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Freitag, 2. August 2019

Ninja geht zu Mixer. Jeffree Star auch? Ein neuer Trend?

Eine Nachricht schlug gestern wie eine Bombe ein: Richard Tyler Blevins, bekannt als der Fortnite-Streamer/Gamer Ninja, der sowohl auf Google’s YouTube-Plattform als auch auf Amazon’s Twitch eine große Nummer ist, gab gestern bekannt, dass er in Zukunft exklusiv auf Microsoft’s Mixer streamen wird. Ist das der Anfang eines neuen Trends? Weg von YouTube und Twitch, hin zu Mixer? Und was hat Ex-Singer-Songwriter und Beauty-Guru/Make-up-Unternehmer Jeffree Star damit zu tun? Will er möglicherweise auch zu Mixer? (Meinung)

Zum Nachtrag #TWITCHISOVERPARTY

Ninja ist ein sehr erfolgreicher Profi-Gamer und Streamer und hat sicherlich auch schon viel Geld mit diesem Beruf verdient. Ein paar Zahlen zu Ninja’s "Prominenz":
  • YouTube: über 22 Millionen Abonnenten
  • Twitch: 14,7 Millionen Follower, laut Socialblade ist er nach Followern auf Platz 1, laut 4Players hat Ninja etwa 15.000 Bezahlabos (zeitweise waren es angeblich sogar 250.000)
Ninja verkündete gestern per YouTube-Video, dass er Twitch verlässt. In der Video-Beschreibung steht sogar, dass er zukünftig ausschließlich auf Mixer, der Social-Videostreamingplattform von Microsoft streamen wird, also wohl auch nicht auf Google's YouTube Gaming Live.



Ich beobachte die Gamer-/Streamer-Szene nur aus den Augenwinkeln, wenn ich über die Beauty-/Gesundheit-, Technik-/IT-, How-to- und Entertainment-Content-ErstellerInnen bei YouTube, Instagram, Snapchat und Twitter recherchiere - in der Hoffnung, Trends früh zu erkennen, etwas von den Social-Media-Stars zu lernen oder zumindest Interessantes über sie schreiben/bloggen zu können.

Seit Top-YouTuber Jeffree Star vor ein paar Monaten einige Versuche mit Streaming auf Twitch unternahm, wurde ich hellhörig: Er testete die Live-Übertragung von Pinball-/Flipper (er hat eine beachtliche Sammlung) mit Hilfe des Pinball-Experten und Twitch-Embassador Jack Danger alias Deadflip, probierte wenig später zusammen mit FreundInnen neue Make-up-Produkte live streamend aus, unterstütze seinen Freund Nathan Schwandt und dessen Bruder Zach, die beide Hobby-Gamer sind, bei ihren Streaming-Anfängen auf Twitch und er besuchte andere Twitch-Kanäle und deren Streams, beispielsweise solche, bei denen es um Make-up-Content ging.

Sieht Jeffree Star die Zukunft im Streaming?

Jeffree Star ist seit den MySpace-Tagen ein begnadeter Selbstvermarkter über Social-Media-Plattformen - was ihm zunächst eine Karriere als Singer-Songwriter ermöglichte und ihm danach half, seine eigene Indie-Make-up-Marke Jeffree Star Cosmetics zu einem erfolgreichen, rasant international expandierenden Unternehmen auszubauen. Bei Forbes landete er auf Platz 5 der bestverdienenden YouTube-Stars 2018, obwohl die Zahlen damals vermutlich eher zu tief angesetzt waren.

Ganz sicher beobachtet Jeffree Star die Social-Media-Entwicklungen und Trends - und ich daher ihn, denn offensichtlich versteht er etwas von der Sache und hat ein gutes Gespür dafür, wie man über welche Social-Media-Plattformen Menschen erreicht.

Interessanterweise ließ er seine Aktivitäten bei Twitch in den letzten Wochen einschlafen, soweit sich das aus der Ferne beobachten lässt, wobei er sich dazu nicht öffentlich äußerte. Ob es an der Plattform lag oder ob er das Streamen als noch nicht interessant genug für seine Marke erachtet und er nur schon einmal einen Fuß in der Tür haben wollte, ist derzeit reine Spekulation. Nach wie vor ist YouTube, wo er fast 16 Millionen Fans hat, sein Hauptkanal, nebenbei gibt es aber fast täglich Snaps auf Snapchat, Stories und Bilder auf Instagram, Unterhaltung und Ankündigungen auf Twitter und anderes mehr.

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Hellhörig wurde ich gestern, als Jeffree Star Ninja‘s Bekanntgabe auf Twitter retweetete und ihm zu seinem Erfolg gratulierte (man darf wohl von vielen Millionen US-Dollar von Microsoft als Anreiz für den Wechsel ausgehen).

Aber warum gratuliert ein Beauty-Guru einem Profi-Gamer/Streamer? Ninja hatte er nach eigenen Angaben im Snap zwei Wochen zuvor zum ersten Mal im Leben getroffen, wobei beide ihre Ehe-/Lebens-Partner dabei hatten (Fotos auf Twitter: 1, 2, 3). Und warum antwortet der Twitter-Account der Mixer-Plattform auf Jeffree Star's Glückwunsch-Tweet mit einem anfeuernden Jeffree-Star-Meme?

Will Jeffree Star vielleicht auch zu Mixer wechseln?

Mixer (https://mixer.com/) bezeichnet sich als interaktive Streamingplattform für Gaming- und Kreativcommunitys. Im Vergleich zu YouTube Gaming Live und erst recht zu Twitch hat Microsoft's Social-Videostreamingplattform Mixer jedoch einen geringen Marktanteil. Ob sich das durch solche "Abwerbungen" ändern wird und ein neuer Trend in Gang kommt, kann man heute noch nicht absehen.

Manche Gamer/Streamer und ihre Zuschauer begrüßen jedenfalls die Konkurrenz zu YouTube und Twitch und auch, dass es nun dort ein starkes Zugpferd gibt. Mehr Konkurrenz belebe das Geschäft.

Denn man hört in letzter Zeit sowohl von YouTube-Content-Erstellern als auch von Twitch-Streamern und deren Fans viele Klagen. Von den YouTube-Schaffenden wird über die neuen Algorithmen, die Erpressung zum Mainstream-Konformen allgemein, die Bestrafung von LGBTQ-Inhalten im Speziellen (anscheindend wird schon demonetarisiert, d. h. von Adsense-Werbeeinnahmen abgeschnitten, wer als kleinerer Influencer Begriffe wie "LGBTQ", "gay", "lesbian" verwendet) sowie über die oft unfaire und/oder langwierige Abwicklung bei "Abmahnungen" durch Konkurrenz oder Urheber/Rechteinhaber geklagt, obwohl das Zitatrecht bzw. die Regeln des Fair Use beachtet worden seien. Bei Twitch fühlen sich ebenfalls manche ungerecht behandelt oder sehen ihre Lieblings-Streamer Schikanen ausgesetzt, weil angeblich mit unterschiedlichen Maßstäben bei Regelverstößen vorgegangen wird. Der ein oder andere wird also tatsächlich auch mit einem Wechsel liebäugeln oder wird mit etwas Geld dazu zu bewegen sein.

Man darf jedenfalls gespannt sein, ob sich Streaming über noch mehr Interessensfelder ausbreiten wird - inzwischen gibt es ja nicht mehr nur Gaming, sondern alles von Körperbemalen über Legobauen bis Meerschweinchenpflege beim Social-Streamingdienst Twitch. Ob sich Microsoft's Mixer gegen die größeren Konkurrenten Twitch und YouTube behaupten können ober ob Mixer einen Niedergang in der Art von Windows Phone erleben wird, bleibt abzuwarten.

Und was ist nun mit Jeffree Star und Mixer?

Ich könnte mir zwar vorstellen, dass Jeffree Star einen Account bei Mixer für Streaming-Aktivitäten einrichtet und gelegentlich für Live-Übertragungen nutzt, aber nicht, dass er dafür YouTube und seine anderen Kommunikationskanäle schlagartig aufgeben würde - schließlich hängt seine Marke und sein Beauty-Unternehmen von dem Verhältnis zu seinen Fans und deren Vertrauen in ihn ab. Aber ich bin sehr gespannt auf seine nächsten Schritte.


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Nachtrag am 12.8.2019: #TWITCHISOVERPARTY

Bei Twitch hat sich in den letzten Tagen viel Ärger aufgestaut:

Zum Einen ärgern sich viele männliche Streamer, dass angeblich Frauen, die gegen die Regeln verstoßen, nicht abgestraft werden, Männer dagegen schon wegen kleinster bis gar keiner "Vergehen". Eine Frau hatte ihre von ihr als störend empfundene Katze gepackt und über den Kopf nach hinten in den Raum geworfen, eine andere angeblich rassistische Schimpfwörter benutzt. Beide wurden anscheinend nicht bestraft, obwohl diese unakzeptablen Entgleisungen filmisch dokumentiert sind und sich viele Twitch-Nutzer - wie jeder normale Mensch - über derartige Fehlverhalten aufregen. Ein Vater von 8 Kindern, der hauptberuflich streamt, wurde dagegen für 1 Monat gesperrt, nur weil er - nach eigenen Angaben - seine Zuschauer vor einem "nasty guy" gewarnt habe.

Zum Anderen hat Twitch den Abgang von Ninja anscheinend doch nicht gerade sportlich genommen und soll angeblich auf dessen Kanal (der ja noch mit den abgespeicherten Spiele-Streams auf seinen Namen läuft und auch von Kindern konsumiert wird) Werbung für andere Streamer und für Porno eingeblendet haben - was beides bisher nicht üblich gewesen sein soll und was (vor allem Letzteres) dem Ruf des Account-Inhabers schadet. Ninja hat deshalb die Öffentlichkeit gesucht und dieses Verhalten bekannt gemacht, woraufhin Twitch diese "Fehlbespielung" des Kanals eingestellt hat.

Alle diese Angaben sind ohne Gewähr. Wer mehr wissen möchte, sollte auf Twitter nach #TWITCHISOVERPARTY und @Ninja schauen.

Sonntag, 7. Juli 2013

Das Ende des Internets

Überwachung im Internet
Die Überwachung durch die
Geheimdienste hat das Vertrauen
ins Internet zerstört.
... wie wir es kannten oder glaubten, zu kennen.

Das Internet war für mich lange das Medium, das einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten würde - weil es die Kommunikation der Menschen untereinander fördert und damit zu mehr Mitgefühl, Verständnis und gegenseitiger Hilfe führen würde. Manche träum(t)en noch viel weiter als ich - von einer besseren Demokratie und sogar von ganz neuen Menschen dank Internet. Tatsächlich sind einige unserer Träume wahr geworden - manche Initiativen im Bildungsbereich, wie die MOOCs, haben meine Erwartungen sogar übertroffen.

Aber wie alles, hat auch das Medium Internet nicht nur gute Seiten, sondern auch "Abgase" - ungute Nebenwirkungen. Diese heißen z. B. Cyberkrieg, Cyberkriminalität, Reduzierung des menschlichen Nutzers auf ein gläsernes, manipulier- und ausbeutbares Marketingobjekt und einiges Schreckliche mehr.

Nun ist durch die Aufklärungsarbeit von Edward Snowden (hätte er einen Presseausweis, wäre er ein investigativer Journalist) noch eine weitere, besonders hässliche Seite ans Tageslicht geholt worden, von der wir Bürger nichts wussten oder zumindest nicht das Ausmaß kannten: Praktisch jegliche Kommunikation und jeder Datenstrom im Internet wird von Geheimdiensten wie NSA, GCHQ und anderen durchforstet und je nach Geheimdienst ganz oder teilweise gespeichert. Traurig auch in dem Zusammenhang die Offenlegung des Whistleblowser Snowden, dass die amerikanischen Megaunternehmen Google, Facebook, Apple und Microsoft der NSA direkten Zugriff aufs Back-End gegeben haben - ohne ihre Nutzer darüber zu informieren.

Zusammenarbeit mit NSA und anderen ausländischen Geheimdiensten statt Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung?

Wenn unsere Regierung so ahnungslos war, wie sie jetzt tut, dann glänzt sie mit Inkompetenz. Dann müssen wir die Lachnummer Europas und der Welt sein: die dummen Deutschen mit ihrer Diskussion um Vorratsdatenspeicherung. Und wenn unsere Regierung davon gewusst und es geduldet hat bzw. diese ausländischen Geheimdienstaktivitäten sogar indirekt mitnutzt (und sich auf diesem Wege die lästige Diskussion mit den eigenen Bürgern über Vorratsdatenspeicherung u. Ä. erspart hat!?!), dann hat sie nicht nur aus den Protesten um ACTA nichts gelernt, sondern das Vertrauen der Bürger bewusst missbraucht.

Welche Konsequenzen werden NSAgate und all die aktuellen Überwachungs- und Abhörskandale haben?

Eine Regierung kann man in Deutschland abwählen oder zum Rücktritt zwingen und es liegt am Bürger, ob er das tut. Die nächste Wahl steht ja vor der Tür.

Aber was ist mit dem Internet - kann man diesem Medium jemals wieder trauen? Denn, selbst wenn sich verbindliche Regeln zwischen Staaten vereinbaren lassen, wie will man Geheimdienste (oder Nachahmer) kontrollieren? Gibt es noch einen Weg weg vom total überwachten Internet?

Im Moment stellen sich mir auch so pragmatische Fragen wie: Kann man noch E-Mails verwenden? Kann man noch über die Messenger-Funktionen sozialer Netzwerke kommunizieren?

Nicht, wenn es wichtig ist! So lautet derzeit die Antwort für Journalisten, die ihre Quellen schützen müssen. Selbst wenn man verschlüsselt - empfohlen wird Pretty Good Privacy (PGP) - ist nicht sicher, dass diese Verschlüsselungen in ein paar Jahren auch noch sicher sind. Und man kann natürlich davon ausgehen, dass gerade verschlüsselte E-Mails aus dem Datenstrom gefiltert und gespeichert werden. Und wie sicher ist der Informant dann? Es gibt Informationen, deren Brisanz verblasst nie.

Heute Mittag im Presseclub stellte in der anschließenden Diskussion ein Zuschauer die Frage, wie man als Whistleblower überhaupt noch Kontakt zu den Medien herstellen könne. Es wurde empfohlen, einen herkömmlichen Brief zu schreiben und darin ein persönliches Treffen zu verabreden!

Und was machen Unternehmen, die von ihrem Wissensvorsprung leben - z. B. Maschinenbauunternehmen? Selbst wenn die Geheimdienste nicht automatisch Interessantes aus Wirtschaft und Unternehmen an deren jeweilige nationale Unternehmen weiterleiten, so besteht immer die Gefahr, dass korrupte Geheimdienstmitarbeiter Wissen teuer verkaufen. Wie einfach man sich bei CIA und NSA einschleusen und an geheime Daten kommen kann, zeigt das Beispiel Edward Snowden.

Können also Unternehmen Wichtiges noch per E-Mail kommunizieren oder das Internet als Rechercheinstrument verwenden, wenn sie sicher sein wollen, dass sie nicht Opfer von Industriespionage werden? Nein, eigentlich nicht. Und was ist mit Cloud Computing? Das Vertrauen in die Cloud ist spätestens jetzt dahin.

Das Internet ist zurück beim Militär. Oder war es niemals weg?

Für mich ist das Internet, zu dem es sich in meiner Vorstellung hätte entwickeln können, nicht mehr realisierbar - wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen will: gerne. Auch "The Internet of Things" ist für mich inzwischen eine Horrorvorstellung, weil mich dann auch mein Kühlschrank, mein Staubsaug-Roboter und die Personenwaage ausspionieren und verpfeifen können.

Das Internet, wie es sich jetzt darstellt, gefällt mir in weiten Teilen nicht. Bei allem, was ich privat in einer E-Mail an Meinung äußere, denke ich daran, dass mitgehört und gespeichert wird. Wenn das Laden einer Seite oder das Versenden einer Mail etwas länger dauert, denke ich: Aha, jetzt hat sich ein Abhörprogramm aktiviert und eingeklinkt, um den Datenstrom zu den Filtern der NSA, des GCHQ oder des französischen Geheimdienstes zu lenken. Ich fühle mich bei allem, was ich tue, beobachtet - als säße jemand auf meiner Schulter und schaut, was ich wieder schreibe - dabei hatte ich mich doch für Homeoffice statt Gemeinschaftsbüro entschieden.

Ich mag Überwachung nicht - obwohl ich rein gar nichts zu verbergen habe, außer vielleicht meiner echten Haarfarbe.

Und wie wird es weitergehen? Die Digitalisierung ist schon weit fortgeschritten, doch haben wir Internetenthusiasten doch schon viel weiter nach vorne ins digitale Zeitalter geschaut. Und das würde viele aufregende Neuerungen und Vorteile bringen - wie jetzt noch klarer sein dürfte: nicht nur uns, sondern auch unseren Überwachern. Das Netz der Netze wird sich um uns herum zusammenziehen.

Aktuell wird vielleicht nur überwacht und gesammelt. Aber wie lange wird es dauern, bis das, was über Personen gesammelt wird, schon auf dem Weg von Dritten und Vierten manipuliert wird, oder aber später im Nachhinein verändert wird, um zu beweisen, was man gerade beweisen will.

Das Internet ist für mich am Ende, denn ich sehe nicht, wie man aus dieser Vertrauenskrise wieder herauskommen könnte. Die Geschichte des Internets begann beim Militär - nun haben sie es sich gewissermaßen zurückgeholt.

Vielleicht waren sie aber auch nie wirklich weg, und sie haben uns nur nicht beim Träumen gestört.

Quellen und weitere Informationen