal was vorwärts geht.

Quellen und weiterführende Informationen

Sonntag, 18. März 2012

Der Weg zum ersten eigenen Buch - Interview mit Pia Ziefle (Suna)

Pia Ziefles Roman "Suna" ist gerade pünktlich zur Leipziger Buchmesse bei Ullstein erschienen und hat in diesen wenigen Tagen bereits sehr viel positives Echo erhalten. Ich konnte Frau Ziefle nach ihrer Rückkehr aus Leipzig interviewen.

Eva Schumann: Frau Ziefle, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem wunderschönen Erstlingsroman "Suna" (-> Rezension). Schriftsteller haben ja ganz unterschiedliche Vorgehensweisen beim Schreiben. Wie gingen Sie vor (bei der Erstfassung): Sprudelte die Geschichte aus Ihnen heraus und wollte erzählt werden oder entwickelten Sie zuerst ein Konzept und schrieben dann?

Pia Ziefle: Die Geschichte kam mehr oder weniger von selbst zu mir - das Schwierige war aber, die verschiedenen Zeitebenen im Griff zu behalten. Und die geschichtlichen Daten. Und die vielen Figuren. Dafür habe ich ein riesiges White-Board im Büro und eine Menge verschiedenfarbiger Stifte. Außerdem arbeite ich gerne mit DIN A4 Blättern, die ich im Raum auslegen kann. Jedes Blatt hat nur ein Thema, beispielsweise eine Figur oder einen der Handlungsstränge. Ich habe früher non-lineare Drehbücher geschrieben, aus dieser Zeit habe ich die Zettelmethode übernommen.

Eva Schumann: Viele Menschen träumen davon, einen Roman oder überhaupt ein Buch zu schreiben, doch nur wenige schaffen es - weil es mühseliger ist, als sie erwartet haben. Wie schafften Sie es, durchzuhalten? Haben Sie ein paar Tricks parat - feste Schreibzeiten, Durchhalten mit Schokolade und Kaffee o. ä.?

Pia Ziefle: Viele sagen "ich würde auch einen Roman schreiben, wenn ich die Zeit dazu hätte". Da ist mehr dran, als man so denkt. Es dauert immer viel viel länger, als man denkt. Obwohl ich sehr viel Schreib- und Konzeptionserfahrung hatte, konnte ich in der zuerst geplanten Zeit keinen zufriedenstellenden Stand erreichen. Das Manuskript war zwar irgendwie gut, aber man hat doch deutlich sehen können, dass da mehr drinstecken könnte - als würde man hinter dem zuerst angepeilten Gipfel einen weiteren entdecken, der in keiner Karte verzeichnet ist und den man vom Tal aus nicht sieht. Dann steht man vor der Entscheidung, ob das genügt, was man erreicht hat, oder ob man noch genügend Kräfte hat, weiterzugehen. Feste Schreibzeiten wären sicher toll gewesen, aber mit der Familie ist das nicht drin. Ich habe vorwiegend abends und nachts geschrieben, mit Hilfe von Kaffee und Chips. Und Schokolade.

Eva Schumann: Davon, gleich für den ersten Roman einen Verlag wie Ullstein zu finden, träumen viele. Wie haben Sie das geschafft?

Pia Ziefle: Das war tatsächlich ziemlich überraschend. Das Manuskript war in seiner ersten Fassung nämlich überall durchgefallen. Daraufhin habe ich mich hingesetzt und alles nochmal ganz neu geschrieben, inklusive einer neuen Erzählperspektive. Das Wichtigste aber: Ich habe eine wunderbare Agentin, Christine Koschmieder von partner+propaganda. Sie hat von der allerersten Minute an mich geglaubt und begleitet mich seit über zwei Jahren. Auf mich allein gestellt hätte ich sicher nicht genügend Mut gehabt, die großen Verlage anzusprechen.

Eva Schumann: Ihr Roman "Suna" ist teilweise autobiografisch – auch Sie wurden als kleines Kind adoptiert und haben sich später auf die Suche nach Ihren leiblichen Eltern gemacht. Sich dieser Angst, was da bei der Suche wohl ans Licht kommen wird, zu stellen, ist eine Sache. Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch die Veröffentlichung – Offenlegung der eigenen Geschichte - Angst macht. Was oder wer hat sie motiviert, es dennoch zu tun?

Pia Ziefle: Ich glaube, die eigene Geschichte ist viel weniger individuell, als man denkt. So ging es jedenfalls mir, als ich anfing zu recherchieren. Ich bin zum Beispiel auf die Bücher von Sabine Bode gestoßen, die sich ganz ausführlich mit der "vergessenen Generation" der Kriegskinder in Deutschland befasst, und in den Lebensgeschichten adoptierter Menschen finden sich immer wieder dieselben Fragen nach der Identität. Und wenn man noch einen Schritt weiter weggeht, stellt man fest, dass jeder sich irgendwann fragt, wer er ist und was ihn und sein Handeln bestimmt. Es sind also universelle Fragen und ich habe versucht, die Antworten in den Roman zu schreiben, die ich gefunden habe.

Eva Schumann: Die Zusammenarbeit mit einem Verlag ist eine Möglichkeit, zu veröffentlichen. Daneben gibt es die Veröffentlichung im Selbstverlag (z. B. zusammen mit Print-On-Demand-Anbietern oder als E-Book). Warum haben Sie den Weg mit Ullstein gewählt?

Pia Ziefle: Ich möchte nicht alleine arbeiten. Ich brauche den Austausch mit einem Team und den Verlag betrachte ich als Partner auf Augenhöhe. Außerdem will ich mich nicht um alles kümmern, ich will Aufgaben abgeben. Dafür teile ich gerne die Erträge mit einem Verlag. Auf der anderen Seite schaue ich natürlich sehr aufmerksam hin, ob und was der Verlag denn so macht, um das Buch tatsächlich zum Kunden zu bringen.

Eva Schumann: Planen Sie weitere Romane?

Pia Ziefle: Ich habe mal gesagt, man hat als Schriftsteller immer irgendwo 80 Seiten rumliegen, das stimmt tatsächlich. Aber jetzt, wo ich weiß, wie viele Kräfte nötig sind, wie intensiv die Arbeit mit Stoff und Text ist (ganz anders als bei meinen Blogtexten beispielsweise), wie hoch meine eigenen Ansprüche an das Ergebnis geworden sind - da warte ich lieber noch eine Weile, bevor ich mich wieder an den Schreibtisch setze.

Eva Schumann: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit "Suna" und hoffe, Sie vergessen die Schmerzen dieser ersten Geburt bald und schreiben einen weiteren Roman. Bis es soweit ist, werden wir Fans mit Spannung Ihre Geschichten in Ihrem Blog Denkding verfolgen.

Das Buch:
Suna*
Pia Ziefle
Ullstein
ISBN 978-3-550-08892-6


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Sonntag, 22. Januar 2012

Journalismus für Dummies: Ein tolles Buch für Journalismus-Interessierte, Journalismus-Einsteiger und Blogger

journalismus-dummies-vgwortFachbücher behandle ich normalerweise wie Magazine: Ich blättere sie durch auf der Suche nach für mich neuen Informationen und Aspekten, die ich mir dann abschnitts- oder kapitelweise einverleibe. "Journalismus für Dummies"* von Henriette Löwisch (Wiley Verlag) war anders: Ich fing vorne bei der "Schummelseite" (noch vor der Einführung) an und konnte nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich alle Kapitel durch hatte - und zwar Wort für Wort.

Das lag nicht nur an meinem besonderen Interesse am Thema Journalismus, sondern daran, dass das Buch "Journalismus für Dummies" voll ist mit spannenden Geschichten aus dem journalistischen Alltag und dass es den Leser die Abläufe in einer Redaktion miterleben lässt. Immer wieder werden einschneidende Ereignisse der jüngeren Geschichte aus dem Blickwinkel des Journalisten gezeigt und es wird deutlich, wie wichtig guter Journalismus für die Gesellschaft ist und welche Verantwortung ein Journalist ihr gegenüber hat.

Doch natürlich geht es bei "Journalismus für Dummies" auch um das Handwerkszeug - um das Schreiben, genauer: um Ideen, Recherche, Nachrichten und Geschichten sowie um die Darstellungsformen - und um Macht, Ohnmacht und Versagen der Presse (übrigens sehr interessant die Analyse, wie es trotz/wegen der vierten Gewalt im Staat - dem Journalismus - zum Irakkrieg kommen konnte, im hinteren Teil), und auch um die Licht- und Schattenseiten dieses Berufes und der Wege, die dort hinführen.

Journalismus für Dummies:
Die wichtigsten Themen im Überblick

  • Wozu Journalismus gut ist 
  • Das ist guter Journalismus 
  • Das ist schlechter Journalismus 
  • Was Journalisten nicht dürfen 
  • Wo die Nachricht herkommt 
  • Was die Nachricht wert ist 
  • Recherche 
  • Nachrichten schreiben 
  • Wie die besten Storys entstehen 
  • Geschichten und ihre Genres 
  • Wie wird eine Geschichte erzählt 
  • Geschäfte mit Geschichten 
  • Kommentare und Kampagnen 
  • Druck und Gegendruck 
  • Gefragte Eigenschaften des Journalisten 
  • Journalist werden 
  • Als Journalist arbeiten 

Journalismus für Dummies:
Die Autorin

Henriette Löwisch ist eine Journalistin mit klassischer Laufbahn: Von der Badischen Zeitung über die Journalistenschule in München und einem Journalistik-Studium in Deutschland und den USA führte ihr Weg sie zu einer Nachrichtenagentur, bei der sie zunächst als Auslandskorrespondentin die (Nachrichten-) Welt kennenlernte und später als Chefredakteurin die Berichterstattung der Agentur verantwortete - bis sie zurück an die Uni/Schule ging: als Gastprofessorin und Seminardozentin. Mitgewirkt an dem umfassenden Ratgeber hat auch ihr Bruder Georg Löwisch, der selbst Reporter und Dozent ist und von dem sie sagt, er hätte es ebenso gut selbst schreiben können.

Journalismus für Dummies:
Ein Ratgeber, der mein Herz klopfen machte

Die Autorin versteht es, das Besondere dieses Berufes bewusst zu machen: die ethischen Fragen, denen sich ein Journalist stellen muss; die Verantwortung des Journalisten, Dinge beim Namen zu nennen; der Mut zum Standpunkt, der nötig ist, um die Verpflichtung dem Leser und der Gesellschaft gegenüber wahrzunehmen - unter anderem, um "die Mächtigen" in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu kontrollieren. Beim Lesen war ich hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Ehrfurcht.

Auch wenn es ungerecht ist: Ein Buch wird vom Leser unter anderem an dem gemessen, was er erwartet hat. Wenn der Titel falsche Erwartungen weckt, ist die Gefahr groß, dass der Leser enttäuscht wird und das Buch schlecht bewertet. "Journalismus für Dummies" hat meine persönlichen Erwartungen übertroffen: Es bietet Praktisches zum journalistischen Schreiben, Einblicke in den Beruf, Amüsantes und viele Denkanregungen. Aber vor allem entfacht es das Feuer für einen guten Journalismus.

Ob ein Buch vom Leser geschätzt wird, hängt sicherlich auch davon ab, wie empfänglich der Leser oder die Leserin für die Botschaft ist. Bei mir ist die Botschaft angekommen. Das Buch erhält auf jeden Fall einen dauerhaften Platz bei mir im Regal und wird mich bei meiner weiteren Arbeit sicherlich unterstützen. Mein einziger Verbesserungsvorschlag: Jeweils eine Übersicht zur Geschichte des Journalismus, der Reichweite der Verlage und der Bedeutung der Medien zu haben, wäre schön - diese Informationen sind zwar alle im Text enthalten, aber mit einer Tabelle oder Grafik wären sie leichter erfassbar.

Journalismus für Dummies:
Mein Fazit: 5 Sterne ***** (5 von 5)

"Journalismus für Dummies" von Henriette Löwisch (und Bruder) ist ein tolles Buch für Journalismus-Interessierte, Journalismus-Einsteiger und Blogger.

Hinweis: Die Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage von 2009, doch gerade ist "Journalismus für Dummies" in der 2. Auflage erschienen:

Journalismus für Dummies*
Henriette Löwisch
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
352 Seiten
2. Auflage
ISBN 978-3527707461
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